Das Währungspaar GBP/USD ist bereits um 400 Punkte gestiegen, da die Wahrscheinlichkeit eines stabilen Waffenstillstands zwischen Iran und den Vereinigten Staaten deutlich zugenommen hat. Die erste Verhandlungsrunde in Islamabad ist zwar gescheitert, aber der Markt wartet auf eine neue Runde und reagiert klar positiv auf die fallenden Ölpreise (Brent-Futures sind bereits auf 91 US-Dollar gefallen) sowie auf das Ausbleiben neuer Raketenangriffe im Nahen Osten.
Für das Wachstum des Pfunds sind zwei Hauptgründe zu nennen. Der erste ist technischer Natur. In der vergangenen Woche hat sich eine bullische Imbalance (Nr. 18) gebildet, die in der Nacht zu Montag vom Kurs punktgenau getestet und bestätigt wurde. Mit anderen Worten: Innerhalb eines bullischen Trends ist ein bullisches Signal aufgetreten. Der zweite Grund ist geopolitischer Natur. Der Markt hatte genug Zeit und Gelegenheit, das pessimistischste Szenario im Nahen Osten einzupreisen. Nach den gescheiterten Verhandlungen in Islamabad hat sich jedoch nichts geändert. Der Ölpreis hat keine neuen Rekordstände erreicht, es wurden keine neuen Raketen auf Iran abgefeuert, und die Straße von Hormus bleibt blockiert. Die Lage hat sich nicht verbessert, aber auch nicht weiter verschlechtert. Erwähnenswert ist außerdem, dass jüngste bärische Muster – ebenso wie das Auslösen bärischer Liquidität (rote Linien im Chart) – keinen Abwärtsimpuls auslösen konnten.

Wie in früheren Analysen erwähnt, hat sich ein wichtiges und relativ seltenes „Three Drives Pattern“ ausgebildet, das den Beginn der Aufwärtsbewegung des Pfunds markierte. Damit erhielten Trader gleich zu Beginn der Bewegung ein bullisches Signal, und der Trend ist seither durchgehend bullisch geblieben.
Derzeit bleibt der Waffenstillstand fragil, und die Beteiligten haben noch nicht entschieden, ob sie die Verhandlungen fortsetzen oder die Feindseligkeiten wieder aufnehmen. Die Gespräche könnten in dieser Woche wieder aufgenommen werden, was ein positiver Faktor ist. Die Straße von Hormus befindet sich in einer doppelten Blockade, und die Meerenge von Bab al-Mandab könnte hinzukommen, was ein negativer Faktor ist. Bis Freitag hat sich die Lage jedoch nicht wesentlich verändert. Die Situation im Nahen Osten könnte sich zuspitzen, sie könnte sich jedoch auch weiter in Richtung Deeskalation entwickeln.
Das im Chart mit einem Dreieck markierte „Three Drives Pattern“ ermöglichte es den Bullen, die Kontrolle zu übernehmen – bereits ein positives Signal. Gestern wurde eine zweite Reaktion auf die Imbalance Nr. 16 beobachtet, doch zweite Reaktionen fallen in der Regel schwächer aus als die erste. Das Paar hat außerdem die Liquidität über dem Hoch vom 26. Februar abgefischt, und in Kombination könnten diese Faktoren eine technische Korrektur auslösen. Auf der Unterseite ist das einzige nennenswerte bullische Muster die Imbalance Nr. 18, die bereits eine Kursreaktion hervorgerufen hat. Zudem hat sich eine neue Imbalance (Nr. 19) gebildet, die heute oder am Montag ein Kaufsignal liefern könnte. Etwaige bullische Pausen dürften kurzlebig sein – insbesondere, wenn Nachrichten über wiederaufgenommene Verhandlungen und Fortschritte zwischen den iranischen und den US-Delegationen bekannt werden.
Am Freitag gab es keinen Strom an Konjunkturdaten, und am Vortag hatten Trader neue Meldungen – diesmal aus dem Vereinigten Königreich – ignoriert. Das deutet darauf hin, dass Wirtschaftsdaten derzeit nicht der entscheidende Markttreiber sind. Technische Signale liegen vor, und neue Iran–USA‑Verhandlungen werden erwartet. Das genügt den Tradern, um Entscheidungen zu treffen.
In den Vereinigten Staaten spricht das Gesamtbild langfristig eher für einen schwächeren Dollar. Selbst der Konflikt zwischen Iran und den USA ändert daran wenig. Die Perspektiven für den Dollar bleiben schwierig: Der US-Arbeitsmarkt schwächt sich ab, die Wirtschaft nähert sich einer Rezession, die Federal Reserve dürfte – anders als die EZB und die Bank of England – ihre Geldpolitik im Jahr 2026 nicht straffen, und im ganzen Land hat es mehrere große Proteste gegen Donald Trump gegeben. Aus ökonomischer Sicht gibt es derzeit keine klaren Gründe, von einem anhaltenden Dollar-Aufwärtstrend auszugehen.
Für einen Abwärtstrend beim Pfund wäre ein starkes und dauerhaft positives Umfeld für den Dollar nötig, was unter Donald Trump schwer vorstellbar ist. Die Geopolitik hat den Dollar zwei Monate lang gestützt, doch dieser Rückenwind lässt nun nach. Zwar ist nicht auszuschließen, dass der Dollar aufgrund geopolitischer Faktoren erneut zulegen könnte, doch derzeit gibt es dafür keine überzeugenden Gründe.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
Am 20. April enthält der Wirtschaftskalender keine Ereignisse. Der Nachrichtenhintergrund dürfte die Marktstimmung am Montag nicht beeinflussen.
GBP/USD Prognose und Handelsempfehlungen:
Der langfristige Ausblick für das Pfund bleibt bullisch. Das „Three Drives Pattern“ signalisierte mögliches Wachstum, gefolgt von einer bullischen Imbalance und einem Kaufsignal. Der Kurs hat die Liquidität aus den bullischen Swings vom 10. und 23. März sowie vom Swing vom 26. Februar abgefischt, ohne dass die Bären die Kontrolle übernommen hätten – ein weiteres positives Signal für das Pfund.
Unter den aktuellen Bedingungen dürfte sich die Aufwärtsbewegung trotz geopolitischer Unsicherheit eher fortsetzen. Auch der Euro dürfte seinen Anstieg fortsetzen. Das Kursziel für das Pfund ist das Hoch aus dem Jahr 2026. Eine Reaktion auf die Imbalance Nr. 16 könnte eine Korrektur nach unten auslösen, während Reaktionen auf die Imbalances Nr. 18 und Nr. 19 Tradern neue Kaufsignale liefern könnten.
