
Gold (XAU/USD) wird in der Nähe der psychologischen Marke von 4.800 $ gehandelt. Der US‑Dollar scheint seine Erholung nach den jüngsten Tiefständen vom vergangenen Freitag vorerst pausiert zu haben.

Dieser Faktor stützt den Rohstoff deutlich. Steigende Ölpreise schüren jedoch die Sorgen über zunehmenden Inflationsdruck und tragen zu einem moderaten Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen bei, was das Aufwärtspotenzial des Edelmetalls begrenzen könnte.

Der Konflikt zwischen den USA und Iran um die Kontrolle der Straße von Hormus dämpft die Hoffnungen auf neue Friedensgespräche, bevor die aktuelle Waffenruhe am 22. April ausläuft. US-Seestreitkräfte haben im Golf von Oman im Rahmen einer laufenden Blockade ein iranisches Frachtschiff aufgebracht, was Teheran als Verletzung früherer Vereinbarungen betrachtet. Als Reaktion darauf hat Iran die strategisch wichtige Wasserstraße erneut geschlossen, die zuvor nach einem zehntägigen Waffenstillstand zwischen Israel und der libanesischen Gruppe Hezbollah am vergangenen Freitag vorübergehend wieder geöffnet worden war.
US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die Seeblockade der iranischen Häfen so lange fortgesetzt werde, bis ein Friedensabkommen zwischen den beiden Ländern unterzeichnet sei.
Das Weiße Haus bestätigte, dass US-Vizepräsident J.D. Vance eine neue Delegation anführen wird, die eine zweite Gesprächsrunde mit dem Ziel aufnehmen soll, einen Krieg mit Iran zu verhindern. Iranische Staatsmedien berichten, dass Vertreter nicht an Verhandlungen teilnehmen werden, solange die US-Blockade in Kraft bleibt. Damit sinken die Chancen, vor Ablauf der aktuellen Waffenruhe am 22. April ein Friedensabkommen zu erzielen. Dies könnte zudem eine neue Welle globaler Risk-off-Transaktionen auslösen und die Stellung des Dollars als Reservewährung stärken. Dennoch bleiben Befürworter einer weiteren Dollarschwäche vorsichtig mit der Eröffnung neuer Positionen, da die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve zurückgehen.
Statt eines deutlichen Anstiegs zeigt der FedWatch-Indikator der CME Group derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 40 % für eine Zinssenkung der Fed bis zum Jahresende. Dies begrenzt eine stärkere Aufwertung des Dollars und stützt die Preise für das Edelmetall.
Solange es an kräftigen Goldkäufen mangelt, ist beim Eingehen neuer Positionen Vorsicht angebracht, während auf eine Wiederaufnahme des jüngsten Aufwärtstrends gewartet wird, der vom März-Tief aus eingesetzt hat.
Derzeit werden keine wichtigen Veröffentlichungen zu US-Konjunkturdaten erwartet, sodass sowohl der Dollar als auch Gold stark von den Entwicklungen im US–Iran-Konflikt abhängen.
Aus technischer Sicht handelt Gold in einer bekannten Handelsspanne, wobei die Oszillatoren weiterhin ein gemischtes Bild liefern und keinen klaren Richtungstrend anzeigen. Es ist jedoch bemerkenswert, dass der Relative-Stärke-Index, der sich zwar in der Nähe des neutralen Bereichs befindet, weiterhin im positiven Terrain notiert und damit bestätigt, dass die Marktstimmung nach wie vor überwiegend bullisch ist.
