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FX.co ★ EUR/USD Smart Money Analyse: Der Markt wartet auf eine Entscheidung

EUR/USD Smart Money Analyse: Der Markt wartet auf eine Entscheidung

Zu Beginn der neuen Woche setzt das Währungspaar EUR/USD seine Bewegung im Rahmen einer moderaten technischen Gegenkorrektur fort. Man kann nicht behaupten, dass es in dieser Woche keine Neuigkeiten gegeben hätte: Am Montag wurde bekannt, dass die zweite Verhandlungsrunde zwischen Iran und den Vereinigten Staaten abgesagt worden ist. Am Dienstag tauchten jedoch Berichte auf, wonach die Gespräche dennoch stattfinden sollen und JD Vance gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe bereits nach Islamabad aufgebrochen ist. Es sei daran erinnert, dass der zweiwöchige Waffenstillstand am Mittwoch, dem 22. April, ausläuft, sodass der heutige Tag die letzte Chance darstellt, ihn zumindest zu verlängern. Donald Trump hat bereits damit gedroht, im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen alle Kraftwerke und Brücken im Iran zu zerstören, was bedeutet, dass der militärische Konflikt bereits morgen wieder aufflammen könnte. Die Bären haben es noch nicht eilig, eine neue Offensive zu starten, da der Waffenstillstand formal weiterhin in Kraft ist und sich die Lage bis Mittwoch noch mehrfach ändern kann. Der Markt wartet auf eine Entscheidung.

EUR/USD Smart Money Analyse: Der Markt wartet auf eine Entscheidung

Letzte Woche wurde an der bullischen Imbalance 12 eine Reaktion beobachtet, die den Vormarsch der Bullen ausgelöst hat. Damit hatten Trader die Möglichkeit, Long-Positionen zu eröffnen, die sich derzeit deutlich im Gewinn befinden. Nun können Trader selbst entscheiden, was sie mit diesen Positionen tun: Gewinne mitnehmen oder auf weiteres Wachstum warten. Auch eine teilweise Gewinnrealisierung ist eine Option. Das geopolitische Umfeld hat sich im Vergleich zu vor zwei Wochen verbessert, was die deutliche Aufhellung der bullischen Stimmung wahrscheinlich erklärt. Allerdings könnte sich die Stimmung schnell wieder zugunsten der Bären drehen, falls der Konflikt im Nahen Osten erneut eskaliert. Aus technischer Sicht haben sich bislang keine bärischen Signale oder Muster gebildet, weshalb ich derzeit nicht mit einem Rückgang des Euro rechne.

Es ist außerdem bemerkenswert, dass das Wachstum des US-Dollar in den vergangenen anderthalb bis zwei Monaten vollständig durch geopolitische Faktoren getrieben war. Sobald sich die USA und Iran auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand geeinigt hatten, zogen sich die Bären umgehend zurück und die Bullen übernahmen die Kontrolle. Der Waffenstillstand ist derzeit zwar fragil, aber weiterhin intakt – trotz gescheiterter Verhandlungen am vergangenen Samstag und deren Absage am Montag. Ich habe wiederholt betont, dass ich nicht glaube, dass der bullische Trend beendet ist, obwohl wichtige strukturelle Tiefs unterschritten wurden. Die Kursbewegung der letzten zwei Monate könnte sich nur dann zu einem bärischen Trend entwickeln, wenn sich die geopolitische Lage nochmals deutlich verschlechtert. Doch wie viel schlimmer kann es noch kommen? Ein großer Teil der möglichen Negativszenarien dürfte bereits eingepreist sein. Die Märkte preisen oftmals die pessimistischsten Varianten im Voraus ein. Daher ist es denkbar, dass die Marktteilnehmer den Nahostkonflikt bereits vollständig berücksichtigt haben.

Das technische Bild ist derzeit eindeutig. Erstens zeigte der Kurs keine Reaktion auf die Imbalance 11, womit kein Verkaufssignal entstanden ist. Zweitens reagierte der Kurs auf die Imbalance 12 und generierte damit ein bullisches Signal im Rahmen eines bullischen Trends. Drittens hat sich eine neue bullische Imbalance 13 herausgebildet, die als Interessenszone für künftige Kaufpositionen und als Unterstützungsbereich für den Euro dient.

Der Nachrichtenfluss am Dienstag war äußerst schwach. In Deutschland und der Eurozone wurden die ZEW-Konjunkturerwartungen veröffentlicht, während in den USA der wöchentliche ADP-Bericht und die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung publiziert wurden. Keiner dieser Berichte löste eine nennenswerte Reaktion unter den Tradern aus.

Für 2026 gibt es nach wie vor viele Gründe für Angriffe der Bullen, und selbst der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten hat diese nicht beseitigt. Strukturell und auf globaler Ebene haben sich Trumps politische Leitlinien – die im vergangenen Jahr zu einer deutlichen Abwertung des Dollars führten – nicht verändert. Kurzfristig könnte der US-Dollar aufgrund von Risikoaversion zwar weiterhin Stärke zeigen, doch dieser Faktor setzt eine anhaltende Eskalation im Nahen Osten voraus, was auf Dauer nicht tragfähig ist. Nach lediglich zwei Wochen relativer Ruhe konnte sich der Euro bereits um 300 Punkte erholen. Weitere starke stützende Faktoren für den Dollar sind nicht erkennbar. Ich gehe weiterhin nicht von einem nachhaltigen bärischen Trend beim Euro aus. Der Dollar hat temporäre Unterstützung erhalten, aber was soll die Bären langfristig antreiben?

Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:

Eurozone – Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde (17:30 UTC)

Am 22. April steht im Wirtschaftskalender nur ein einziger Termin, der nicht besonders wichtig erscheint. Der Einfluss des Nachrichtenflusses auf die Marktstimmung dürfte am Mittwoch entsprechend gering bleiben.

EUR/USD-Prognose und Trading-Empfehlungen:

Meiner Einschätzung nach befindet sich das Währungspaar weiterhin im Prozess der Ausbildung eines bullischen Trends. Der Informationshintergrund hat sich zwar vor zwei Monaten schlagartig verändert, doch der Trend selbst kann weder als aufgehoben noch als abgeschlossen gelten. Folglich können die Bullen ihre Aufwärtsbewegung in der näheren Zukunft durchaus fortsetzen, sofern die geopolitische Lage nicht unerwartet wieder in Richtung einer erneuten Eskalation kippt.

Die Bullen hatten die Möglichkeit, auf Basis des Signals der Imbalance 12 Long-Positionen mit einem Ziel bei etwa 1,1670 zu eröffnen. Dieses Ziel wurde bereits vor einiger Zeit erreicht, und die Aufwärtsbewegung könnte sich in Richtung der Jahreshöchststände fortsetzen. Zudem hat sich eine neue Imbalance 13 gebildet, die künftig ein weiteres bullisches Signal liefern könnte. Für ein ununterbrochenes Wachstum des Euro wäre allerdings erforderlich, dass sich der Konflikt im Nahen Osten in Richtung eines stabilen Friedens entwickelt, was derzeit nicht gegeben ist. Gleichzeitig erhalten die Bären jedoch auch keine zusätzlichen Gründe für neue Angriffe. Kurzfristig würde ich mich in erster Linie auf die technische Analyse stützen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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