Analyse von EUR/USD 5M

Das Währungspaar EUR/USD setzte am Mittwoch seine korrigierende Abwärtsbewegung fort. Die Volatilität ist seit einigen Tagen recht gering, und der Rückgang des Paares ist rein technischer Natur. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass das geopolitische Umfeld dem US-Dollar derzeit verhaltene Unterstützung geben könnte, da der Konflikt im Nahen Osten in den letzten Tagen keine Anzeichen einer Deeskalation gezeigt hat. Trotz einer von allen Seiten eingehaltenen Waffenruhe gibt es keinen Fortschritt in den Verhandlungen oder eine Annäherung an Gespräche. Daher beginnt der Markt allmählich davon auszugehen, dass die Energiekrise von Dauer ist, dass das Defizit bei Öl und Gas bestehen bleiben wird und dass auch die angespannte Lage im Nahen Osten anhalten wird, was die Nachfrage nach dem US-Dollar stützt. Wir betonen jedoch erneut, dass wir davon ausgehen, dass der Einfluss geopolitischer Faktoren nachgelassen hat, sodass der Rückgang des Paares in den vergangenen Tagen rein technischer Natur sein könnte.
Im Stundenchart bleibt der Aufwärtstrend intakt, und das Paar sollte sich weiterhin oberhalb der Trendlinie und der Senkou-Span-B-Linie halten. Für einen deutlich stärkeren US-Dollar wären triftige Gründe erforderlich, etwa eine vollständige Wiederaufnahme des Krieges im Nahen Osten. Vorerst rechnen wir damit, dass der Kurs an einer der Linien nach oben abprallt und seinen Aufwärtstrend fortsetzt.
Im 5-Minuten-Chart bildete sich am Mittwoch ein Handelssignal. Das Paar prallte während der europäischen Sitzung aus dem Bereich 1,1750–1,1760 nach oben ab, wie erwartet. Während der amerikanischen Sitzung fiel der Euro dann nur noch, wodurch Händler etwa 25 Pips erzielen konnten. Die Volatilität blieb im Tagesverlauf erneut schwach.
COT-Report

Der jüngste COT-Bericht ist auf den 14. April datiert. Die Darstellung im Wochen-Chart zeigt deutlich, dass die Netto-Position der nicht-kommerziellen Trader zwar weiterhin „bullish“ ist, sich aber aufgrund der geopolitischen Ereignisse rasch verringert. Trader stoßen den Euro ab und bevorzugen den US-Dollar. Trumps Politik hat sich nicht geändert, doch der Dollar fungiert derzeit als „Reservewährung“, was eine hohe Nachfrage nach ihm sicherstellt.
Wir sehen nach wie vor keine fundamentalen Faktoren, die den Euro stärken würden, während es zahlreiche Faktoren gibt, die den US-Dollar schwächen könnten. Der Krieg im Nahen Osten hat den Dollar vorübergehend superattraktiv gemacht, doch sobald dieser Faktor seine „Haltbarkeit“ verliert, wird sich die Lage wieder normalisieren. Langfristig kann der Euro bis auf 1,06 (die Trendlinie) fallen, der Aufwärtstrend bleibt jedoch intakt. Derzeit hat sich das Paar nicht weit von der abwärts gerichteten Trendlinie entfernt, die bereits mehrfach durchbrochen wurde.
Die Positionierung der roten und blauen Linien des Indikators signalisiert ein Gleichgewicht zwischen Bullen und Bären. In der letzten Berichtswoche stieg die Zahl der Long-Positionen in der Gruppe „Non-commercial“ um 13.700, während die Zahl der Short-Positionen um 19.900 zurückging. Folglich erhöhte sich die Netto-Position im Wochenverlauf um 33.600 Kontrakte.
Analyse von EUR/USD im 1-Stunden-Chart (1H)

Im Stundenchart setzt das Währungspaar EUR/USD seinen Aufwärtstrend fort, befindet sich jedoch aktuell in einer Korrekturphase. Eine neue Eskalation im Nahen Osten könnte die Prioritäten der Trader erneut verschieben, sodass ein Rückgang des Paares nicht ausgeschlossen werden kann. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt, verschärft sich aber nicht, weshalb es nur wenige starke Gründe für eine erneute Aufwertung des US‑Dollars gibt. Aus technischer Sicht gibt es derzeit keine Grundlage dafür zu erwarten, dass das Paar unter 1,1400 fällt.
Für den 23. April heben wir die folgenden Handelsmarken hervor: 1,1362, 1,1426, 1,1542, 1,1615–1,1625, 1,1657–1,1666, 1,1750–1,1760, 1,1830–1,1837, 1,1907–1,1922 sowie die Senkou-Span-B-Linie (1,1674) und die Kijun-sen-Linie (1,1781). Die Linien des Ichimoku-Indikators können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Bestimmung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte. Vergessen Sie nicht, Ihre Stop-Loss-Order auf Break-even nachzuziehen, sobald sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt. Dies schützt vor möglichen Verlusten, falls sich das Signal als falsch herausstellt.
Am Donnerstag werden in der EU, in Deutschland und in den USA Berichte zur Geschäftstätigkeit im Dienstleistungs- und im verarbeitenden Gewerbe für April veröffentlicht. Es sei daran erinnert, dass die amerikanischen Indizes nur eine geringe Bedeutung haben und der Markt makroökonomischen Daten derzeit generell wenig Beachtung schenkt. Daher könnte die Volatilität am Donnerstag gering bleiben und die Korrektur andauern.
Handelsempfehlungen:
Am Donnerstag können Trader in Short-Positionen bleiben, nachdem sich der Kurs unterhalb des Bereichs 1,1750–1,1760 gefestigt hat, mit Zielen an der Trendlinie und der Senkou-Span-B-Linie. Long-Positionen können bei einem Abprall von der Trendlinie oder der Senkou-Span-B-Linie mit einem Ziel im Bereich 1,1750–1,1760 eröffnet werden.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
Unterstützungs- und Widerstandsniveaus – dicke rote Linien, an denen die Bewegung enden kann. Sie sind keine Quellen für Handelssignale.
Kijun-sen- und Senkou-Span-B-Linien – Linien des Ichimoku-Indikators, die aus dem 4‑Stunden-Chart in den Stundenchart übertragen werden. Es handelt sich um starke Linien.
Extremniveaus – dünne rote Linien, an denen der Kurs zuvor abgeprallt ist. Sie sind Quellen für Handelssignale.
Gelbe Linien – Trendlinien, Trendkanäle und andere technische Formationen.
Indikator 1 in den COT-Charts – die Größe der Netto-Position jeder Händlerkategorie.
