
Das Währungspaar GBP/USD bewegte sich am Mittwoch in einer engen Spanne und wies eine geringe Volatilität auf. Daher halten wir an der Einschätzung fest, dass das Paar lediglich eine technische Korrektur durchläuft. Warum konkret technisch? Das haben wir bereits am Wochenende erörtert. Alle markantesten geopolitischen Entwicklungen sind inzwischen eingepreist, und die Geopolitik rückt in den Hintergrund, da der Markt nicht unbegrenzt nur auf einem einzigen Faktor basieren kann. Gleichzeitig haben es die Trader nicht eilig, zu Makroökonomie und Fundamentaldaten zurückzukehren. So befinden wir uns in einer Pattsituation, in der die Geopolitik nicht stark genug ist, um eine Bewegung nach Süden oder Norden auszulösen, und der Markt alle anderen Faktoren ignoriert. Daher handelt es sich um eine technische Korrektur.
Am Dienstag und Mittwoch wurden im Vereinigten Königreich mindestens zwei wichtige Berichte veröffentlicht. Dennoch blieb jegliche Marktreaktion aus. Entscheidend ist dabei nicht der übliche Verlauf, sondern gerade das Ausbleiben einer Reaktion. Beginnen wir mit der Arbeitslosenquote. Diese sank im März von 5,2 % auf 4,9 %. Sie werden zustimmen, dass es nicht alltäglich ist, wenn die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Monats um 0,3 Prozentpunkte zurückgeht. Folglich hatte die britische Währung bereits am Dienstag eine starke Chance, ihre Aufwärtsbewegung fortzusetzen. Das geschah jedoch nicht, weil der Markt weiterhin makroökonomische Daten ignoriert. Und erneut versuchen Analysten, jede Bewegung – oder ihr Ausbleiben – zu erklären, was einen grundlegenden Fehler darstellt.
Viele Experten vergessen, dass ein fundamentales oder makroökonomisches Ereignis keine Anweisung an den Markt ist, zwingend in eine bestimmte Richtung zu handeln, die man nicht ignorieren könnte. Trader können darauf reagieren oder es nach eigenem Ermessen ignorieren. Wenn für sie die Geopolitik momentan wichtiger ist, kann sie niemand dazu zwingen, zu handeln. Wenn der Markt pausiert, kann ihn niemand zum Handeln zwingen. Daher besteht keine Notwendigkeit, in den britischen Berichten nach einem „Haar in der Suppe“ zu suchen, um das Ausbleiben eines Anstiegs des Pfunds zu erklären, oder umgekehrt nach einem „Tropfen Honig“, um den Mangel an Rückgang zu rechtfertigen.
Der Inflationsbericht zeigte, dass die Verbraucherpreise nur um 3,3 % stiegen, während die Kerninflation sogar nachließ. Da der tatsächliche Wert den Prognosen entsprach, hätte es keine Marktreaktion geben sollen. Dennoch ist festzuhalten, dass viele Trader mit einem deutlich stärkeren Inflationsanstieg gerechnet hatten. In Europa beispielsweise beschleunigte sich der Verbraucherpreisindex im März um 0,7 %, in den USA stieg er um 0,9 %. Vor diesem Hintergrund wirkten die +0,3 % im Vereinigten Königreich eher enttäuschend. Eine derart schwache Beschleunigung liefert Argumente für den Verkauf des Britischen Pfunds, da in Großbritannien die Hoffnung wächst, dass der Konflikt im Nahen Osten nur begrenzte Auswirkungen auf die Wirtschaft haben wird. Das Vereinigte Königreich verfügt in ausreichendem Maß über eigene Energieressourcen und kann daher mit inflationsbedingten Belastungen besser umgehen. Somit kann sich die Bank of England zum jetzigen Zeitpunkt leisten, die Lage weiter zu beobachten, ohne die Geldpolitik zu straffen. Doch selbst dieser Faktor spielt für die Trader kaum eine Rolle. Es bleibt weiterhin eine technische Korrektur.
Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares betrug in den letzten fünf Handelstagen 72 Pips. Für das Pfund/US‑Dollar‑Paar gilt dieser Wert als „durchschnittlich“. Am Donnerstag, den 23. April, erwarten wir Bewegungen innerhalb einer Spanne, die durch die Niveaus 1,3434 und 1,3572 begrenzt wird. Der obere Kanal der linearen Regression ist nach unten gerichtet, was auf einen Abwärtstrend hindeutet. Der CCI‑Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, was auf eine bevorstehende Abwärtskorrektur hinweist.
Nächste Unterstützungsniveaus:
- S1 – 1,3489
- S2 – 1,3428
- S3 – 1,3367
Nächste Widerstandsniveaus:
- R1 – 1,3550
- R2 – 1,3611
- R3 – 1,3672
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD setzt seine Erholung nach zwei „Monaten der Geopolitik“ fort. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US‑Wirtschaft ausüben, daher rechnen wir 2026 nicht mit einem Wachstum der US‑Währung. Long‑Positionen mit einem Ziel bei 1,3916 und höher bleiben somit aktuell, solange sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, können aus technischer Sicht Short‑Positionen mit Zielen bei 1,3428 und 1,3367 in Betracht gezogen werden. In den vergangenen Wochen hat sich die britische Währung erholt, und der Einfluss der Geopolitik auf den Markt nimmt ab.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
Lineare Regressionskanäle helfen dabei, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in die gleiche Richtung zeigen, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
Murray‑Level sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätswerte den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag bewegen wird;
Der CCI‑Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) deutet darauf hin, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung bevorstehen kann.
