Gestern schlossen die Aktienindizes im Minus. Der S&P 500 fiel um 0,41 %, während der Nasdaq 100 um 0,89 % nachgab. Der Dow Jones Industrial Average verlor 0,36 %.
Die Märkte wurden von einer neuen Welle der Volatilität erfasst, ausgelöst durch eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten. Die Indizes gaben deutlich nach und spiegelten die wachsende Besorgnis der Anleger über die weitere Entwicklung wider. Gleichzeitig schossen die Ölpreise in die Höhe. Dieser Anstieg steht in direktem Zusammenhang mit der Gefahr einer längerfristigen Schließung der Straße von Hormus, der entscheidenden Route für den weltweiten Energiehandel.

Die zunehmenden geopolitischen Spannungen lassen erhebliche Störungen der Energieversorgung immer wahrscheinlicher werden. In der Straße von Hormus, durch die ein großer Teil der weltweiten Ölexporte transportiert wird, ist es bereits zu Einschränkungen gekommen, die ein deutliches Angebotsdefizit verursacht haben. Eine anhaltende Schließung würde die Ölpreise weiter in die Höhe treiben und die Weltwirtschaft belasten, das Wachstum bremsen und die Inflation beschleunigen.
Die erneute Konfrontation hat den Brent-Preis bereits auf über 105 US-Dollar steigen lassen. Befürchtungen, dass Friedensgespräche ins Stocken geraten sind, zusammen mit zunehmenden militärischen Drohungen, begrenzen das Aufwärtspotenzial für Aktienindizes und andere Risikoanlagen.
Gestern befahl Präsident Donald Trump den US-Seestreitkräften, auf jedes Schiff zu feuern, das Minen in der Meerenge auslegt, während US-Stellen meldeten, sie hätten zwei Supertanker abgefangen, die versucht hätten, Maßnahmen zur Verhinderung von Ein- und Ausfahrten in iranische Häfen zu umgehen.
Später am selben Tag sagte Trump, dass Irans Infrastruktur zusammenbrechen werde, wenn das Land kein Öl liefere. Er erklärte außerdem, Iran wolle ein Abkommen und die USA stünden in Gesprächen mit Teheran. Der US-Präsident warnte die Amerikaner davor, für einige Zeit mit höheren Benzinpreisen zu rechnen.
Unterdessen berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr, dass in Teilen Teherans Luftverteidigungssysteme aktiviert worden seien, um feindliche Ziele abzuwehren. Die halbamtliche Agentur Fars erklärte, dieser Schritt sei eine Reaktion auf die Aktivität kleiner Drohnen.
All dies unterstreicht die Unsicherheit in den diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Seiten. Die anhaltende Unklarheit in Bezug auf die Straße von Hormus ist besonders besorgniserregend. Das Fehlen eines klaren Plans zur Wiedereröffnung der Wasserstraße erhöht die Unsicherheit und setzt Risikoanlagen unter Druck.

Was das technische Bild des S&P 500 angeht, besteht die Hauptaufgabe der Käufer heute darin, den nächsten Widerstandsbereich bei 7.125 USD zu überwinden. Das würde dem Index Aufwärtsdynamik verleihen und könnte den Weg für einen Anstieg auf 7.138 USD ebnen. Ebenfalls vorrangig für die Bullen ist die Kontrolle oberhalb von 7.156 USD, was die Position der Käufer stärken würde. Kommt es angesichts einer nachlassenden Risikobereitschaft zu einer Abwärtsbewegung, müssen die Käufer den Bereich um 7.106 USD verteidigen. Ein Durchbruch unter dieses Niveau würde das Instrument rasch zurück auf 7.087 USD drücken und könnte den Weg bis 7.066 USD freimachen.
