Im Stundenchart ist das GBP/USD-Paar am Donnerstag erneut vom Widerstandsbereich 1,3513–1,3539 abgeprallt, hat zugunsten des US-Dollars gedreht und mit einem Rückgang in Richtung der nächstgelegenen Unterstützungszone bei 1,3428–1,3437 begonnen. Ein erneuter Abprall aus diesem Bereich würde eine Umkehr zugunsten des Pfunds ermöglichen und einen Anstieg in Richtung 1,3513–1,3539 begünstigen. Ein Ausbruch und eine anschließende Konsolidierung unterhalb von 1,3428–1,3437 würden die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung der nächsten Zone bei 1,3325–1,3352 erhöhen.

Die Wellensituation bleibt „bullish“. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch durchbrochen, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief nicht unterschritten hat. Die Geopolitik verschaffte den Bären fast zwei Monate lang einen nahezu vollständigen Vorteil am Markt, danach unterstützte der geopolitische Hintergrund die Bullen für zwei Wochen. Derzeit ist die Lage im Nahen Osten widersprüchlich, weshalb sich die Trader in einer Art Pausenmodus befinden. Um den Aufwärtstrend zu brechen, wären zwei Abwärtswellen oder ein Durchbruch unter das Tief vom 6. April erforderlich.
Der Nachrichtenhintergrund am Donnerstag und Freitag verschaffte den bullish eingestellten Tradern vier Chancen zum Angriff. Dennoch gelang es ihnen nicht, den Widerstandsbereich von 1,3513–1,3539 zu überwinden, und sie ignorierten den gesamten wirtschaftlichen Nachrichtenfluss aus dem Vereinigten Königreich. Bereits zu Beginn der Woche waren wichtige Berichte zu Arbeitslosigkeit und Inflation veröffentlicht worden, die ebenfalls keine Reaktion der Trader auslösten. Somit hatten die Einkaufsmanagerindizes (PMI) und die Daten zum Einzelhandel von vornherein nur sehr geringe Chancen, eine Marktreaktion auszulösen. Nichtsdestotrotz stieg der zusammengefasste Index im April auf 52 Punkte, der Dienstleistungssektor auf 52 und der Verarbeitende Sektor auf 53,6. Sämtliche Veröffentlichungen fielen besser aus als erwartet. Heute Morgen wurde zudem gemeldet, dass das Volumen der Einzelhandelsumsätze im März gegenüber dem Vormonat um 0,7 % und im Jahresvergleich um 1,7 % zulegte und damit ebenfalls über den Markterwartungen lag. Doch keines dieser Daten half der britischen Währung in irgendeiner Weise. Der Markt ignoriert weiterhin alle Nachrichten, die nicht mit Geopolitik zu tun haben, und bleibt selbst innerhalb geopolitischer Entwicklungen äußerst selektiv.
Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb eines abwärtsgerichteten Trendkanals stabilisiert, was die Erwartung eines voll ausgeprägten Trends zulässt. Nach der Ausbildung einer bärischen Divergenz im CCI-Indikator drehte das Paar zugunsten des US-Dollars und konsolidierte sich unterhalb des 38,2%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,3540. Anschließend gerieten die Kurse jedoch in eine Spanne zwischen 1,3482 und 1,3540 und setzten den Rückgang erst gestern wieder fort. Auf dem Stunden-Chart ist das Kursmuster derzeit klarer erkennbar, daher ist es ratsam, Entscheidungen auf dieser Zeitebene zu basieren. Heute sind keine neuen aufkommenden Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche etwas weniger bärisch geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 7.603, während die Short-Positionen um 5.973 zunahmen. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun in etwa bei 55.000 gegenüber 110.000. Sechs Wochen in Folge haben Non-commercial-Trader aktiv Short-Positionen aufgebaut und Long-Positionen abgebaut, was zu einem deutlichen Ungleichgewicht geführt hat. In den letzten Wochen hatten die Bären die Oberhand, was angesichts der geopolitischen Lage nicht verwundert.
Ich glaube weiterhin nicht an einen langfristigen Abwärtstrend beim Pfund, doch mittlerweile hängt alles nicht mehr von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Krieges im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hatte sich der Markt auf eine mögliche Deeskalation eingestellt, doch die jüngsten Nachrichten deuten darauf hin, dass ein vollständiger Waffenstillstand weiterhin in weiter Ferne liegt und der Konflikt jederzeit wieder aufflammen kann. In diesem Fall könnte der Vorteil der Bären noch größer werden.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- UK – Einzelhandelsumsätze (06:00 UTC)
- US – University of Michigan Consumer Sentiment Index (14:00 UTC)
Am 24. April stehen im Wirtschaftskalender nur zwei Veröffentlichungen, die – wie die meisten Berichte in dieser Woche – erneut vom Markt weitgehend ignoriert werden könnten. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung dürfte am Freitag daher erneut sehr gering ausfallen.
GBP/USD Prognose und Trading-Tipps:
Verkaufsmöglichkeiten ergaben sich nach einem Rückprall vom Bereich 1,3513–1,3539 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,3428–1,3437. Diese Short-Positionen können heute weiterhin gehalten werden. Neue Short-Einstiege können nach einem Schlusskurs unterhalb von 1,3428–1,3437 mit einem Ziel bei 1,3325–1,3352 in Betracht gezogen werden. Kaufgelegenheiten können sich nach einem Rückprall von 1,3428–1,3437 mit einem Ziel bei 1,3513–1,3539 ergeben.
Die Fibonacci-Retracements sind im Stundenchart von 1,3866 bis 1,3158 und im 4-Stunden-Chart von 1,3012 bis 1,3868 gezogen.
