
Das Währungspaar USD/JPY fiel deutlich unter die runde Marke von 160,00, obwohl die Japanische Währung durch steigende wirtschaftliche Risiken aufgrund der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten unter Druck stand.
Der Rückgang wurde durch wachsende Erwartungen einer möglichen Währungsintervention der japanischen Behörden ausgelöst, um eine weitere Abwertung des Yen zu begrenzen. Zuvor am Dienstag beließ die Bank of Japan ihren Leitzins bei 0,75 %, doch die Entscheidung fiel mit geteilter Abstimmung (6–3) aus. Drei Vorstandsmitglieder stimmten für eine Straffung der Geldpolitik, und die Inflationsprognosen wurden nach oben revidiert, sodass die Möglichkeit einer Zinserhöhung im Juni oder Juli bestehen bleibt.
Die anfängliche Unterstützung für den Yen erwies sich jedoch als nur von kurzer Dauer. Der Markt bleibt angesichts der Belastungen für die Lieferketten durch die Straße von Hormus über die wirtschaftlichen Perspektiven Japans besorgt. In den vergangenen Wochen ist die Schifffahrt auf dieser strategisch wichtigen Route aufgrund der von Iran verhängten Beschränkungen sowie einer Seeblockade iranischer Häfen durch die Vereinigten Staaten deutlich zurückgegangen. Am Mittwoch bestätigte der US-Präsident Donald Trump, dass die Blockade in Kraft bleiben werde, bis Iran den vorgeschlagenen Bedingungen des Abkommens zustimmt.
Zusätzlicher Druck entstand durch Aussagen japanischer Regierungsvertreter. Finanzministerin Satsuki Katayama signalisierte Bereitschaft zu entschlossenem Handeln am Devisenmarkt, während der führende Währungsdiplomat Atsushi Mimura auf eine Koordinierung mit den Vereinigten Staaten im Rahmen der im vergangenen September getroffenen Vereinbarung hinwies. Diese Signale lösten intraday Short-Eindeckungen im Yen aus.
Gleichzeitig gab der US-Dollar von den am 13. April erreichten Hochs nach, was zu einem kräftigen Rückgang des USD/JPY um mehr als 100 Punkte von der Zone 160,70–160,75 führte. Eine deutliche Dollar-Schwäche erscheint jedoch unwahrscheinlich. Die geopolitischen Spannungen bleiben hoch, und die Verhandlungen zwischen den USA und Iran sind in einer Sackgasse angelangt. Donald Trump wies den iranischen Vorschlag zur Beilegung des Konflikts zurück, erklärte, ein Abkommen sei nur möglich, wenn Teheran sein Nuklearprogramm aufgebe, und bestätigte die Fortsetzung der Seeblockade.
Dieses Umfeld stützt weiterhin hohe Ölpreise und erhöht die Inflationsrisiken.

Ein weiterer Faktor ist der restriktive Kurs der Federal Reserve. Die Notenbank hielt den Leitzins im Bereich von 3,50 % bis 3,75 %, wobei die Zahl der abweichenden Stimmen den höchsten Stand seit 1992 erreichte: Drei Mitglieder sprachen sich gegen einen gemäßigteren Kurs aus. In der Folge passten die Märkte ihre Erwartungen an, reduzierten die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Lockerung im Jahr 2026 deutlich und preisten sogar eine Wahrscheinlichkeit von über 10 % für eine Zinserhöhung ein, was den Dollar stützt.

Angesichts des aktuellen fundamentalen Umfelds ist es noch zu früh, von einer kurzfristigen Top-Bildung im USD/JPY zu sprechen. Für eine bestätigte Trendumkehr wäre ein klarerer Abwärtstrend erforderlich. Händler richten ihren Fokus nun auf die anstehenden US-Konjunkturdaten, darunter die vorläufigen BIP-Zahlen für das 1. Quartal sowie den Personal Consumption Expenditures (PCE) Index, die während der nordamerikanischen Sitzung die Richtung des Währungspaars vorgeben könnten.
Aus technischer Sicht hat das Währungspaar die gestrigen Gewinne vollständig abgegeben, zeigt sich jedoch oberhalb der runden Marke von 159,00 weiterhin widerstandsfähig. Fällt der Kurs unter dieses Niveau, liegt die nächste Unterstützung am 50-Tage-SMA im Bereich von 158,50–158,60. Solange die Oszillatoren jedoch im positiven Bereich bleiben, könnten die Bullen weiterhin versuchen, ihre Positionen zu verteidigen. Der Relative Strength Index (RSI) befindet sich zudem nahe dem neutralen Bereich, was auf eine nachlassende Aufwärtsdynamik hindeutet. Rutscht er in den negativen Bereich, würden die Bären die Oberhand gewinnen.
