
Das Währungspaar USD/JPY zieht Käufer an, die den jüngsten Rückgang nach dem Fall auf das Niveau von 155,50 nutzen, um in den Markt einzusteigen. Das Paar versucht, die runde Marke von 157,00 nach oben zu durchbrechen; dieser Aufwärtsimpuls konnte jedoch bisher nicht aufrechterhalten werden. Marktteilnehmer sollten daher vorsichtig bleiben, bevor sie Positionen eröffnen in der Erwartung einer weiteren, nachhaltigen Erholung, die am Freitag begonnen hat. Zunehmende Sorgen über eine Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten stützen den US-Dollar und verleihen dem Währungspaar USD/JPY zusätzliche Stärke.

US-Präsident Donald Trump hat den Start von „Project Freedom“ bekanntgegeben, im Rahmen dessen die Vereinigten Staaten damit beginnen werden, neutrale Schiffe durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Trump betonte, dass die USA im Falle von Hindernissen mit Waffengewalt reagieren würden. Daraufhin warnte Ibrahim Azizi, Vorsitzender der iranischen Parlamentskommission für nationale Sicherheit und Außenpolitik, dass jede US-Intervention in dieser strategisch wichtigen Wasserstraße als Verletzung des Waffenstillstands betrachtet werde.
Gleichzeitig erklärte der Präsident der Federal Reserve Bank of Minneapolis, Neel Kashkari, am Sonntag, dass der anhaltende Konflikt mit Iran Inflationsrisiken mit sich bringe und sich negativ auf die Konjunktur auswirken könne. Angesichts der Unsicherheit rund um den Konflikt schloss er Zinserhöhungen nicht aus. Diese Aussagen stützen den US-Dollar und tragen zum Anstieg des Währungspaares USD/JPY bei.
Berichte über mögliche Währungsinterventionen der japanischen Behörden im Mai – als rund 5,4 Billionen Yen (etwa 34,5 Milliarden US-Dollar) zur Stützung des schwächelnden Yen eingesetzt wurden – könnten jedoch Bären davon abhalten, neue Positionen gegen die japanische Währung zu eröffnen und damit das weitere Aufwärtspotenzial des Währungspaares begrenzen.
Was den Ausblick betrifft, werden am Montag keine wichtigen Konjunkturdaten aus den USA erwartet, die den Markt beeinflussen könnten; daher wird das Schicksal des Dollars und des Währungspaares USD/JPY vollständig von neuen Entwicklungen in der Nahostkrise abhängen.
Angesichts des aktuellen fundamentalen Umfelds erscheint es dennoch sinnvoll, auf eine Bestätigung in Form aktiver Käufe zu warten, bevor man von einer kurzfristigen Bodenbildung des Kurses ausgeht und Long-Positionen eröffnet.
Aus technischer Sicht bleiben die Oszillatoren negativ und bestätigen damit die Schwäche der Bullen. Die Bullen müssen sich oberhalb von 157,00 etablieren und den 50-Tage-SMA überwinden, um eine Chance zu erhalten, die Kontrolle zu übernehmen.
