
Für den US‑Dollar könnte die laufende Woche entweder ein Fehlschlag oder durchaus positiv werden. Alle wichtigsten Ereignisse werden erneut mit den USA zusammenhängen, und alle entscheidenden Veröffentlichungen kommen aus den USA. Beginnen wir mit der Geopolitik. Am Montag wurde bekannt, dass sich die Lage in der Straße von Hormus erneut zuspitzt. Iran hat zwei Raketenangriffe auf ein amerikanisches Kriegsschiff gestartet, das versuchte, die Straße von Hormus zu durchqueren. Laut Berichten aus Iran wurde an das Schiff ein Warnsignal gesendet, das ignoriert wurde. Daraufhin feuerte Teheran zwei Raketen auf den Zerstörer ab. Derzeit ist unklar, ob das Schiff versenkt wurde, da Iran von einem Treffer auf das Ziel berichtete, während Washington erklärte, das Schiff sei unbeschädigt geblieben. Offen gesagt neige ich dazu, Teheran zu glauben, aber es ist natürlich besser, Washington zu glauben.
Wenn Teheran den amerikanischen Zerstörer tatsächlich versenkt hat, bedeutet dies, dass Raketenangriffe auf Iran in naher Zukunft wahrscheinlich wiederaufgenommen werden. Wenn das amerikanische Schiff unbeschädigt ist, besteht Hoffnung auf eine Fortsetzung der Verhandlungen, auch wenn diese sehr wenig effektiv sein dürften. Auf jeden Fall werden wir in dieser Woche bedeutende geopolitische Nachrichten sehen, und der Markt wird zumindest auf einen Teil davon reagieren, so wie am Montag.
Es wird außerdem eine beträchtliche Anzahl wirtschaftlicher Berichte geben. Am Dienstag werden der ISM‑Index für die Aktivität im Dienstleistungssektor und der JOLTs‑Bericht für März zu offenen Stellen veröffentlicht. Ich halte den JOLTs‑Bericht nicht für besonders wichtig, aber er ist dennoch Teil des Pakets an Arbeitsmarktdaten, das für das Federal Reserve von entscheidender Bedeutung ist. Zur Erinnerung: Der FOMC könnte für eine Straffung der Geldpolitik stimmen, wenn sich der Arbeitsmarkt auf das frühere Niveau erholt. Allerdings würde ich nicht erwarten, dass dies in absehbarer Zeit geschieht, selbst wenn die Daten in dieser Woche nicht enttäuschen. Die Erholung des US‑Arbeitsmarktes wird lange dauern, ebenso wie die Wiederherstellung der Öllieferungen aus dem Nahen Osten. Derzeit ist weiterhin unklar, ob sich der US‑Arbeitsmarkt überhaupt erholt.
Am Mittwoch wird der ADP-Beschäftigungsbericht veröffentlicht. Dieser Bericht ist jedoch weder besonders präzise noch für den Markt maßgeblich. Er dient eher als ergänzender Indikator für die Nonfarm Payrolls. Und am Freitag sehen wir dann, worauf alle Trader jeden Monat warten: den Arbeitsmarktbericht und die Nonfarm Payrolls. Diesmal wird erwartet, dass die Arbeitslosenquote bei 4,3 % bleibt, während für die neu geschaffenen Stellen ein Wert von 60.000 prognostiziert wird. Natürlich werden die tatsächlichen Werte abweichen …
Wellenbild für EUR/USD:
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin im aufwärtsgerichteten Trendabschnitt (unteres Bild) befindet und sich kurzfristig in einer Korrekturstruktur bewegt. Das Korrekturwellenmuster wirkt weitgehend abgeschlossen und könnte nur dann eine komplexere, ausgedehntere Form annehmen, wenn sich die geopolitische Lage im Nahen Osten in dieser Woche nicht weiter verschlechtert. Andernfalls könnte sich von den aktuellen Niveaus aus ein neuer abwärtsgerichteter Trendabschnitt entwickeln. Wir haben die Korrekturwelle gesehen, und ich erwarte von den aktuellen Niveaus aus weitere Anstiege des Instruments mit einem Zielbereich um die 19er-Marke.
Wellenbild für GBP/USD:
Das Wellenmuster für das Instrument GBP/USD ist im Zeitverlauf – wie von mir erwartet – klarer geworden. Jetzt sehen wir in den Charts eine deutlich erkennbare fünfwellige Aufwärtsstruktur, die in Kürze abgeschlossen sein könnte. Trifft dies zu, ist in der Folge mit der Ausbildung eines Korrekturwellenmusters zu rechnen. Das Basisszenario für die kommenden Tage ist daher ein Anstieg in den Bereich der 37er-Marke. Alles Weitere wird von den geopolitischen Rahmenbedingungen abhängen.
Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu prognostizieren und ändern sich häufig.
- Wenn keine ausreichende Sicherheit im Markt besteht, ist es besser, nicht einzusteigen.
- Es gibt niemals 100 % Gewissheit über die Bewegungsrichtung. Denken Sie immer daran, schützende Stop-Loss-Orders zu verwenden.
- Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.
