
Heute, am Donnerstag, setzte das Währungspaar EUR/USD seine Aufwärtsbewegung fort und profitierte von der Schwäche des US-Dollars.
Der US-Dollar fällt weiter und steht unter Druck durch die Hoffnung auf eine friedliche Beilegung des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, trotz ermutigender Arbeitsmarktdaten. So zeigte insbesondere der ADP-Bericht, dass die Beschäftigung im Privatsektor im April um 109.000 Stellen zunahm und damit deutlich über der revidierten Zahl von 61.000 Stellen aus dem Vormonat lag. Dennoch wurde dieser positive Faktor durch den allgemeinen Optimismus hinsichtlich einer möglichen Vereinbarung, die den Konflikt mit dem Iran beenden könnte, aufgewogen.
Am Mittwoch äußerte US-Präsident Donald Trump zuversichtlich, dass die Verhandlungen in den vergangenen 24 Stunden deutliche Fortschritte gemacht hätten, und fügte hinzu, dass der Iran offenbar bereit sei, ein Abkommen zu schließen. Darüber hinaus berichtete Axios unter Berufung auf zwei US-Regierungsbeamte, dass das Weiße Haus kurz vor der Unterzeichnung eines einseitigen Memorandum of Understanding mit dem Iran stehe, das auf eine Lösung des Konflikts abzielt. Diese Entwicklungen, zusammen mit der Abschwächung der zuvor ausgeprägt restriktiven Erwartungen in Bezug auf die Politik der US-Notenbank Federal Reserve, untergraben die Rolle des Dollars als Reservewährung und stützen gleichzeitig das Währungspaar EUR/USD.
Laut dem CME FedWatch Tool der CME Group preisen Händler jedoch weiterhin die Möglichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve vor Jahresende ein. Zudem bewerten Investoren die Wahrscheinlichkeit eines Friedensabkommens zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten neu, vor dem Hintergrund schwerwiegender Differenzen über das iranische Atomprogramm. Diese Unsicherheit hält die Marktteilnehmer in Alarmbereitschaft und könnte den US-Dollar stützen, was zur Vorsicht beim Eingehen riskanter Long-Positionen im Währungspaar EUR/USD und bei der Planung einer weiteren Aufwertung der Gemeinschaftswährung mahnt.
Auf der Suche nach neuen Marktimpulsen sollte der Fokus auf makroökonomischen Daten liegen, insbesondere auf dem Challenger-Bericht zu Stellenstreichungen in den USA sowie den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung. Hauptaugenmerk bleibt jedoch auf dem am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht Nonfarm Payrolls (NFP). Zudem könnten neue Entwicklungen in der Krise im Nahen Osten die Volatilität weiter anheizen, was sich wiederum auf die Dynamik des US-Dollars auswirkt und zusätzliche Handelschancen für das Währungspaar EUR/USD schafft.
Aus technischer Sicht bleiben die Oszillatoren positiv, und die Bullen behalten die Oberhand; das nächstgelegene Ziel ist die wichtige psychologische Marke von 1,1800. Unterstützung bietet die 20-Tage-SMA. Zudem ist zu beachten, dass die 200-Tage-SMA seitwärts verläuft, was darauf hindeutet, dass das Währungspaar über einen längeren Zeitraum in einer Seitwärtsrange handeln könnte.
