
Daher braucht der US-Präsident die Federal Reserve dringend dazu, die Zinsen zu senken, was die Wirtschaft ankurbeln würde. Ich möchte auch daran erinnern, dass die Amerikaner nicht vergessen haben, wie sie im vergangenen Jahr vom US-Staat de facto zwischen 150 und 300 Milliarden Dollar „gekostet“ wurden. Zölle wurden eingezogen und später für rechtswidrig erklärt, aber niemand plant, sie zurückzuzahlen. Und Donald Trump hat bereits neue Zölle eingeführt und bereitet sich darauf vor, den Handelskrieg im Jahr 2026 fortzusetzen.
Damit wird in den kommenden Monaten der entscheidende Faktor für den Dollar der Zustand des US-Arbeitsmarktes und die Geldpolitik der Fed sein. Über den Arbeitsmarkt braucht man nicht zu spekulieren. Es geht lediglich darum, die Daten zu den Nonfarm Payrolls und den Arbeitslosenquoten zu beschaffen und sie ohne Voreingenommenheit auszuwerten. Wie allerdings Trump oder Warsh das FOMC davon überzeugen wollen, den Zyklus der geldpolitischen Lockerung wieder aufzunehmen, ist die spannendste Frage.
Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hat unter recht zweifelhaften Umständen die Chefin der Fed, Adrienne Kugler, ihren Posten aufgegeben. Ihren Platz hat Stephen Miran eingenommen – ein Name, der bei vielen ein Schmunzeln hervorruft. Miran stimmte auf jeder Sitzung für Zinssenkungen, selbst wenn er damit alleinstand. Nun könnte sich ihm Kevin Warsh anschließen. Allerdings gibt es innerhalb der Fed keine sogenannte Subordination. Einfach gesagt: Der Präsident des FOMC kann die anderen Gouverneure nicht zwingen, so abzustimmen, wie er oder Donald Trump es gerne hätten.
Am interessantesten ist, dass Jerome Powell weiterhin Vorsitzender der Fed bleiben und das gesamte FOMC beaufsichtigen wird. Das ist lediglich meine Annahme, aber wozu sonst sollte Powell im Ausschuss verbleiben? Meiner Ansicht nach wird er als eine Art „Schattenführer“ fungieren. Formal wird die Zentralbank von Warsh geleitet, in der Praxis jedoch von Powell. Daher werden im besten Fall nur zwei der zwölf Fed-Gouverneure für eine Zinssenkung stimmen.

Was kann Trump in diesem Fall tun? Dasselbe wie im vergangenen Jahr: versuchen, all jene Politiker auszutauschen, die seiner Vorstellung von Geldpolitik nicht folgen. Allerdings ist es ihm nicht einmal vor Gericht gelungen, Lisa Cook abzusetzen. Auch Powell nicht, gegen den das Justizministerium sämtliche Anklagepunkte fallengelassen hat. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Trump sich gegenüber der Fed durchsetzt, praktisch gleich null. Nur ein Rückgang der Inflation in den USA wird es dem Präsidenten ermöglichen, niedrige Zinsen zu erreichen. In den ersten Monaten des Jahres 2026 hat Trump alles getan, damit die Inflation deutlich über das Zielniveau der Fed ansteigt.
Wellenbild von EUR/USD:
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument sich weiterhin im aufwärts gerichteten Trendabschnitt befindet (wie im unteren Bild dargestellt) und sich kurzfristig in einer korrektiven Struktur bewegt. Das Korrekturwellenmuster wirkt weitgehend abgeschlossen und könnte nur dann eine komplexere, verlängerte Form annehmen, wenn sich die geopolitische Lage im Nahen Osten nicht weiter verschlechtert. Andernfalls könnte sich von den aktuellen Niveaus aus ein neuer abwärts gerichteter Trendabschnitt ausbilden. Wir haben eine Korrekturwelle gesehen, und ich erwarte von den derzeitigen Niveaus aus eine neue Aufwärtsbewegung mit Zielen im Bereich der 1,19er Marke.
Wellenbild von GBP/USD:
Das Wellenbild des GBP/USD-Instruments ist im Laufe der Zeit, wie von mir erwartet, klarer geworden. Aktuell sehen wir in den Charts eine deutliche fünfwellige Aufwärtsstruktur, die bald abgeschlossen sein könnte. Trifft dies zu, ist mit der Ausbildung eines korrektiven Wellenmusters zu rechnen. Das Basisszenario für die kommenden Tage ist daher ein Anstieg in Richtung der 1,37er Marke. Was danach geschieht, hängt von den geopolitischen Rahmenbedingungen ab. Auf eine impulsive Abwärtsstruktur folgte eine impulsive Aufwärtsbewegung, was darauf hindeutet, dass sich das Instrument möglicherweise erst am Anfang eines aufwärts gerichteten Abschnitts eines übergeordneten Trends befindet.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu interpretieren und ändern sich häufig.
- Wenn unklar ist, was am Markt geschieht, ist es besser, gar nicht erst einzusteigen.
- Es kann niemals 100-prozentige Sicherheit über die Bewegungsrichtung geben. Denken Sie daher immer daran, schützende Stop-Loss-Orders zu verwenden.
- Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.

