
Heute, am Freitag, behauptet Gold (XAU/USD) seinen Aufwärtsschwung und notiert in der Nähe des am Vortag erreichten höchsten Stands seit mehr als zwei Wochen. Trotz der erneut aufgeflammten Spannungen in der Straße von Hormus scheinen die Marktteilnehmer auf ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und Iran zu setzen. Dies hat zu einem weiteren Rückgang der Ölpreise geführt, wodurch Inflationsrisiken nachlassen und die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank sinken. Infolgedessen begrenzt dieses Umfeld die Aufwertung des US-Dollars und wirkt als einer der Schlüsselfaktoren, die den Goldpreis stützen.

Am Donnerstag meldete das U.S. Central Command Angriffe auf iranische Militäreinrichtungen, die angeblich an Attacken auf Schiffe beteiligt waren, die die strategisch wichtige Meerenge passieren. Zuvor hatte der Iran den USA vorgeworfen, den Waffenstillstand verletzt zu haben, indem sie mehrere Ziele in der Region der Meerenge angegriffen hätten. Gleichzeitig betonte der US-Präsident Donald Trump, dass der Waffenstillstand mit dem Iran weiterhin in Kraft sei und fügte hinzu, dass ein mögliches Ende desselben unübersehbar wäre. Zudem erklärten die USA, sie hätten keine Absicht weiterer Eskalation, was den US-Dollar schwächte und zum Anstieg des Goldpreises beitrug. Unterdessen verhinderten die jüngsten Entwicklungen, dass sich die Ölpreise die gesamten während des Donnerstagshandels erzielten Zugewinne sichern konnten, wenngleich der Abwärtsdruck aufgrund der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit begrenzt bleibt.

Außerdem warnte Trump, dass die USA deutlich größere und härtere Angriffe starten könnten, falls der Iran in naher Zukunft nicht bereit ist, ein Abkommen zu unterzeichnen. Gleichzeitig führen robustes Wirtschaftswachstum und Inflationsrisiken dazu, dass Anleger ihre Erwartungen für Zinssenkungen der Fed auf Ende 2027 oder Anfang 2028 verschieben. Dies könnte eine weitere Schwächung des US-Dollars begrenzen und das Aufwärtspotenzial von Gold dämpfen, insbesondere im Vorfeld der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten.
Der wichtige Bericht zu den Nonfarm Payrolls (NFP) wird später während der nordamerikanischen Sitzung veröffentlicht; Ökonomen erwarten, dass die Wirtschaft im April rund 62.000 neue Stellen geschaffen hat. Dies würde eine deutliche Abschwächung im Vergleich zur März-Zahl von 178.000 bedeuten. Unterdessen wird damit gerechnet, dass die Arbeitslosenquote bei 4,3 % verbleibt, während für die durchschnittlichen Stundenlöhne ein Anstieg um 3,8 % im Jahresvergleich prognostiziert wird. Diese Indikatoren werden die Erwartungen hinsichtlich der künftigen Schritte der Fed weiter prägen, was wiederum die Entwicklung des US-Dollars beeinflussen und einen neuen Kurs für die Goldpreise vorgeben dürfte.
Aus technischer Sicht behält das Paar XAU/USD eine bullische Tendenz bei, da der Relative-Stärke-Index (RSI) auf dem Tageschart in den positiven Bereich vorgedrungen ist.
Zugleich versuchen die Preise, sich über dem 20-Tage-SMA zu halten, der sich in der Nähe der runden Marke von 4.700 US-Dollar befindet. Das nächste Ziel wäre das Zusammenfallen des 50-Tage- und des 100-Tage-SMA knapp unterhalb der runden Marke von 4.800 US-Dollar.
Fallen die Preise jedoch unter den 20-Tage-SMA, könnte sich Unterstützung am 9-Tage-EMA zeigen, gefolgt von der runden Marke von 4.600 US-Dollar, was jedoch das bärische Momentum verstärken würde.
