
Die britische Währung setzt ihren Anstieg innerhalb einer Aufwärtswellenstruktur fort. Da die fünfte Welle bisher noch keine klare impulsive Struktur ausgebildet hat, betrachte ich sie nicht als abgeschlossen und rechne mit einer weiteren Fortsetzung. Auch das Instrument EUR/USD könnte weiter steigen, da sein Aufwärtssatz ebenfalls noch nicht abgeschlossen wirkt. Es ist äußerst wichtig, dass sich die Erwartungen und Wellenzählungen sowohl beim britischen Pfund als auch beim Euro decken.
Leider wird ein großer Teil der Dynamik in der kommenden Woche von geopolitischen Nachrichten abhängen. Am Wochenende wurde berichtet, dass in den nächsten Tagen in Pakistan eine zweite Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA stattfinden könnte. Zur Erinnerung: Bereits eine Woche zuvor hätten sich die Parteien persönlich treffen sollen, doch Teheran sagte das Treffen aufgrund der Blockade der Straße von Hormus und der iranischen Häfen durch amerikanische Kriegsschiffe mehrmals ab. Nun soll Teheran Insidern zufolge zu einem persönlichen Treffen bereit sein. Ob man diesen Insidern Glauben schenkt, bleibt den Tradern überlassen. Ich würde mich mit vorschnellen Schlüssen zurückhalten. Iran steht nicht nur unter einer See-, sondern auch unter einer Finanzblockade. Teheran kann sein Öl nicht nach Fernost exportieren und sucht händeringend nach alternativen Wegen für den Verkauf des „schwarzen Goldes“. Die täglich geförderten Mengen per Straßentransport oder andere Logistikwege zu bewegen, ist jedoch äußerst schwierig. Daher läuft Trumps Finanzblockade Insidern und Gerüchten zufolge derzeit auf Hochtouren.
Kommt es zu einem neuen Treffen, könnte dies das Pfund dabei unterstützen, seine Aufwärtswellenstruktur weiter auszubauen. Allerdings gibt es in der kommenden Woche nur sehr wenige bedeutende Konjunkturtermine. Erst am Donnerstag veröffentlicht Großbritannien Daten zum BIP des ersten Quartals und zur Industrieproduktion. Die britische Wirtschaft könnte im ersten Quartal um 0,3–0,6 % wachsen, was angesichts der schwachen Wachstumsraten der vergangenen Jahre beachtlich wäre. Im Gegenzug könnte die Industrieproduktion im März rückläufig sein, doch ich möchte betonen, dass die Konjunktur derzeit nicht das Hauptthema für die Marktteilnehmer ist.
Daher erwarte ich für das GBP/USD-Instrument in der nächsten Woche einen weiteren Anstieg und werde geopolitische Nachrichten sehr aufmerksam verfolgen. Je mehr positive Gerüchte und Meldungen auftauchen, desto leichter wird es dem Markt fallen, die Nachfrage nach dem britischen Pfund zu erhöhen. Ich halte es für durchaus realistisch, dass es relativ problemlos die 37er-Marke erreicht. Anschließend sollte es mindestens zu einer einwelligen Korrektur kommen, falls sich das Aufwärtssegment des Trends in eine längere und komplexere Form entwickelt. Derzeit sehe ich keine Grundlage für ein abwärtsgerichtetes Trendsegment.
Wellenbild von EUR/USD:
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin im Aufwärtssegment des Trends befindet (wie im unteren Bild dargestellt) und sich kurzfristig innerhalb einer korrektiven Struktur bewegt. Der Korrektursatz wirkt recht vollständig und könnte eine komplexere, verlängerte Form annehmen. Der geopolitische Hintergrund im Nahen Osten verbessert sich weiter, was die Kauflaune stützt. Ich erwarte von den aktuellen Niveaus eine neue Aufwärtsbewegung mit einem Zielbereich um die 19er-Marke.
Wellenbild von GBP/USD:
Das Wellenbild des GBP/USD-Instruments ist im Laufe der Zeit, wie von mir prognostiziert, deutlich klarer geworden. In den Charts ist nun eine ausgeprägte fünfteilige Aufwärtsstruktur zu erkennen, die sich bald vollenden könnte. Trifft dies zu, wäre nach Abschluss der Welle 5 mit der Ausbildung eines korrektiven Wellenzyklus zu rechnen. Welle 5 könnte im Bereich von 1,3699 enden, was dem 76,4-%-Niveau auf der Fibonacci-Skala entspricht. Setzt sich die geopolitische Entwicklung in Richtung eines langfristigen Friedens fort, könnte das Aufwärtssegment des Trends eine ausgedehntere Form annehmen. Somit wird die Kombination aus Wellenstruktur und geopolitischen Faktoren das Schicksal des britischen Pfunds in den kommenden Wochen bestimmen.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu interpretieren und ändern sich häufig.
- Besteht keine Klarheit über das Marktgeschehen, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.
- Es kann niemals 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung geben. Denken Sie immer daran, schützende Stop-Loss-Orders zu verwenden.
- Die Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analysearten und Handelsstrategien kombinieren.


