
Das Währungspaar GBP/USD handelte am Montag ebenfalls recht ruhig. Zu Handelsbeginn verlor das Paar etwa 80 Pips (mehr als das EUR/USD-Paar), hatte dafür aber einen zusätzlichen Grund. Am Wochenende haben sowohl die USA als auch der Iran erneut den Waffenstillstand verletzt und gegenseitig Beschuss ausgetauscht, und eine weitere Verhandlungsrunde endete ergebnislos. Außerdem erlitt die Partei von Keir Starmer bei den Kommunalwahlen eine schwere Niederlage, wobei die Labour Party mehrere hundert Sitze in lokalen Räten verlor. Damit wurde in Großbritannien erneut die Diskussion über einen möglichen Rücktritt des Premierministers entfacht. Interessant ist die Frage, ob es in den kommenden Jahren überhaupt einem britischen Premierminister gelingen wird, seine Amtszeit regulär zu beenden.
Wir betrachten die Niederlage der Labour- und der Conservative-Partei jedoch nicht als besonders bedeutende Nachricht. Großbritannien steckt seit über einem Jahrzehnt in einer politischen Krise, was sich an den ständigen Rücktritten von Premierministern und einfachen Ministern ablesen lässt. Vor einigen Jahren wäre das Pfund zweifellos in einen neuen Abwärtstrend übergegangen; derzeit wird der Devisenmarkt jedoch von Donald Trump dominiert, der alles daransetzt, dass der US-Dollar weiter an Wert verliert. Natürlich entfacht Trump Kriege, verhängt Zölle und Sanktionen, erlässt widersprüchliche Gesetze und so weiter – nicht mit dem Ziel, den Dollar zu schwächen. Doch vermutlich empfindet der Hausherr des Weißen Hauses eine gewisse Genugtuung darüber, dass jede seiner Entscheidungen zu einem Rückgang des Wertes der Landeswährung führt.
Trump sieht nach wie vor im negativen Handelsbilanzsaldo des Landes in erster Linie die Folge eines übermäßig starken Dollars. Je teurer der Dollar, desto geringer die Nachfrage nach amerikanischen Waren im Ausland. Man kann die Logik in den Überlegungen des US-Präsidenten nicht abstreiten. Der Dollar ist tatsächlich 15 bis 16 Jahre lang gegenüber dem Euro, dem Pfund und vielen anderen Währungen weltweit gestiegen. Dieser Zyklus kann nun als abgeschlossen gelten, und seit vier Jahren läuft ein neuer Zyklus der Dollar-Abwertung. Damit wird der US-Dollar – ob schnell oder langsam – auf jeden Fall fallen, und zwar nicht nur aus technischen Gründen. Trumps Politik verringert das ausländische Interesse an der amerikanischen Wirtschaft drastisch; die Konjunktur selbst kühlt sich ab, der Hausherr des Weißen Hauses hat bereits die Hälfte der Welt gegen sich aufgebracht, und bis zum Ende seiner Amtszeit bleibt ihm genug Zeit, auch die andere Hälfte zu verprellen. Daher bleibt dem US-Dollar in den nächsten drei Jahren im Grunde nur der Weg nach unten – bis hinunter auf den Meeresgrund zu SpongeBob.
Auch die kurzfristigen Aussichten sind für den US-Dollar eher düster. Im Februar und März wurde der Dollar noch von der Geopolitik gestützt, doch dieser Faktor ist vom Markt schnell eingepreist worden, und inzwischen wird selbst ein erneut eskalierender Krieg im Nahen Osten keinen neuen Dollartrend mehr auslösen. Natürlich könnte Trump im Jahr 2026 noch fünf weitere Kriege beginnen. Warum nicht? Seinen eigenen Aussagen zufolge hat er 2025 acht Kriege beendet, da dürfte es möglich sein, ein paar neue anzufangen... All diese Aktionen würden jedoch nur den nächsten Abwertungszyklus des US-Dollars hinauszögern. Derzeit ist das britische Pfund nur 260 Pips von seinem Vierjahreshoch entfernt, obwohl der Konflikt im Nahen Osten noch längst nicht vollständig gelöst ist.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Währungspaares betrug in den letzten 5 Handelstagen 90 Pips, was für das Pfund/US‑Dollar-Paar als „durchschnittlich“ gilt. Am Dienstag, dem 12. Mai, erwarten wir Bewegungen innerhalb der Spanne zwischen 1,3553 und 1,3733. Der obere Kanal der linearen Regression hat nach oben gedreht, was auf eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends hindeutet. Der CCI-Indikator hat in letzter Zeit keine Signale generiert.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,3611
S2 – 1,3550
S3 – 1,3489
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,3672
R2 – 1,3733
R3 – 1,3794
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD setzt seine Erholung nach zwei Monaten geopolitischer Unsicherheit fort. Die Politik von Trump dürfte weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, weshalb wir im Jahr 2026 nicht mit einer Stärkung der US‑Währung rechnen. Daher bleiben Long-Positionen mit einem Ziel bei 1,3916 und darüber relevant, solange sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unter der Linie des gleitenden Durchschnitts, können aus technischer Sicht Short-Positionen mit Zielen bei 1,3489 und 1,3428 in Betracht gezogen werden. In den letzten Wochen hat sich die britische Währung erholt, und der geopolitische Faktor verliert zunehmend seinen Einfluss auf den Markt.
Erklärungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen dabei, den aktuellen Trend zu identifizieren. Zeigen beide in dieselbe Richtung, deutet dies auf einen starken Trend hin.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) zeigt den kurzfristigen Trend und die Richtung an, in die der Handel derzeit erfolgen sollte.
- Murray Levels dienen als Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) markieren auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen den wahrscheinlichen Preiskanal, in dem das Paar in den kommenden Tagen gehandelt wird.
- CCI-Indikator: Sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.
