Im Stundenchart hat sich das Währungspaar GBP/USD am Mittwoch unterhalb der Marke von 1,3513–1,3526 stabilisiert, liegt aber am Donnerstagmorgen weiterhin in dieser Spanne. Ein Schlusskurs unterhalb dieser Zone würde den Händlern daher signalisieren, dass sich die Abwärtsbewegung in Richtung der nächsten Unterstützungszone bei 1,3428–1,3437 fortsetzen könnte. Ein Schlusskurs oberhalb dieser Zone würde hingegen auf einen gewissen Aufwärtsimpuls in Richtung des 61,8%-Korrekturniveaus bei 1,3596 hindeuten.

Die Wellenstruktur bleibt bullisch. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle übertraf das vorherige Hoch nur um wenige Pips, während die letzte Abwärtswelle das vorherige Tief ebenfalls nur um wenige Punkte unterschritt – und das alles unter Seitwärtsmarktbedingungen. Die Geopolitik verschaffte den Bären zwei Monate lang nahezu vollständige Vorteile am Markt, doch anschließend veränderte sich der geopolitische Hintergrund und unterstützt nun in stärkerem Maße die Bullen. Derzeit hält die Waffenruhe zwischen Iran und den Vereinigten Staaten zwar an, doch die Situation entwickelt sich in Richtung Eskalation und langfristiger Konfrontation. In den kommenden Wochen dürften die Bullen Schwierigkeiten haben, kraftvolle Angriffe zu starten.
Der Nachrichtenhintergrund spielte am Mittwoch erneut den Bären in die Hände, da es keine positiven Signale aus dem Nahen Osten gab, während die Inflation in den Vereinigten Staaten weiter anzieht. Zur Erinnerung: Steigende Inflation ist zwar negativ für die Wirtschaft, zwingt die Zentralbank jedoch zu einer restriktiven Geldpolitik, was sich wiederum positiv auf die nationale Währung auswirkt.
Darüber hinaus hat das Vereinigte Königreich heute seinen BIP-Bericht für das erste Quartal veröffentlicht. Auf den ersten Blick wirkten die Daten recht positiv und zeigten ein Wachstum von 0,6 % gegenüber dem Vorquartal und 1,1 % im Jahresvergleich. Allerdings befinden sich die jährlichen Kennzahlen bereits seit fünf Quartalen in Folge auf dem Rückzug. Die Daten zur Industrieproduktion fielen noch schwächer aus und gingen erneut um 0,2 % zurück. Auch wenn die Erwartungen der Händler noch pessimistischer waren, kann ich in sinkenden Produktionsvolumen nichts Positives erkennen.
Was das britische Pfund derzeit stützt, ist die Tatsache, dass sich die Drohungen von Iran und den Vereinigten Staaten nicht weiter verschärft haben. Der Markt richtet seinen Fokus weiterhin stark auf die Geopolitik, während wirtschaftliche Entwicklungen eine untergeordnete Rolle spielen. Daher bestehen nach wie vor Chancen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, während das Pfund weiterhin in einer Seitwärtsbewegung gehandelt wird.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Währungspaar oberhalb des abwärts gerichteten Trendkanals konsolidiert, was auf die Möglichkeit eines ausgeprägten Aufwärtstrends hindeutet. Ein Abprall vom Unterstützungsbereich bei 1,3482–1,3514 würde es Tradern ermöglichen, mit neuen bullischen Angriffen in Richtung der Niveaus von 1,3597 und 1,3700 zu rechnen. Das Chartmuster im Stundenzeitrahmen ist derzeit aussagekräftiger, daher empfehle ich, ihm mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Aktuell sind keine sich abzeichnenden Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung in der Gruppe der „Non-commercial“-Trader hat sich in der aktuellen Berichtswoche weiter eingetrübt. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 2.996, während die Short-Positionen um 6.265 zunahmen. Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun effektiv bei 62.000 gegenüber 126.000. Sechs Wochen in Folge, im Februar und März, bauten nichtkommerzielle Marktteilnehmer aktiv Short-Positionen aus und reduzierten ihre Longs, was zu einem deutlichen Ungleichgewicht zwischen Long- und Short-Positionen geführt hat. In den vergangenen Monaten hatten die Bären die Oberhand, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überrascht.
Ich rechne weiterhin nicht mit einem langfristigen Abwärtstrend beim Pfund, aber derzeit hängt alles nicht von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hatte sich der Markt auf eine Entspannung eingestellt, doch die jüngsten Meldungen deuten darauf hin, dass ein vollständiger Waffenstillstand noch in weiter Ferne liegt und der Konflikt jederzeit wieder aufflammen kann. In diesem Fall könnte sich der Vorteil der Bären noch weiter verstärken.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- Vereinigtes Königreich — Veränderung des BIP im 1. Quartal (06:00 UTC)
- Vereinigtes Königreich — Veränderung der Industrieproduktion (06:00 UTC)
- Vereinigte Staaten — Veränderung der Einzelhandelsumsätze (12:30 UTC)
- Vereinigte Staaten — Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (12:30 UTC)
Der Wirtschaftskalender für den 14. Mai umfasst vier Termine, von denen die wichtigsten bereits veröffentlicht wurden. Der Einfluss des konjunkturellen Umfelds auf die Marktstimmung dürfte im weiteren Verlauf des Tages gering sein.
GBP/USD-Prognose und Trading-Tipps:
Verkaufsgelegenheiten boten sich nach einer Erholung vom Bereich 1,3632–1,3641 im Stundenchart mit Ziel im Bereich 1,3513–1,3526. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Short-Positionen können in Erwägung gezogen werden, nachdem der Kurs unter den Bereich 1,3513–1,3526 schließt, mit Ziel 1,3428–1,3437.
Long-Positionen können nach einem erneuten Abprall vom Bereich 1,3513–1,3526 in Betracht gezogen werden, mit Ziel 1,3632–1,3641.
Die Fibonacci-Gitter basieren sowohl im Stunden- als auch im 4-Stunden-Chart auf 1,3866–1,3158.
