
Am Donnerstag setzte das Währungspaar EUR/USD während der nordamerikanischen Sitzung seine Talfahrt den dritten Tag in Folge fort und verlor rund 0,22 %. Belastet wurde der Euro durch US-Makrodaten, die die Robustheit der Konsumnachfrage bestätigten. Zudem wiesen die Arbeitsmarktzahlen auf einen moderaten Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hin. Derzeit versucht das Paar, sich über der sehr wichtigen 20-Tage-SMA zu halten.
Der Rückgang des EUR/USD-Paares ist weitgehend auf die hartnäckige Inflation zurückzuführen, die die Wahrscheinlichkeit einer Lockerung der Geldpolitik durch die Federal Reserve verringert. So stiegen etwa die US-Einzelhandelsumsätze im April gegenüber dem Vormonat um 0,5 % und entsprachen damit den Markterwartungen, blieben jedoch hinter dem kräftigen Zuwachs von 1,6 % im März zurück. Im Jahresvergleich legten die Umsätze um 4,9 % zu und übertrafen damit deutlich die Prognose von 3,3 %.
Aus ergänzenden Daten geht hervor, dass die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in der Woche bis zum 9. Mai auf 211.000 stieg und damit über den erwarteten 205.000 lag. Bemerkenswert ist vor dem Hintergrund des kräftigen Anstiegs der Energiepreise die Struktur der Konsumausgaben: Die Umsätze an Tankstellen nahmen um 2,8 % zu, nachdem sie im Vormonat bereits um 13,7 % gesprungen waren. Laut der US Energy Information Administration (EIA) stiegen die Benzinpreise im April um 12,3 %.
Insgesamt bleibt die Entwicklung des Dollars positiv: Der US Dollar Index (DXY), der seinen Wert gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um 0,33 % auf 98,77 und markierte damit ein Zehn-Tages-Hoch.

Vor diesem Hintergrund geriet der Euro unter Druck und dürfte nach den Äußerungen des Präsidenten der Kansas City Fed, Jeffrey Schmid, seinen Abwärtstrend fortsetzen. Er betonte, dass die Inflation die größte Bedrohung für die US-Wirtschaft darstelle, und hob zugleich die hohe Widerstandsfähigkeit der wirtschaftlichen Aktivität sowie das reibungslose Funktionieren des Arbeitsmarktes hervor.
Schmids Kommentare folgten kurz nach der Veröffentlichung der aktualisierten Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes, die erneut den anhaltenden Charakter des inflatorischen Drucks bestätigten. Diese Werte liegen weiterhin deutlich über dem Zielwert der Fed von 2 % und verstärken die Erwartung einer anhaltend straffen Geldpolitik. Schätzungen von Geldmarktteilnehmern zufolge gibt es bis einschließlich 2026 keine Grundlage für eine Senkung der Fed-Leitzinsen.
In der Eurozone lag die Inflation in Spanien im April bei 3,2 % im Jahresvergleich, entsprach damit den Prognosen und fiel geringer aus als im März mit 3,4 %. In naher Zukunft werden sich die Marktteilnehmer auf die Veröffentlichung der Inflationsdaten Italiens konzentrieren.
Den Wechselkursbewegungen zufolge hat der Euro in dieser Woche gegenüber dem japanischen Yen die meiste Stärke gezeigt.

Aus technischer Sicht versucht das Währungspaar EUR/USD auf dem Tages-Chart, sich über der 200-Tage-SMA zu halten; fällt es darunter, bietet die 50-Tage-SMA im Bereich von 1,1645 Unterstützung. Gelingt es dem Paar nicht, diese Niveaus zu verteidigen, dürfte sich der Rückgang in Richtung der runden Marke von 1,1600 beschleunigen. Die Bullen müssen das Niveau von 1,1700 zurückerobern und die 20-Tage-SMA nach oben durchbrechen. Es ist jedoch zu beachten, dass der Relative Strength Index (RSI) in den negativen Bereich gerutscht ist, was auf eine Schwäche der Bullen hinweist.
