
Das Währungspaar GBP/USD legte am Montag zu, doch die Situation des britischen Pfunds unterscheidet sich etwas von der des Euro. Zur Erinnerung: Vor zwei Wochen verzeichnete das Pfund einen starken Einbruch um 300 Pips, ausgelöst nicht nur durch die geopolitischen Spannungen, sondern auch durch die Erwartungen des Marktes hinsichtlich eines neuen Scheiterns der Verhandlungen und einer Wiederaufnahme des Krieges im Nahen Osten. Großbritannien ist in eine weitere politische Krise geraten, die potenziell mit dem Rücktritt von Keir Starmer und Neuwahlen enden könnte. Zudem war der Markt lange Zeit von einer Straffung der Geldpolitik durch die Bank of England auf der Juni-Sitzung überzeugt, doch nach dem Inflationsbericht für April (dessen Prognosen in jener für das Pfund so verhängnisvollen Woche bekannt wurden) stellte sich heraus, dass die BoE im Jahr 2026 zur Lockerung zurückkehren könnte und eine weitere Straffung schlicht nicht erforderlich ist.
Damit reagiert das Pfund derzeit weniger auf den positiven geopolitischen Hintergrund als vielmehr auf eine Korrektur nach dem Einbruch um 300 Pips. Dennoch lässt sich nicht bestreiten, dass die Geopolitik das Währungspaar GBP/USD nach oben treibt, da die Nachfrage nach dem sicheren US‑Dollar erneut nachlässt.
Welche Faktoren werden für das Währungspaar GBP/USD in naher Zukunft ausschlaggebend sein? Die Inflation und die Weigerung der BoE, den Leitzins anzuheben, sind vom Markt bereits eingepreist, sodass die politische Krise kein Grund für einen monatelangen Rückgang des Pfunds ist. Daher rückt die Geopolitik nicht nur wieder in den Vordergrund; sie wird in dieser Woche nahezu der einzige Faktor sein, der die Marktstimmung beeinflusst.
Zu berücksichtigen ist, dass es in dieser Woche nur sehr wenige makroökonomische Veröffentlichungen geben wird, von denen keine als wirklich „wichtig“ einzustufen ist. Die Erwartungen in Bezug auf die Juni-Sitzungen der britischen und der amerikanischen Zentralbank sind klar und offensichtlich. Starmer ist bisher nicht zurückgetreten, und möglicherweise wird er es auch nicht tun. Übrig bleibt damit die Geopolitik.
Die naheliegendste Schlussfolgerung ist daher, auch wenn sie den meisten Tradern nicht gefallen dürfte: Das Paar wird weiter auf den „geopolitischen Schaukeln“ hin- und herschwingen. Leider können wir nicht wissen, wie die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA ausgehen werden, in welcher Phase sie sich aktuell befinden oder ob es eine Chance auf gegenseitiges Verständnis in der „Nuklearfrage“ gibt. Sich auf das Wort von Donald Trump zu verlassen, ist riskant, wie der Markt bereits vielfach erlebt hat. Der einzige Rat, den wir in der aktuellen Situation geben können, ist, den Blick auf Ereignisse und Fakten zu richten, die aus unabhängigen Quellen stammen, die bisher nicht mit Falschinformationen in Verbindung gebracht wurden – und nicht auf Äußerungen Trumps auf seiner persönlichen Social‑Media‑Plattform Truth Social.
Wenn die Konfliktparteien im Nahen Osten tatsächlich in dieser Woche oder zumindest in naher Zukunft ein Memorandum unterzeichnen, ist mit einem weiteren Anstieg des Währungspaares zu rechnen. Sollte erneut etwas schieflaufen, könnte der Markt schnell wieder zum Kauf des sicheren US‑Dollars zurückkehren. Wichtig ist jedoch auch, sich vor Augen zu führen, dass der geopolitische Faktor eine Art Verfallsdatum hat. Wir rechnen jedenfalls nicht mit einem so deutlichen Rückgang wie im Februar und März.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares GBP/USD über die letzten 5 Handelstage beträgt zum 26. Mai 64 Pips und wird als „durchschnittlich“ eingestuft. Am Dienstag, dem 26. Mai, erwarten wir, dass sich das Paar in einer Spanne zwischen den Marken 1,3335 und 1,3563 bewegt. Der obere Kanal der linearen Regression ist nach oben gerichtet, was auf eine Erholung des Aufwärtstrends hindeutet. Der CCI-Indikator hat in letzter Zeit keine Signale generiert.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,3489
S2 – 1,3428
S3 – 1,3367
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,3550
R2 – 1,3611
R3 – 1,3672
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD erholt sich weiterhin von dem Rückgang um 300 Pips. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, daher erwarten wir nicht, dass die amerikanische Währung ein langfristiges Wachstum zeigt. Allerdings sieht das Jahr 2026 für den Dollar recht positiv aus. Somit können Long-Positionen mit Zielen bei 1,3550 und 1,3611 in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Notiert der Kurs unterhalb der gleitenden Durchschnittslinie, können Short-Positionen mit Zielen bei 1,3367 und 1,3348 gehandelt werden, gestützt auf geopolitische Faktoren. Die Marktsituation ändert sich häufig, und der Markt orientiert sich weiterhin in erster Linie an geopolitischen Nachrichten, die keinen einheitlichen Charakter aufweisen.
Erklärungen zu den Abbildungen:
Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, ist der Trend derzeit stark;
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
Murray-Level sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden bewegen wird;
CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250).
