
Am Dienstag zu Beginn der europäischen Sitzung setzte Gold (XAU/USD) seine Schwäche fort und blieb unter Druck. Der Kurs hielt sich unterhalb des horizontalen Widerstandsbereichs in der Nähe von 4.580 USD, wo sich die 14‑Tage‑EMA befindet. Die insgesamt positive Stimmung bleibt durch gemischte Signale in Bezug auf ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und Iran begrenzt, was letztlich den US‑Dollar als sicheren Hafen stützt.
Gleichzeitig tragen anhaltende geopolitische Spannungen zu einer moderaten Erholung der Ölpreise bei, verstärken die Inflationserwartungen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer strafferen Geldpolitik durch die Federal Reserve. Dies unterstützt den Dollar zusätzlich und wirkt sich negativ auf Gold aus.
Medienberichten zufolge, die sich auf das U.S. Central Command berufen, haben amerikanische Streitkräfte am Montag Selbstverteidigungsschläge im Süden des Iran durchgeführt. Zu den Zielen sollen Raketenabschussvorrichtungen und iranische Boote gehört haben, die mutmaßlich am Auslegen von Seeminen beteiligt waren. Diese Entwicklungen stehen vor dem Hintergrund sich vertiefender Differenzen über das iranische Atomprogramm und zunehmender Spannungen in der Straße von Hormus. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Einigung und eines Endes des inzwischen seit fast drei Monaten andauernden Konflikts.
Die Situation wird zudem durch Äußerungen des US‑Präsidenten Donald Trump verschärft, der wiederholt die Möglichkeit einer Ausweitung der Militäroperationen in den Raum gestellt hat, falls die Verhandlungen keine Fortschritte bringen. Zusammengenommen halten diese Faktoren die geopolitischen Risiken auf erhöhtem Niveau, unterstützen die Erholung des Dollars nach seinem Rutsch auf ein Wochentief am Montag und setzen die Goldpreise zusätzlich unter Druck.
Unterdessen hat Iran seit Beginn des Konflikts die Schifffahrt durch den Persischen Golf faktisch eingeschränkt, was rund 20 % der globalen Ölversorgung betrifft. Die Verschärfung der US-Blockade iranischer Häfen in Kombination mit anhaltenden geopolitischen Spannungen hat zu einer Erholung der Ölpreise von ihren Zweiwochentiefs geführt. Dies hat erneut die Sorge verstärkt, dass steigende Energiekosten die Inflation beschleunigen und die großen Zentralbanken, einschließlich der Federal Reserve, zu einer länger anhaltend restriktiven Geldpolitik zwingen könnten. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen Marktteilnehmer bereits die Möglichkeit mindestens einer Zinserhöhung in den USA im Jahr 2026 ein. Dies erhöht die Attraktivität des US-Dollar und mindert das Interesse der Anleger an Gold.
Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich nun auf die Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturdaten – des Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (Personal Consumption Expenditures, PCE) sowie der zweiten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), die beide für Donnerstag geplant sind. Diese Datenveröffentlichungen könnten zu den wichtigsten Treibern der Dollarkurse werden und die weitere Richtung des XAU/USD-Paares bestimmen. Darüber hinaus sollten Anleger die Entwicklungen im Nahen Osten genau verfolgen, da jede Veränderung die Volatilität an den globalen Finanzmärkten erhöhen könnte. Kurzfristig gilt es zudem, den Conference Board Consumer Confidence Index zu beachten, der am Dienstag veröffentlicht wird und kurzfristige Handelschancen eröffnen könnte.
Insgesamt deutet das fundamentale Umfeld auf eine Fortsetzung der bärischen Tendenz bei den Goldpreisen hin.
Aus technischer Sicht ist das Metall am Montag im Bereich von 4.580 USD auf Widerstand gestoßen und notiert weiterhin unterhalb der 20-Tage-SMA und unter dem 14-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA), was auf einen moderat bärischen kurzfristigen Ausblick hindeutet. Die Marke von 4.580 USD bleibt die erste bedeutende Widerstandszone, gefolgt von der 20-Tage-SMA in der Nähe der psychologisch wichtigen Marke von 4.600 USD. Gleichzeitig befindet sich die nächstgelegene Unterstützungszone im Bereich von 4.520–4.500 USD. Die nächste Nachfragezone liegt in der Nähe von 4.450 USD und der 200-Tage-SMA. Die Oszillatoren verharren im negativen Bereich, was darauf schließen lässt, dass die Bären derzeit weiterhin die Oberhand am Markt haben.
