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FX.co ★ Der Markt gibt sich keinen Illusionen hin

Der Markt gibt sich keinen Illusionen hin

Feiertage verhinderten eine Fehlrally beim S&P 500. Kommentare von US-Präsident Donald Trump über Fortschritte in den Gesprächen mit dem Iran hätten eine weitere Kaufwelle bei Aktien auslösen können. Stattdessen eröffneten US-Kriegsschiffe das Feuer auf iranische Boote, die Minen in der Straße von Hormus legten, gefolgt von wechselseitigen Angriffen auf militärische Ziele – Schritte, die eher nach Eskalation als nach Deeskalation aussehen. Das dürfte dem breiten Aktienmarkt kaum entgegenkommen.

Auf den ersten Blick scheint der S&P 500 die Konfrontation zwischen den USA und dem Iran zu ignorieren. Die Rally am US-Aktienmarkt stützt sich auf beeindruckende Unternehmensgewinne und wirtschaftliche Stärke, während geopolitische Faktoren in den Hintergrund getreten sind. Je länger sich der Konflikt im Nahen Osten jedoch hinzieht, desto stärker machen sich seine Auswirkungen am Aktienmarkt bemerkbar.

Renditen von Staatsanleihen und Dynamik des Ölpreises

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Geopolitik wirkt sich in erster Linie über den Anleihemarkt auf den S&P 500 aus. Ein Anstieg bei Brent hat die Inflationserwartungen nach oben getrieben und die Renditen von US-Staatsanleihen erhöht. Theoretisch sollte das die Finanzierungskosten der Unternehmen in die Höhe treiben, die Gewinne unter Druck setzen und eine Korrektur beim breiten Index auslösen. In der Praxis wird jedoch entscheidend sein, inwieweit Emittenten zusätzliche Finanzierungsquellen anderweitig erschließen können – und genau dabei leistet künstliche Intelligenz einen wesentlichen Beitrag.

Die Bewertungen zeichnen ein anderes Bild. Steigen die Renditen von US-Staatsanleihen, werden Aktien auf risikobereinigter Basis teurer. Die Equity Risk Premium liegt derzeit nahe null und damit ungefähr auf dem Niveau der Treasury-Renditen. Da Treasuries als sicherste Anlagen und Aktien als riskant gelten, sollte es eigentlich eine Risikoprämie geben; ihr Ausbleiben erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Blase im S&P 500.

Dynamik der Equity Risk Premium

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Die Tatsache, dass der S&P 500 die Geopolitik weitgehend ignoriert, könnte darauf hindeuten, dass das Aufwärtspotenzial begrenzt ist, falls im Nahen Osten ein dauerhafter Frieden erreicht wird. In vielen Märkten würde die Reaktion eine vollständige Kehrtwende um 180 Grad bedeuten, aber nicht unbedingt bei Aktien.

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Die Hauptprofiteure der Konfrontation zwischen den USA und Iran waren Öl und der US‑Dollar; die Verlierer waren US‑Staatsanleihen und Gold. Kehrt Ruhe ein, dürften Brent und der Greenback wahrscheinlich unter Verkaufsdruck geraten, die Renditen von Treasuries deutlich fallen und Gold wieder verstärkte Nachfrage verzeichnen. Der S&P 500 würde vermutlich ebenfalls steigen, aber jede Rally dürfte eher moderat ausfallen – der Markt hat eine Lösung des Konflikts bereits weitgehend eingepreist, und ein Großteil der Bewegung wäre nur ein erneutes Abspielen dieser Erwartung.

Aus technischer Sicht lohnt es sich, auf Umkehrformationen im Tageschart des S&P 500 zu achten – 1?2?3‑Formationen und ein mögliches Doppeltop. In diesem Szenario wäre eine Korrektur wahrscheinlich. Gelingt es den Bullen hingegen, die Kurse über dem Pivot‑Niveau von 7.460 zu halten, würde das eine weitere Aufstockung von Long‑Positionen unterstützen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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