Analyse von GBP/USD 5M:

Das Währungspaar GBP/USD versuchte am Mittwoch, seine Abwärtsbewegung fortzusetzen, tat dies jedoch nur sehr schleppend. Es gab gestern weder makroökonomische noch fundamentale oder geopolitische Nachrichten, sodass der Markt den ganzen Tag über nahezu stillstand. Insgesamt können sich Trader derzeit ausschließlich an der Geopolitik und der technischen Analyse orientieren. Dabei ist die Geopolitik zwar der wichtigere, aber auch der unberechenbarere Faktor. So ist es zum Beispiel äußerst schwierig vorherzusagen, wann die nächste Meldung aus dem Iran kommen oder wann Donald Trump einen weiteren Kommentar zum Fortschritt der Verhandlungen mit Teheran und zur Nähe eines Abkommens abgeben wird. Daher müssen Händler auf Nachrichten reagieren, die jederzeit eintreffen können. Die Volatilität des Währungspaars bleibt gering, und der Markt zeigt ganz offensichtlich wenig Bereitschaft zu aktivem Handel, da die aktuelle unsichere und widersprüchliche Situation keine logisch fundierten Entscheidungen begünstigt.
Aus technischer Sicht ist im Stundenchart die Ausbildung eines Aufwärtstrends abgeschlossen, was darauf hindeutet, dass wir in dieser Woche einen Rückgang des Paars beobachten könnten. Der Kurs hat die Trendlinie nach unten durchbrochen. Ohne Rückenwind von der geopolitischen Seite wird es der britischen Währung in naher Zukunft schwerfallen, Wachstum zu zeigen, während makroökonomische und fundamentale Faktoren vom Markt weiterhin weitgehend ignoriert werden. Die Entwicklung des britischen Pfunds wird daher weniger von der Technik als vielmehr von der Geopolitik abhängen. Der Markt stellt sich erneut auf das Schlimmste ein und bereitet sich entsprechend darauf vor.
Am Mittwoch bildeten sich im 5-Minuten-Chart keine verwertbaren Signale. Der Kurs durchbrach die Kijun-sen-Linie zwar mehrmals, dies geschah jedoch während der US-Handelssitzung, und es ist schwer auszumachen, was die Ausschläge nach oben und unten ausgelöst hat. Zudem blieb die Volatilität gering, sodass wir dazu neigen, derartige Signale zu ignorieren.
Analyse von GBP/USD im 4-Stunden-Chart:
Im 4-Stunden-Zeitrahmen erhielt das Britische Pfund keine Anschlussreaktion auf das „bullische“ FVG im Bereich 1,3453–1,3472; es konsolidierte sich darunter, wandelte dieses in ein „bearishes“ IFVG um und reagierte auf das neu entstandene Muster. Daher könnte in naher Zukunft ein Rückgang zu beobachten sein. Tradern bot sich die Möglichkeit, Short-Positionen vom IFVG aus zu eröffnen, doch Stärke und Dauer des Rückgangs werden in dieser Woche von der geopolitischen Lage abhängen. Der Aufwärtstrend besteht derzeit weiterhin, was durch die CHOCH-Linie angezeigt wird.
Analyse von GBP/USD 1H:

Im Stundenchart hat das Währungspaar GBP/USD seinen Aufwärtstrend im Zuge der jüngsten Eskalation in der Straße von Hormus beendet. Das makroökonomische und fundamentale Umfeld hat nach wie vor nur geringen Einfluss auf die Kursbewegungen des Paares und fehlt in dieser Woche praktisch vollständig. Ohne eine tatsächliche Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten halten wir eine kräftige Aufwertung des Dollars für unwahrscheinlich. Die US‑Währung kann im Wesentlichen nur auf ein Scheitern der Verhandlungen zwischen Iran und den USA hoffen.
Für den 28. Mai heben wir die folgenden wichtigen Handelsmarken hervor: 1,3096–1,3115, 1,3179–1,3187, 1,3369–1,3377, 1,3465–1,3480, 1,3588, 1,3671–1,3681, 1,3751–1,3763. Die Senkou-Span-B-Linie (1,3477) und die Kijun-sen-Linie (1,3450) können ebenfalls als Signalquellen dienen. Es wird empfohlen, den Stop-Loss auf Break-even nachzuziehen, sobald sich der Kurs 20 Pips in die gewünschte Richtung bewegt hat. Die Linien des Ichimoku-Indikators können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Bestimmung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte.
Am Donnerstag stehen im Vereinigten Königreich weiterhin keine wichtigen Veröffentlichungen auf dem Kalender, während in den USA die ersten Berichte der Woche zu Auftragseingängen langlebiger Güter und zum Kernindex der persönlichen Konsumausgaben (Core PCE) erscheinen. Dennoch bleibt die Geopolitik der entscheidende Einflussfaktor.
Handelsempfehlungen:
Heute können Händler Short-Positionen mit Ziel 1,3369–1,3377 eröffnen, sofern das Paar vom Bereich 1,3465–1,3480 nach unten abprallt. Long-Positionen werden interessant, sobald der Bereich 1,3465–1,3480 nach oben durchbrochen wird, mit einem Ziel bei 1,3588. Im 4‑Stunden‑Chart können Short-Positionen vom letzten bearishen IFVG aus eröffnet werden. Die Abwärtsbewegung der britischen Währung ist noch nicht abgeschlossen.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Unterstützungs- und Widerstandszonen: Dicke rote Linien, an denen sich Bewegungen häufig erschöpfen; sie sind keine direkten Quellen für Handelssignale.
- Kijun-sen- und Senkou-Span-B-Linien: Linien des Ichimoku-Indikators, die vom 4‑Stunden‑Chart in den Stundenchart übertragen wurden; es handelt sich um starke Linien.
- Extremzonen: Dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor abgeprallt ist; sie dienen als Quellen für Handelssignale.
- Gelbe Linien: Trendlinien, Trendkanäle und andere charttechnische Formationen.
- CHOCH: Bruch der Trendstruktur.
- Liquidity: Liquidität, Stop-Loss- und Pending-Orders, die Market Maker zum Aufbau ihrer Positionen nutzen.
- FVG: Preisineffizienzzone. Der Kurs durchläuft solche Zonen sehr schnell, was auf das vollständige Fehlen einer Marktpartei hinweist. In der Folge neigt der Kurs dazu, in diese Bereiche zurückzukehren und von dort aus zu reagieren, wobei der übergeordnete Trend fortgesetzt wird.
- IFVG: Invertierte Preisineffizienzzone. Nach der Rückkehr in eine solche Zone reagiert der Kurs nicht mit einer Umkehr, sondern durchbricht sie impulsiv und testet sie anschließend von der Gegenseite.
- OB: Order Block. Die Kerze, auf der ein Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität abzugreifen und dadurch seine Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.
