Während Bitcoin sich vor dem Wochenende noch auf eine Richtung festzulegen scheint, hat Lookonchain eine bemerkenswerte Bewegung verzeichnet: In den vergangenen zwei Tagen hat die US-Regierung Krypto-Assets im Wert von rund 5,3 Millionen US-Dollar – im Rahmen des FTX-Falls beschlagnahmte Gelder – an eine Wallet einer großen US-Krypto-Börse transferiert.

Überweisungen an eine Börsen‑Wallet bedeuten traditionell vor allem eines: Vorbereitung auf einen Verkauf. Dabei handelt es sich nicht um eine einmalige Aktion, sondern um einen schrittweisen, methodischen Abbau von Beständen – genau den Ansatz, den US‑Behörden typischerweise wählen, um die Marktfolgen großer Veräußerungen zu begrenzen. Kleine Tranchen, die Tag für Tag verschoben werden, erzeugen weniger Volatilität als ein einziger großer Abverkauf, bilden in der Summe jedoch einen stetigen Zustrom an Angebot.
Besonders ironisch wirkt dieser Vorgang vor dem Hintergrund der laufenden, intensiven Debatten im Kongress über die Schaffung einer Strategic Bitcoin Reserve. Zur Erinnerung: Der ARMA‑Gesetzentwurf sieht vor, dass von der Regierung beschlagnahmte Krypto‑Vermögenswerte in eine Reserve überführt und dort für mindestens 20 Jahre gehalten werden sollen. Finanzministerin Bessent hatte die Linie der Regierung zuvor bestätigt: „Zuerst die Verkäufe stoppen, dann die Reserve durch Beschlagnahmungen auffüllen.“ In der Praxis jedoch wandelt die Regierung beschlagnahmte Vermögenswerte weiterhin stillschweigend in Geld um, während die Abgeordneten noch über die Details der Reserveregelung streiten. Solange ARMA nicht verabschiedet und unterzeichnet ist, verfügt die Exekutive über einen weiten Ermessensspielraum im Umgang mit konfisziertem Eigentum.
Für den Markt bedeutet dieses Ereignis eine zusätzliche Belastungsquelle in einem ohnehin trüben Umfeld. Die Abflüsse aus Bitcoin‑ETFs beliefen sich an einem einzigen Tag auf 733 Millionen US‑Dollar – der höchste Wert seit Januar. Strategy transferiert Bitcoin an Börsen, und Polymarket bewertet die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen die Coins noch vor Jahresende verkauft, mit 84 %. BlackRock hat allein in dieser Woche bereits zweimal Beträge in dreistelliger Millionenhöhe auf Börsen verschoben, und gestern bildete da keine Ausnahme. Nun reiht sich auch die US‑Regierung in die Liste der Verkäufer ein, indem sie beschlagnahmte Bestände in kleinen Portionen veräußert. Die Zahl der Verkäufer wächst, während die Zahl der Käufer abnimmt.
Handelsempfehlungen

Bitcoin
Die Käufer peilen derzeit eine Rückkehr auf 74.700 $ an, was einen direkten Weg zu 76.500 $ eröffnen würde. Von dort aus rückt der Bereich um 78.300 $ in Reichweite; ein Ausbruch über dieses Niveau würde darauf hindeuten, dass versucht wird, den Bullenmarkt wieder aufzunehmen. Bei einem Rückgang rechne ich im Bereich von 72.900 $ mit Käufern. Ein erneuter Fall unter diese Zone könnte BTC schnell in Richtung 71.400 $ drücken. Das entfernteste Abwärtsziel liegt im Bereich von 69.800 $.

Ethereum
Ein klarer Schlusskurs über 2.026 $ würde den direkten Weg in Richtung 2.084 $ eröffnen. Das weiteste Aufwärtsziel ist das Hoch nahe 2.128 $; ein Durchbruch darüber würde auf eine zunehmende bullische Stimmung und eine Rückkehr des Käuferinteresses hindeuten. Auf der Unterseite erwarte ich Käufer im Bereich von 1.969 $. Ein Rückfall unter dieses Niveau könnte ETH schnell in Richtung 1.911 $ drücken. Das entfernteste Abwärtsziel liegt im Bereich um 1.845 $.
Was im Chart zu sehen ist
- Die roten Linien stellen Unterstützungs- und Widerstandszonen dar, an denen der Kurs voraussichtlich entweder kurz pausiert oder deutlich reagiert.
- Die grüne Linie zeigt den 50‑Tage‑Gleitenden Durchschnitt.
- Die blaue Linie ist der 100‑Tage‑Gleitende Durchschnitt.
- Die limettenfarbene Linie ist der 200‑Tage‑Gleitende Durchschnitt.
Wenn der Kurs diese Gleitenden Durchschnitte testet oder kreuzt, führt dies häufig entweder zu einer Unterbrechung der aktuellen Bewegung oder bringt frischen Schwung in den Markt.
