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FX.co ★ EUR/USD Analyse – 1. Juni: Der Euro bleibt unter Druck

EUR/USD Analyse – 1. Juni: Der Euro bleibt unter Druck

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat einige Anpassungen durchlaufen. Es gibt weiterhin keinen Grund, den im Januar letzten Jahres begonnenen Aufwärtstrendabschnitt (unterer Chart) als ungültig zu betrachten. Allerdings weist die Trendstruktur mittlerweile einen korrektiven Charakter auf. Aus langfristiger Sicht ist mit der Ausbildung einer Welle C zu rechnen, deren Tief voraussichtlich unter dem Tief von Welle A liegen wird.

Derzeit fällt es schwer, an einen derart ausgeprägten Rückgang des Euro zu glauben. Dennoch hat das erste Quartal 2026 gezeigt, dass geopolitische Entwicklungen die Marktstimmung drastisch verändern und etablierte Trends umkehren können.

Im kurzfristigeren Zeitrahmen lässt sich eine klassische, dreiteilige bullische Korrekturstruktur erkennen. Nach deren Abschluss begann sich ein neuer Abwärtstrendabschnitt zu entwickeln, der logisch betrachtet die Form einer Impulswelle annehmen sollte. Bestätigt sich diese Annahme, ist im Rahmen der Welle C im übergeordneten Zählbild mit der Ausbildung einer fünfteiligen Struktur zu rechnen, mit Zielen unterhalb der Marke von 1,1400.

Gibt es ausreichend fundamentale Gründe, um eine derart starke Aufwertung des US-Dollar zu erwarten? Nicht eindeutig. Allerdings verliert der Markt allmählich das Vertrauen in die Aussicht auf eine Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, was den Verkäufern zusätzlichen Rückenwind verleiht.

EUR/USD fiel am Montag um 30 Basispunkte, wobei die Gesamtaktivität am Markt verhalten blieb. Marktteilnehmer vermeiden es weiterhin, übermäßige Risiken einzugehen. Entsprechend reagieren Trader zwar auf Nachrichten, tun dies aber sehr vorsichtig.

Am Montag sprach der Nachrichtenfluss einmal mehr für die Verkäufer, zumindest zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes. Zuvor war der Arbeitslosenbericht für die Eurozone für April veröffentlicht worden. Die Arbeitslosenquote blieb mit 6,3% unverändert, während der Markt mit einem Rückgang auf 6,2% gerechnet hatte. Damit hat die Europäische Zentralbank nun einen Grund weniger, im Juni einen restriktiveren geldpolitischen Kurs einzuschlagen.

Es ist anzumerken, dass von den großen Zentralbanken derzeit nur die ECB realistische Chancen auf eine Zinserhöhung im Juni hat. Die Entscheidung der Notenbank dürfte dabei zu etwa 60% von der Inflationsentwicklung und zu 40% von geopolitischen Rahmenbedingungen und anderen Konjunkturdaten abhängen.

Gelangt die ECB zu der Einschätzung, dass sich der Konflikt im Nahen Osten in absehbarer Zeit lösen lässt und dass die Wirtschaft der Eurozone mit höheren Finanzierungskosten zu kämpfen hätte, könnte sie eine Straffung ihrer Politik vertagen. Der für morgen erwartete Inflationsbericht für Mai könnte die Notenbank jedoch dazu ermutigen, einen klarer restriktiven Kurs zu fahren.

Obwohl sich der Verbraucherpreisindex in Deutschland zuletzt etwas abgeschwächt hat, könnte die Inflation in der Eurozone insgesamt von 3,0% auf 3,2%–3,4% im Jahresvergleich ansteigen. Meiner Einschätzung nach bleibt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die ECB hoch, doch der Markt misst diesem Faktor derzeit nur geringe Bedeutung bei.

Im Moment scheint sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf die Ausbildung einer fünften Welle innerhalb der aktuellen bärischen Struktur zu richten. Trifft diese Einschätzung zu, könnte ein Rückgang unter die Marke von 1,1600 folgen. Gleichzeitig schwinden die Hoffnungen auf eine zeitnahe, friedliche Lösung des Konflikts im Nahen Osten weiter.

EUR/USD Analyse – 1. Juni: Der Euro bleibt unter Druck

Allgemeine Schlussfolgerungen

Auf Basis meiner EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Ergebnis, dass das Instrument sich weiterhin in einem übergeordneten Aufwärtstrendabschnitt (unterer Chart) und kurzfristig innerhalb einer Korrekturstruktur befindet. Gegenwärtig dürfte sich Welle 5 als Bestandteil von Welle C ausbilden.

Bestätigt sich das aktuelle Wellenbild, könnte sich die gesamte Struktur der Welle C letztlich deutlich unter das Niveau von 1,1400 ausdehnen. Ein derart ausgeprägter Rückgang würde jedoch vermutlich zusätzliche Unterstützung durch geopolitische Entwicklungen erfordern. Andernfalls könnte sich die bärische Wellenfolge zu einer verkürzten a-b-c-Struktur entwickeln und ihre Ausbildung nur geringfügig unterhalb der Marke von 1,1600 abschließen.

Im höheren Zeitrahmen ist weiterhin ein Aufwärtstrendabschnitt erkennbar, auf den sich die Bildung einer korrektiven Wellenstruktur anschließt. Kurzfristig ist zu erwarten, dass sich Welle C in Richtung des Niveaus von 1,1352 entwickelt, was dem 38,2%-Fibonacci-Retracement entspricht.

Nach Abschluss der A-B-C-Korrekturstruktur könnte sich ein neuer, langfristiger Aufwärtstrend entwickeln.

Grundprinzipien meiner Analyse

  1. Wellenstrukturen sollten einfach und leicht interpretierbar bleiben. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und werden häufig revidiert.
  2. Besteht keine ausreichende Sicherheit bezüglich der aktuellen Marktsituation, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.
  3. Absolute Gewissheit über die künftige Kursrichtung ist unmöglich. Verwenden Sie stets schützende Stop-Loss-Orders.
  4. Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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