Der Dollar hat die Händler gestern wieder an seine Präsenz erinnert, doch alle holprigen Phasen und problematischen Momente wurden zügig verarbeitet, sodass die Nachfrage nach Risikoanlagen wiederauflebte.
Die Meldung, dass Iran die Verhandlungen mit den USA wegen Verstößen gegen die Waffenruhe im Libanon und Gaza ausgesetzt hat, führte zunächst zu einer Aufwertung des US-Dollars. Dies war durchaus zu erwarten, da geopolitische Spannungen häufig die Nachfrage nach sicheren Anlagen ankurbeln, zu denen traditionell auch der Dollar zählt. Wie so oft an den Finanzmärkten zeigte sich die Lage jedoch dynamisch: Die anfängliche Reaktion wurde bald durch eine Reihe von Stellungnahmen des US-Präsidenten Donald Trump relativiert. Seine auf Deeskalation und diplomatische Lösungen abzielenden Äußerungen wirkten beruhigend. In der Folge begann der Dollar nach dem anfänglichen Sprung wieder nachzugeben, als die durch die Nachrichten aus dem Nahen Osten ausgelöste Unsicherheit etwas nachließ.
Der frühe Teil des heutigen Tages verspricht für die Eurozone ereignisreich zu werden, da die Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) und zur Kernteuerung für Mai veröffentlicht werden. Marktteilnehmer beobachten diese Kennzahlen genau, da sie zentrale Indikatoren für den Inflationsdruck in der Region sind und die künftigen geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank maßgeblich beeinflussen. Prognosen deuten auf einen weiteren Anstieg sowohl des Gesamt-VPI als auch seiner Kernkomponente hin. Dies kann auf anhaltenden Inflationsdruck in der Eurozone hindeuten, der wahrscheinlich durch fortdauernde Störungen in den Lieferketten, steigende Energiepreise und den Einfluss von Basiseffekten aus früheren Perioden begünstigt wird. Bestätigen sich die Prognosen, könnte dieser Trend die Argumente für eine straffere Geldpolitik der EZB stärken.
Beim Pfund richtet sich der Fokus der Finanzmärkte am Morgen auf das Vereinigte Königreich, wo eine Reihe wichtiger makroökonomischer Kennzahlen ansteht. Dazu zählen die Zahl der genehmigten Hypothekenanträge, das Volumen der Netto-Kreditaufnahme privater Haushalte sowie die Entwicklung der Geldmenge M4. Diese Daten liefern neue Einblicke in die Konsumnachfrage, die Aktivität am Immobilienmarkt und die gesamtwirtschaftliche Liquidität. Das zentrale Ereignis des Tages wird jedoch zweifellos die Rede von Bank of England-Gouverneur Andrew Bailey sein. Ein Auftritt des Notenbankchefs ist stets ein wichtiger Marktfaktor, da er Hinweise auf die künftige Geldpolitik, Einschätzungen zur aktuellen Konjunkturlage und zu den Inflationsaussichten enthalten kann. Angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten und des Inflationsdrucks werden Andrew Baileys Ausführungen sorgfältig auf Signale für mögliche Schritte der BoE hin geprüft, einschließlich einer potenziellen Zinserhöhung auf der nächsten Sitzung.
Wenn die Daten mit den Erwartungen der Ökonomen übereinstimmen, bietet sich ein Vorgehen nach der Mean-Reversion-Strategie an. Fallen die Daten hingegen deutlich besser oder schlechter aus als erwartet, wäre der Einsatz einer Momentum-Strategie die beste Herangehensweise.
Momentum-Strategie (Breakout):
Für EUR/USD
- Kauf bei einem Ausbruch über 1,1660, was zu einem Anstieg des Euro in Richtung 1,1678 und 1,1698 führen kann.
- Verkauf bei einem Ausbruch unter 1,1640, was zu einem Rückgang des Euro in Richtung 1,1610 und 1,1579 führen kann.
Für GBP/USD
- Kauf bei einem Ausbruch über 1,3480, was zu einem Anstieg des Pfunds in Richtung 1,3510 und 1,3545 führen kann.
- Verkauf bei einem Ausbruch unter 1,3455, was zu einem Rückgang des Pfunds in Richtung 1,3411 und 1,3370 führen kann.
Für USD/JPY
- Kauf bei einem Ausbruch über 159,85, was zu einem Anstieg des Dollars in Richtung 160,02 und 160,32 führen kann.
- Verkauf bei einem Ausbruch unter 159,60, was zu Dollar-Verkäufen in Richtung 159,35 und 158,90 führen kann.
Mean-Reversion-Strategie (Rückkehr zum Mittelwert):

Für EUR/USD
- Suchen Sie nach Short-Positionen nach einem Fehlausbruch über 1,1648, wenn der Kurs wieder unter dieses Niveau fällt.
- Suchen Sie nach Long-Positionen nach einem Fehlausbruch über 1,1626, wenn der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt.

Für GBP/USD
- Suchen Sie nach Short-Positionen nach einem gescheiterten Ausbruch über 1,3474, wenn der Kurs wieder unter dieses Niveau fällt.
- Suchen Sie nach Long-Positionen nach einem gescheiterten Ausbruch über 1,3445, wenn der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt.

Für AUD/USD
- Achten Sie auf Short-Positionen nach einem gescheiterten Ausbruch über 0,7178, wenn der Kurs anschließend wieder unter dieses Niveau fällt.
- Achten Sie auf Long-Positionen nach einem gescheiterten Ausbruch über 0,7153, wenn der Kurs anschließend zu diesem Niveau zurückkehrt.

Für USD/CAD
- Nach Short-Positionen Ausschau halten, wenn ein Ausbruch über 1.3852 scheitert und der Kurs wieder unter dieses Niveau fällt.
- Nach Long-Positionen Ausschau halten, wenn ein Ausbruch über 1.3831 scheitert und der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt.
