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FX.co ★ EUR/USD: ISM Manufacturing Index, Verbraucherpreisindex der Eurozone und Range-Trading

EUR/USD: ISM Manufacturing Index, Verbraucherpreisindex der Eurozone und Range-Trading

Gleichzeitig entsteht sowohl im geopolitischen als auch im makroökonomischen Umfeld ein widersprüchliches Bild. So stützte etwa der ISM Manufacturing Index den Dollar, während die Inflationsdaten der Eurozone vom Dienstag den Euro stärkten. Inmitten anhaltender Unsicherheit reagieren Händler im Währungspaar EUR/USD auf diese Veröffentlichungen innerhalb der Spanne von 1,1610–1,1670, in der das Paar nun bereits die dritte Woche in Folge gehandelt wird.

EUR/USD: ISM Manufacturing Index, Verbraucherpreisindex der Eurozone und Range-Trading

Am Montag trat der ISM Purchasing Managers' Index (PMI) für das US‑Verarbeitende Gewerbe in die „grüne Zone“ ein und erreichte ein Vierjahreshoch. Anstatt des erwarteten Anstiegs auf 53,3 sprang der Index auf 54,0 und markierte damit seinen höchsten Stand seit Mai 2022. Bereits den fünften Monat in Folge befindet sich der Index nun im Expansionsbereich, und auch die wichtigsten Unterindizes des Berichts stützten den US‑Dollar.

Der wichtigste Wachstumstreiber war der Unterindex für neue Aufträge, der 56,8 erreichte und damit 2,7 Punkte zulegte. Dies deutet auf eine robuste Inlandsnachfrage hin. Von den sechs größten Industriesektoren meldeten vier ein Nettowachstum (Computer- und elektronische Produkte, Chemie, Transportausrüstung und Maschinenbau). Auch die Exportnachfrage kehrte in die Expansionszone zurück und stieg auf 50,6. Vor diesem Hintergrund kletterte der Produktionsunterindex auf 54,3.

Der Preisunterindex erfuhr nach seinem April‑Sprung auf 84,6 eine leichte Korrektur. Im Mai fiel dieser Wert auf 82,1. Einerseits bleiben die Preise extrem hoch – Industrieunternehmen sind gezwungen, unter steigenden Kosten für Rohstoffe und Logistik zu arbeiten (mehr als die Hälfte der Befragten nannte eine hohe Preisvolatilität als zentrales Problem für das Geschäft). Andererseits signalisiert der Abwärtstrend des Unterindex, dass sich das Tempo des Preisanstiegs tatsächlich verlangsamt.

Der Beschäftigungsunterindex verharrt mit 48,6 weiterhin im Kontraktionsbereich. Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer: Im Mai verbesserte sich dieser Wert spürbar und stieg um 2,2 Punkte. Dies deutet darauf hin, dass der Industriesektor Stellen nun langsamer abbaut.

Der Unterindex für Lieferzeiten der Zulieferer (Supplier Deliveries) hält sich ebenfalls auf einem hohen Niveau von 60,6; er misst die Geschwindigkeit, mit der Rohstoffe und Vorprodukte von Zulieferern bei Herstellern eintreffen. Allerdings ist zu beachten, dass dieser Indikator umgekehrt interpretiert wird, sodass ein so hoher Wert auf eine anhaltende Verlangsamung der Lieferungen hinweist. Das ist ein gemischtes Signal: Einerseits spiegelt es eine starke Nachfrage im verarbeitenden Gewerbe wider, andererseits deutet es auf fortbestehende Probleme in den Lieferketten hin.

Insgesamt lässt der ISM‑Bericht für Mai darauf schließen, dass sich der US‑Industriesektor in einer Phase einer nachhaltigen, wenn auch ungleichmäßigen Erholung befindet: Nachfrage und Produktion steigen, der Inflationsdruck hält an, und der Arbeitsmarkt bleibt vergleichsweise schwach.

Als Reaktion auf diese Veröffentlichung markierte das Währungspaar EUR/USD am Montag ein lokales Tief und fiel auf 1,1607. Die Verkäufer konnten ihren Erfolg jedoch nicht ausbauen, und der Handelstag endete in der Mitte der „Arbeitsrange“ bei 1,1633.

Am Dienstag übernahmen zudem die Käufer im EUR/USD die Initiative, nachdem die Inflationsdaten für die Eurozone veröffentlicht worden waren. Der Gesamtverbraucherpreisindex zeigte bereits den vierten Monat in Folge einen Aufwärtstrend und erreichte im Mai 3,2 % (den höchsten Stand seit November 2023). Der Kern-VPI, der Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert, beschleunigte stärker als erwartet und stieg auf 2,5 % (Prognose: 2,4 %). Dies ist die kräftigste Wachstumsrate seit April vergangenen Jahres.

Der Anstieg der Kerninflation ist für die Europäische Zentralbank ein besonders besorgniserregendes Signal. Er zeigt, dass sich die Preisdynamik verbreitert und nicht mehr nur auf den Energiesektor beschränkt ist. Dieser Druck hat sich über Sekundäreffekte in den Konsumstrukturen festgesetzt – steigende Logistikkosten werden auf industrielle Endprodukte und Dienstleistungen abgewälzt. Besonders problematisch ist die Beschleunigung der Inflation im Dienstleistungssektor (auf 3,5 %), da diese Komponente den internen Preisdruck und die Lohnentwicklung widerspiegelt.

In der Summe lassen die Mai‑Ergebnisse dem „taubenhaften Flügel“ der EZB nur wenig Spielraum, für einen weicheren Kurs zu argumentieren (zumal die Kernkomponente wieder nach oben gedreht hat). Einige Analysten (insbesondere von JP Morgan) haben bereits erklärt, dass die Veröffentlichung vom Dienstag eine Zinserhöhung der EZB um 25 Basispunkte auf der Sitzung in der kommenden Woche faktisch garantiere.

Vor diesem Hintergrund ist das Währungspaar EUR/USD leicht gestiegen, verbleibt jedoch in der Spanne von 1,1610–1,1670. Unter den derzeitigen Umständen dürfte das Paar weiterhin die Grenzen dieser Preisspanne testen, unabhängig von der Bedeutung der veröffentlichten makroökonomischen Daten. Die Händler warten auf einen Durchbruch in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran und zögern, vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit über die Perspektiven des diplomatischen Prozesses große Positionen (weder zugunsten des Dollars noch gegen ihn) einzugehen. Einerseits hat Teheran unter Verweis auf die Ausweitung der israelischen Militäroperation im Libanon einen Stopp des Dialogs verkündet. Andererseits erklärte Trump, er habe Netanyahu überzeugt, Pläne für einen Angriff auf die südlichen Vororte Beiruts aufzugeben. Nach Angaben des US‑Präsidenten könnte bereits in der kommenden Woche ein Memorandum of Understanding zwischen Washington und Teheran unterzeichnet werden. Wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtet, prüft Iran weiterhin den Entwurf der Vereinbarung mit den USA.

Damit bleibt die Lage offen, sodass es sinnvoll erscheint, eine Range‑Trading‑Strategie umzusetzen: Short‑Positionen eröffnen, wenn sich der Kurs der oberen Begrenzung der Spanne (1,1670) nähert, und Long‑Positionen, wenn er in Richtung der unteren Begrenzung (1,1610) fällt.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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