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FX.co ★ EUR/USD Analyse – 3. Juni: Erwartungen an EZB-Zinserhöhung steigen

EUR/USD Analyse – 3. Juni: Erwartungen an EZB-Zinserhöhung steigen

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat einige Veränderungen erfahren. Es gibt nach wie vor keinen Hinweis darauf, dass das Aufwärtstrendsegment (im unteren Chart dargestellt), das im Januar vergangenen Jahres begonnen hat, hinfällig geworden ist. Die Trendstruktur hat jedoch mittlerweile einen korrektiven Charakter angenommen. Im längerfristigen Bild könnte sich eine Welle C ausbilden, deren Tief voraussichtlich unter das Tief der Welle A fallen dürfte.

Derzeit fällt es schwer, an einen derart deutlichen Rückgang des Euro zu glauben, aber das erste Quartal 2026 hat gezeigt, dass geopolitische Entwicklungen Markttrends abrupt verändern können.

In den unteren Zeitrahmen lässt sich eine klassische dreiwellige Korrekturstruktur nach oben erkennen. Nach Abschluss dieser Struktur begann sich ein neues Abwärtstrendsegment zu formen, das logischerweise impulsiv verlaufen sollte. Trifft diese Annahme zu, ist innerhalb der Welle C höheren Grades eine fünfwellige Struktur zu erwarten, die auf Kursniveaus unterhalb der Marke von 1,1400 abzielt.

Gibt es ausreichend fundamentale Gründe, eine so starke Aufwertung des US-Dollar zu erwarten? Nicht eindeutig. Allerdings schwindet am Markt allmählich das Vertrauen in die Aussicht auf ein Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, was den Verkäufern zusätzlichen Rückenwind verleiht.

Positive Nachrichten am Dienstag

EUR/USD legte im Handel am Dienstag um 15 Basispunkte zu, während das Gesamtbild der Kursbewegung verhalten blieb. Die US-Handelssitzung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet, und in dieser Phase sind die Marktteilnehmer in der Regel am aktivsten. In den vergangenen Wochen sind jedoch ausgeprägte Bewegungen am Devisenmarkt zunehmend selten geworden, und nachhaltige Trends waren praktisch nicht zu beobachten.

Wie im obigen Chart dargestellt, entwickelt sich die vermutete Welle 4 nun bereits seit zwei Wochen weiter. In diesem Zeitraum hat sich der Euro um weniger als 100 Punkte bewegt. Heute wurde in der Eurozone ein wichtiger und potenziell marktbewegender Inflationsbericht für Mai veröffentlicht, der die Nachfrage nach dem Euro hätte ankurbeln können. Stattdessen zeigten die Händler erneut wenig Interesse an anderen Faktoren als den geopolitischen Entwicklungen.

Der vorläufigen Schätzung zufolge stieg der Verbraucherpreisindex der Eurozone im Mai im Jahresvergleich auf 3,2 %. Die Kerninflation erhöhte sich auf 2,5 % und lag damit über den Markterwartungen. Folglich nehmen die Inflationskräfte in der Eurozone weiter zu, obwohl es in einigen Ländern wie Deutschland Anzeichen einer Abschwächung gibt.

Dies deutet darauf hin, dass die Europäische Zentralbank einer Wiederaufnahme ihres geldpolitischen Straffungszyklus näherkommt. Dabei handelt es sich nicht nur um meine persönliche Einschätzung. So hat etwa Isabel Schnabel den EZB-Rat wiederholt dazu aufgefordert, auf der Juni-Sitzung für eine Zinserhöhung zu stimmen. Ihrer Auffassung nach wird die Inflation zunehmend schwerer zu kontrollieren sein, während der Konflikt im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus die Energiepreise tendenziell nach oben treiben dürften, was wiederum zu einer erneuten Beschleunigung der Inflation führen kann.

Daraus ergibt sich, dass die EZB jetzt handeln sollte. Auch wenn die EZB dazu bereit scheint, wirkt der Markt jedoch weniger überzeugt. Die Nachfrage nach dem Euro veränderte sich am Dienstag nur geringfügig, und EUR/USD bleibt einem erneuten Rückgang näher als einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung.

EUR/USD Analyse – 3. Juni: Erwartungen an EZB-Zinserhöhung steigen

Allgemeine Schlussfolgerungen

Auf Grundlage meiner EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Ergebnis, dass das Instrument sich weiterhin innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrendsegments (im unteren Chart dargestellt) befindet, während sich im kurzfristigen Bild eine Korrekturstruktur weiterentwickelt.

Derzeit könnte sich die Welle 5 als Teil von Welle C ausbilden. Falls die aktuelle Zählung korrekt ist, könnte sich die gesamte Wellenstruktur C letztlich deutlich unterhalb des Niveaus von 1,1400 ausdehnen. Ein derart ausgeprägter Rückgang würde jedoch eine starke Unterstützung durch geopolitische Entwicklungen voraussetzen. Andernfalls könnte die bärische Wellenfolge verkürzt verlaufen und nur geringfügig unterhalb des Bereichs von 1,1600 enden.

In den höheren Zeitrahmen bleibt ein Aufwärtstrendsegment erkennbar, dem die Ausbildung einer korrektiven Wellenstruktur folgt. Kurzfristig dürfte sich Welle C mit Zielen um 1,1352 entwickeln, was dem 38,2%-Fibonacci-Retracement-Level entspricht. Nach Abschluss der A-B-C-Struktur könnte sich ein neuer langfristiger Aufwärtstrend herausbilden.

Wesentliche Grundsätze meiner Analyse

  1. Wellenstrukturen sollten einfach und leicht interpretierbar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und werden häufig überarbeitet.
  2. Wenn Sie sich über die Marktlage im Unklaren sind, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.
  3. Absolute Gewissheit über die zukünftige Kursrichtung ist unmöglich. Verwenden Sie stets schützende Stop-Loss-Orders.
  4. Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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