Während sich Bitcoin nach einer moderaten Korrektur wieder dem Jahrestief nähert und Ether versucht, sich von etwa 1.800 US-Dollar zu erholen, nutzte Bitcoin-Kritiker Peter Schiff den Moment, um zuzuschlagen.

Vor dem Hintergrund fallender Kurse hob er eine kritische Schwachstelle in der Kapitalstruktur von Strategy hervor – einem in den vergangenen Jahren bekannten institutionellen Käufer von Bitcoin. Schiff wies darauf hin, dass die Vorzugsaktien der Serie STRC auf 94,85 US‑Dollar gegenüber einem Nennwert von 100 US‑Dollar gefallen seien, wodurch die aktuelle Dividendenrendite auf 12,12 % gestiegen sei. Die Mechanik der Falle ist einfach und brutal: Je weiter STRC unter dem Nennwert gehandelt wird, desto teurer wird die Bedienung der Dividendenverpflichtungen für das Unternehmen in relativen Begriffen.
Setzt sich der Rückgang von Bitcoin fort, beschleunigt diese Dynamik den Abbau der Barmittelreserven und rückt den Zeitpunkt näher, an dem Strategy gezwungen sein könnte, zunehmend größere Bitcoin‑Bestände zu verkaufen, um die Zahlungen zu finanzieren. Die Emission neuer Vorzugsaktien mit Abschlag unter solchen Bedingungen vertieft das Schuldenloch nur weiter.
Schiffs Argumentation hat auch eine politische Dimension. Er sagt, die Republikaner hätten einen strategischen Fehler begangen, indem sie sich öffentlich mit der Bitcoin‑Erzählung verknüpft hätten: Mr. Trump habe versprochen, die Vereinigten Staaten zur Bitcoin‑Hauptstadt der Welt zu machen, um sich Stimmen und Finanzierung aus der Kryptoindustrie zu sichern, während seine Familie gleichzeitig von persönlichen Kryptoprojekten profitierte. Wenn der Bitcoin‑Zug entgleist, so Schiff, würden die Demokraten die Verluste von Millionen Anlegern sofort als politisches Druckmittel und als Vorwand für die härtestmögliche Regulierung des gesamten Sektors nutzen.
Schiffs zentrale These folgt der klassischen Logik einer Blase: Zunächst saugt der Vermögenswert enorme Geldsummen auf, dann platzt er – und je größer die Zuflüsse, desto schmerzhafter die Folgen.
Das Gegenargument ist nicht trivial: Bitcoin hat mehrere Rückgänge von 70–80 % überstanden und sich jedes Mal wieder erholt. Doch die aktuelle Situation unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von früheren Zyklen: Erstmals sind öffentliche Reserven, die Bilanzen börsennotierter Unternehmen mit Schuldenverpflichtungen sowie die politischen Reputationsträger ranghoher Regierungsvertreter materiell involviert.
Handelsempfehlungen:

Käufer von BTC zielen auf eine Rückkehr zu 64.400 US-Dollar ab – ein Niveau, das einen direkten Weg zu 65.800 US-Dollar und anschließend zu 67.700 US-Dollar eröffnen würde. Ein Ausbruch über 67.700 US-Dollar wäre ein Signal für Versuche, den Bullenmarkt wiederherzustellen. Auf der Unterseite werden Käufer im Bereich von 62.600 US-Dollar erwartet. Ein Rückgang unter diese Zone könnte BTC schnell in Richtung 61.100 US-Dollar drücken, mit einem weiter entfernten Ziel bei 59.600 US-Dollar.

Bei Ethereum würde ein klarer Halt oberhalb von 1.783 $ den direkten Weg in Richtung 1.838 $ eröffnen. Das weiter entfernte Ziel ist das Hoch in der Nähe von 1.901 $; ein Ausbruch über dieses Niveau würde auf eine zunehmende bullische Stimmung und ein erneutes Käuferinteresse hinweisen. Auf der Unterseite werden Käufer im Bereich von 1.724 $ erwartet. Ein Rückgang unter dieses Niveau könnte ETH rasch in Richtung 1.645 $ schicken, mit einem tiefer liegenden Ziel bei 1.593 $.
Was wir im Chart sehen:
- Rote Linien markieren Unterstützungs- und Widerstandsniveaus, an denen entweder mit einer Verlangsamung der Kursbewegung oder mit einem dynamischen Anstieg zu rechnen ist;
- Grüne Linien markieren den 50‑Tage‑gleitenden Durchschnitt;
- Blaue Linien markieren den 100‑Tage‑gleitenden Durchschnitt;
- Hellgrüne Linien markieren den 200‑Tage‑gleitenden Durchschnitt.
Ein Schnitt oder ein Test des Kurses an den gleitenden Durchschnitten stoppt in der Regel entweder die laufende Bewegung oder löst neuen Marktschwung aus.
