Bitcoin und Ethereum haben nicht nur eine neue Phase des Abwärtstrends eingeleitet, sondern sind auch in einen neuen Crash übergegangen, den wir in den vergangenen Monaten erwartet haben. In den letzten vier Tagen hat Bitcoin 16 % seines Werts beziehungsweise 12.000 US-Dollar verloren, während Ethereum um 14 % oder 290 US-Dollar gefallen ist. Man kann sich endlos darüber streiten, warum der Kryptomarkt erneut einbricht, doch wir haben in den letzten drei Monaten durchgehend davor gewarnt – und das sogar ohne Faktoren wie Geopolitik, Inflation oder Stimmungswechsel bei der Federal Reserve einzubeziehen.
Der CEO von CryptoQuant, Ki Young Ju, berichtete derweil, dass derzeit eine großangelegte Eigentümerumschichtung am Markt stattfindet. Ju wies auf eine Rekordnachfrage institutioneller Investoren nach beiden ETFs hin, dennoch befindet sich Bitcoin seit 9 Monaten im Rückgang. Daraus lässt sich der offensichtliche Schluss ziehen, der schon vor einem halben Jahr erkennbar war: Institutionelle Nachfrage ist positiv, aber großes Kapital kann Bitcoin nicht immer vor Kursverlusten bewahren, ihm nicht automatisch Reife verleihen und die Volatilität verringern. Der Preis fällt, weil die Gesamtnachfrage abnimmt, während das Angebot steigt. In diesem Fall spielt es kaum eine Rolle, wie sich das institutionelle Kapital verhält.
Ju hob außerdem hervor, dass zum Beispiel die Firma Strategy ihre Bitcoins nicht verkauft und dass Spot-ETFs in den letzten zwei Jahren etwa eine halbe Million Coins absorbiert haben. Erneut zeigt sich: Die Nachfrage von Spot-Investoren nach börsengehandelten Instrumenten mag gestiegen sein, gleichzeitig ist sie bei Privatanlegern zurückgegangen. Einfach gesagt, man sollte langfristige Schlussfolgerungen über die Kursentwicklung eines Assets nicht allein aus der Beteiligung großen Kapitals ableiten. Derzeit werden rund 40 % aller Bitcoin-Coins mit Verlust gehalten. Unserer Ansicht nach könnte dies zu weiteren Rückgängen führen, wenn Investoren beginnen, ihre Positionen aufzulösen. Die Analysten von CryptoQuant sind hingegen der Meinung, Bitcoin zeige damit seine Reife und sein Wachstum – ein immer größerer Anteil der Coins gelange unter die Kontrolle von Institutionen, ETFs und Großanlegern.
Handelsempfehlungen für BTC/USD:
Bitcoin setzt weiterhin einen voll ausgeprägten Abwärtstrend und eine Korrektur innerhalb dieses Trends fort. Wir rechnen nach wie vor mit einem Rückgang in Richtung 57.500 US-Dollar (dem 61,8-%-Fibonacci-Niveau des dreijährigen Aufwärtstrends), und es gibt nach wie vor keine Anzeichen für den Beginn eines langfristigen Aufwärtstrends. Ein Signal im nächstgelegenen „bearischen“ FVG auf dem Tages-Chart im Bereich von 79.300–81.200 US-Dollar hat sich gebildet und wurde auf dem Stunden-Chart bestätigt. Daher gehen wir kurzfristig von einer Fortsetzung des Abwärtstrends aus, und bärische Formationen behalten im Handel Priorität.
Handelsempfehlungen für ETH/USD:
Auf dem Tages-Chart setzt sich der Abwärtstrend fort, und Ethereum hat eine neue Abwärtsphase begonnen. Das zentrale Verkaufssignal war und bleibt der bearishe Order Block auf dem Wochen-Chart. Wie von uns angekündigt, kann die durch dieses Signal ausgelöste Bewegung stark und langanhaltend sein. Wir gehen nicht davon aus, dass sie beendet ist, da es weder bei Bitcoin noch bei Ethereum Anzeichen für das Ende des Abwärtstrends gibt. Kurzfristig kann Ethereum weiter fallen, ohne dass es Hinweise auf ein Auslaufen des Rückgangs gibt. Zuvor hatten wir ein Kursziel bei 1.742 US-Dollar genannt, das inzwischen erreicht wurde. In dieser Woche werden sich auf dem Tages-Chart bearishe FVGs ausbilden, von denen aus bei entsprechenden Signalen neue Short-Positionen eröffnet werden können.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
CHOCH – Bruch der Trendstruktur.
Liquidity – Stop-Loss- und Pending Orders, die Market Maker zur Aufbau ihrer Positionen nutzen.
FVG – Bereich der Preisineffizienz. Der Kurs läuft sehr schnell durch solche Zonen, was auf das völlige Fehlen einer Marktseite hinweist. Anschließend neigt der Preis dazu, in solche Bereiche zurückzukehren und von dort aus zu reagieren, während der Haupttrend sich fortsetzt.
IFVG – Invertierter Bereich der Preisineffizienz. Nach der Rückkehr in einen solchen Bereich reagiert der Preis nicht darauf, sondern bricht ihn impulsiv, testet ihn anschließend von der Gegenseite.
OB – Order Block. Die Kerze, auf der der Market Maker eine Position eröffnet, um Liquidität einzusammeln und im Anschluss eine eigene Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.


