Im Stundenchart ist GBP/USD am Donnerstag zunächst vom 50,0%-Fibonacci-Level bei 1,3408 und anschließend vom Widerstandsbereich bei 1,3454–1,3466 nach unten abgeprallt. Infolgedessen hat sich die horizontale Handelsspanne weiter auf 1,3408–1,3466 verengt. Ihre Breite beträgt jetzt nur noch 58 Punkte. Aus meiner Sicht spiegelt diese Seitwärtsbewegung die aktuelle Bereitschaft des Marktes zum Handel am besten wider. Eine Konsolidierung oberhalb der Zone 1,3454–1,3466 würde Raum für weitere Kursgewinne in Richtung 1,3526–1,3539 eröffnen, während eine Konsolidierung unterhalb von 1,3408 auf einen Rückgang in Richtung der Unterstützungszone 1,3349–1,3355 hindeuten würde.

Die Wellenstruktur bleibt bärisch, da den Bullen weiterhin ausreichend positive geopolitische Impulse fehlen, um eine breit angelegte Aufwärtsbewegung zu starten. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle konnte das vorherige Hoch nicht durchbrechen, während die jüngste Abwärtswelle das vorherige Tief ebenfalls nicht unterschritten hat. Die geopolitischen Rahmenbedingungen sind derzeit äußerst unsicher, sodass weder Bullen noch Bären einen klaren Vorteil besitzen. Der bärische Trend kann erst dann als abgeschlossen gelten, wenn das Hoch vom 25. Mai überwunden wird.
Der Nachrichtenhintergrund am Donnerstag war neutral, ereignislos und bot nur wenig Interessantes. Zu den Konjunkturdaten gibt es kaum etwas zu sagen, da der einzige nennenswerte Veröffentlichungstermin des Tages der Bericht zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA war. In jüngster Zeit hat der Markt weitaus wichtigere Daten weitgehend ignoriert, sodass der Arbeitslosenantrag-Bericht nur wenig Aufmerksamkeit der Trader auf sich zog. Im Fokus des Marktes stehen weiterhin der geopolitische Konflikt im Nahen Osten und dessen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Die Vereinigten Staaten und der Iran setzen ihre Verhandlungen fort und halten formal einen Waffenstillstand aufrecht, obwohl sie sich regelmäßig mit Angriffen und Drohungen überziehen. In dieser Woche führten Teheran und Washington mehrere Angriffe durch, während Israel am Montag de facto die militärischen Operationen gegen den Libanon wieder aufgenommen hat. Vor diesem Hintergrund wirkt der Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in der Praxis äußerst ungewöhnlich. Beide Seiten greifen weiterhin gegnerische Stellungen an, doch keine bestreitet, dass der Waffenstillstand weiterhin gilt. Ebenso ungewöhnlich verlaufen die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington. Offiziell wurde nur sehr wenig bekanntgegeben, dennoch zeigt sich Donald Trump zuversichtlich, dass bereits an diesem Wochenende ein Abkommen erzielt werden könnte, während Teheran darauf beharrt, dass es keine nennenswerten Fortschritte gegeben habe. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen – oder ihres Ausbleibens – haben sich die Trader entschieden, abzuwarten und auf mehr Klarheit zu hoffen.

Im 4-Stunden-Chart ist GBP/USD vom Widerstandsbereich bei 1,3482–1,3514 nach unten abgeprallt. Dies ermöglicht es Tradern, mit einem Rückgang in Richtung des 23,6%-Fibonacci-Retracements bei 1,3327 zu rechnen. Kurzfristig dürften die Kursbewegungen jedoch in erster Linie von geopolitischen Entwicklungen und weniger von der Chartanalyse abhängen. Die technische Analyse sollte daher nur als ergänzendes Instrument betrachtet werden. Auf keinem Indikator sind derzeit neue Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung in der Kategorie Non-commercial ist in der jüngsten Berichtswoche etwas weniger bärisch geworden. Die Anzahl der Long-Positionen von Spekulanten verringerte sich um 10.097, während die Zahl der Short-Positionen um 13.006 zurückging. Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun effektiv bei 58.000 gegenüber 119.000. Die Bären hatten in den letzten Monaten die Oberhand, was angesichts der geopolitischen Lage im Nahen Osten und der politischen Krise im Vereinigten Königreich nicht überrascht. Der Vorsprung der Bären liegt derzeit bei mehr als zwei zu eins.
Ich rechne weiterhin nicht mit einem anhaltenden bärischen Trend für das Pfund, doch kurzfristig wird alles weniger von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken abhängen, sondern vielmehr von der Dauer, dem Ausmaß und den Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hat sich der Markt auf die Erwartung eines langwierigen Konflikts eingestellt, doch die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass ein Waffenstillstand weiterhin möglich ist, auch wenn der Prozess vermutlich weder schnell noch einfach sein wird.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich:
- Vereinigte Staaten – Nonfarm Payrolls Change (12:30 UTC).
- Vereinigte Staaten – Unemployment Rate (12:30 UTC).
Der Wirtschaftskalender für den 5. Juni umfasst zwei Ereignisse, die ich für Trader als wichtig erachte. Der Einfluss des konjunkturellen Umfelds auf die Marktstimmung wird sich voraussichtlich in der zweiten Tageshälfte bemerkbar machen.
GBP/USD Prognose und Trading-Tipps:
Short-Positionen waren nach einem Rückprall vom Bereich 1,3454–1,3466 im Stundenchart möglich, mit Kurszielen bei 1,3408 und 1,3349–1,3355. Das erste Kursziel wurde bereits erreicht. Long-Positionen können heute nach einem Abprall vom Niveau 1,3408 in Betracht gezogen werden, mit Ziel im Bereich 1,3454–1,3466. Trader können außerdem über Käufe des Währungspaares nach einem Schlusskurs oberhalb von 1,3454–1,3466 nachdenken, mit einem Kursziel bei 1,3526–1,3539.
Die Fibonacci-Grids werden im Stundenchart auf Basis von 1,3158–1,3655 und im 4-Stunden-Chart auf Basis von 1,3866–1,3158 konstruiert.
