Dienstagshandelsanalyse:
1H-Chart des EUR/USD-Paares

Das Währungspaar EUR/USD erlebte am Dienstag eine interessante und vor allem unterhaltsame Handelssitzung. Unterhaltsam waren dabei nicht nur die Bewegungen von Euro und US-Dollar, auch der geopolitische Hintergrund war ausgesprochen lebhaft. Wie wir schon oft betont haben, kann sich die geopolitische Lage etwa fünfmal am Tag ändern. Der Markt ignoriert manche Nachrichten komplett, in anderen Fällen können die Händler ihre Emotionen jedoch nicht im Zaum halten, was zu regelrechten „Ausschlägen“ am Markt führt. Am Dienstagmorgen erklärte Donald Trump erneut, ein Abkommen mit Iran stehe kurz vor der Unterzeichnung, und bis zum Abend wurde bekannt, dass Iran einen amerikanischen Hubschrauber abgeschossen hatte, der in der Straße von Hormus patrouillierte. Kurz darauf erklärte Trump, dieser aggressive Akt werde nicht unbeantwortet bleiben. Im Grunde fasst das alles zusammen, was man über Trumps Abkommen wissen muss, das nun schon seit zwei Monaten „unmittelbar vor der Unterzeichnung“ steht. Es überrascht daher nicht, dass der Dollar in der ersten Tageshälfte fiel und in der zweiten wieder stieg. Der Abwärtstrend hält an, da es keinerlei Anzeichen für ein Friedensabkommen zwischen Iran und den USA gibt. Der Markt ignoriert weiterhin den Großteil der fundamentalen und makroökonomischen Ereignisse.
5-Minuten-Chart des EUR/USD-Paares

Auf dem 5-Minuten-Chart bildeten sich am Dienstag zwei Kaufsignale. Während der asiatischen Handelssitzung prallte das Paar vom Bereich 1,1527–1,1531 ab und stieg in Richtung 1,1584–1,1594. Es verfehlte dieses Ziel um nur wenige Pips. In der amerikanischen Sitzung kehrte das Paar in den Bereich 1,1527–1,1531 zurück und prallte erneut nach oben ab.
Wie man am Mittwoch handelt:
Auf dem Stundenchart ist die Seitwärtsphase beendet, und nach dreiwöchiger Stagnation hat sich der Abwärtstrend wieder fortgesetzt. Ein weiterer Anstieg der amerikanischen Währung wird jedoch vollständig von der Entwicklung der geopolitischen Ereignisse abhängen. Trump kündigt weiterhin an, dass ein Deal mit dem Iran in Kürze abgeschlossen werde. Sollte dies geschehen, wird der Dollar beginnen, an Boden zu verlieren.
Am Mittwoch können Anfänger Short-Positionen mit Kursziel 1,1455–1,1474 eröffnen, falls der Kurs den Bereich 1,1527–1,1531 nach unten durchbricht. Long-Positionen kommen bei einem erneuten Abpraller vom Bereich 1,1527–1,1531 in Betracht, mit Zielen bei 1,1584–1,1594.
Auf dem 5-Minuten-Chart sind folgende Marken zu beachten: 1,1354–1,1363, 1,1413, 1,1455–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1594, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754, 1,1830–1,1837, 1,1899–1,1908. Am Mittwoch wird der US-Inflationsbericht für Mai erwartet, doch das Schicksal des EUR/USD-Paares wird erneut von der Geopolitik bestimmt werden. So könnten die USA beispielsweise heute einen „Vergeltungsschlag“ für den abgeschossenen Hubschrauber führen, was eine weitere Verletzung der Waffenruhe bedeuten und zum möglichen Scheitern der Verhandlungen führen würde.
Grundregeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Bildung benötigt wird (Abpraller oder Ausbruch). Je weniger Zeit es braucht, desto stärker ist das Signal.
- Wenn an einem bestimmten Niveau aufgrund von Fehlsignalen zwei oder mehr Trades eröffnet wurden, sollten alle nachfolgenden Signale von diesem Niveau ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale oder auch gar keine Signale erzeugen. Technische Marken können in diesem Fall vernachlässigt werden.
- Auf dem Stundenchart sollten Signale des MACD-Indikators nur dann gehandelt werden, wenn eine gute Volatilität vorliegt und der Trend durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt ist.
- Wenn zwei Niveaus zu dicht beieinander liegen (5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone betrachtet werden.
- Nachdem sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt hat, sollte der Stop-Loss auf den Break-even nachgezogen werden.
Erklärungen zu den Charts:
Kursniveaus (Zonen) der Unterstützung und des Widerstands dienen als Ziele beim Eröffnen von Long- oder Short-Positionen oder als Quellen von Handelssignalen.
Rote Linien stehen für Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend anzeigen und die bevorzugte Handelsrichtung markieren.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein ergänzender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Berichte (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung des Währungspaares deutlich beeinflussen. Daher sollte zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung mit größter Vorsicht gehandelt werden, oder man sollte den Markt vorübergehend verlassen, um scharfe Umkehrbewegungen gegen den vorangegangenen Trend zu vermeiden.
Einsteiger im Forex-Markt sollten sich bewusst sein, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und konsequentes Money-Management sind entscheidend für langfristigen Erfolg im Handel.
