
Gold (XAU/USD) setzt seine Abwärtsbewegung in Richtung des März-Tiefs fort. Die Eskalation der militärischen Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran erhöht die Inflationsrisiken und stärkt die Erwartungen einer geldpolitischen Straffung durch die Zentralbanken, was zu Abflüssen aus dem nicht verzinsten Edelmetall führt.
Zusätzlicher Abwärtsdruck entsteht durch technische Verkäufe nach dem Bruch unter den wichtigen 200‑Tage Simple Moving Average (SMA). Gleichzeitig ignoriert die aktuelle Korrektur weitgehend die Schwäche des US‑Dollars, die üblicherweise Rohstoffpreisen Unterstützung bietet.
Am Dienstag führten die Vereinigten Staaten Angriffe auf iranische Ziele durch und erklärten, die Maßnahmen seien aus Selbstverteidigung erfolgt, nachdem es im Golf von Hormus zu einem Vorfall mit einem abgeschossenen Apache‑Hubschrauber gekommen war. Als Reaktion meldete die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) Angriffe auf militärische Einrichtungen in Jordanien, Kuwait und Bahrain, wo US‑Truppen stationiert sind, und warnte vor stärkeren Maßnahmen, falls der Druck der USA anhalte. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi betonte ebenfalls, dass Drohungen oder Angriffe nicht unbeantwortet bleiben würden, und forderte die Vereinigten Staaten auf, die Region zu verlassen, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund hält sich eine erhöhte geopolitische Risikoprämie, was dazu beiträgt, dass sich die Ölpreise über den jüngst erreichten Zwei‑Monats‑Tiefs behaupten.
Laut dem CME Group FedWatch Tool schätzt der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve bis zum Jahresende auf rund 75 %, vor dem Hintergrund anhaltend hoher Inflation, die durch hohe Energiepreise getrieben wird. Gleichzeitig nehmen Marktteilnehmer gegenüber dem US‑Dollar eine abwartende Haltung ein und wollen die bevorstehende Veröffentlichung der Inflationsdaten abwarten. Der anstehende Consumer Price Index (CPI)‑Bericht wird ein entscheidender Faktor für den weiteren Kurs der Geldpolitik der Federal Reserve sein und könnte daher die Richtung für die Entwicklung des Dollars vorgeben. In diesem Umfeld üben fundamentale Faktoren weiterhin Druck auf den Goldpreis aus.
Aus technischer Sicht hat der jüngste Bruch unter den 200‑Tage Simple Moving Average (SMA) günstige Rahmenbedingungen für die Bären geschaffen. Die Konsolidierung unterhalb des 200‑Tage‑SMA verstärkt zudem den negativen kurzfristigen Ausblick und erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Preisrückgänge. Die Oszillatoren bleiben negativ, während der Relative Strength Index (RSI) bereits den überverkauften Bereich erreicht hat. Zusammengenommen lassen diese Faktoren Gold anfällig für weitere Abwärtsbewegungen erscheinen, mit dem Potenzial für einen erneuten Test des März‑Tiefs im Bereich von 4.100 US‑Dollar. Der nächstgelegene Widerstand liegt bei 4.260, gefolgt von der 200‑Tage‑EMA und dem 200‑Tage‑SMA.
