Im Stundenchart prallte GBP/USD am Mittwoch vom 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,3408 nach oben ab, fiel anschließend bis in den Unterstützungsbereich von 1,3349–1,3355 und drehte dann von dort wieder nach oben. Infolgedessen könnte das Währungspaar seinen Anstieg heute bis in den Bereich von 1,3408 fortsetzen. Im Verlauf dieser Woche blieb das Pfund in einer Handelsspanne zwischen 1,3349 und 1,3408 gefangen. Eine Konsolidierung unterhalb der Zone von 1,3349–1,3355 würde auf eine Fortsetzung des Rückgangs in Richtung des nächsten Fibonacci-Retracements bei 76,4% bei 1,3277 hindeuten.

Die Wellenstruktur bleibt bärisch, da den Bullen positive geopolitische Entwicklungen fehlen, um eine nennenswerte Aufwärtsbewegung einzuleiten. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle konnte das vorherige Hoch nicht überwinden, während die jüngste Abwärtswelle unter das vorherige Tief gefallen ist. Die geopolitische Lage ist derzeit äußerst unsicher, sodass weder Bullen noch Bären einen klaren Vorteil haben. Der Abwärtstrend kann erst dann als beendet gelten, wenn das Hoch vom 5. Juni überschritten wird.
Der Nachrichtenhintergrund am Mittwoch verschaffte den Bären die Gelegenheit, ihre Bewegung fortzusetzen, auch wenn sie in den vergangenen Wochen offensichtlich an Schwung verloren haben. Der Inflationsbericht zeigte eine weitere Beschleunigung der Gesamtinflation auf 4,2 % im Jahresvergleich, während die Kerninflation auf 2,9 % im Jahresvergleich stieg. In beiden Fällen entsprachen die Werte den Markterwartungen, was das Ausbleiben einer nennenswerten Marktreaktion erklärt. Dennoch stützt die steigende Inflation die restriktiven Markterwartungen und könnte sowohl den US-Dollar als auch die bärische Stimmung gegenüber GBP/USD mittelfristig unterstützen. Diese Unterstützung dürfte jedoch kaum klar erkennbar sein, da die geopolitischen Entwicklungen weiterhin der wichtigste Markttreiber bleiben. Nicht jede Schlagzeile ist in der Lage, die Marktstimmung zu beeinflussen. Der Nachrichtenfluss ist schlichtweg zu groß, und die meisten Ereignisse haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konflikt im Nahen Osten. Infolgedessen konzentrieren sich die Händler auf die wichtigsten Ereignisse, die zuletzt eher selten waren. Teheran und Washington können sich weiterhin auf keine Einigung verständigen und demonstrieren ihren Durchhaltewillen, doch keine der beiden Seiten scheint bereit zu sein, in einen offenen, umfassenden Konflikt einzutreten. Daher folgen auf jede Eskalation oder jeden Verstoß gegen Waffenstillstandsbedingungen in der Regel beschwichtigende Rhetorik und indirekte Angebote, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Im 4-Stunden-Chart prallte GBP/USD vom 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 1,3327 nach oben ab und drehte zugunsten des Pfunds. Daher könnte das Währungspaar kurzfristig zum Widerstandsbereich von 1,3482–1,3514 zurückkehren. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,3327 würde eine Fortsetzung des Rückgangs in Richtung des 0,0%-Fibonacci-Levels bei 1,3159 begünstigen. Aktuell sind in keinem Indikator aufkommende Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report

Die Stimmung in der Kategorie Non-commercial ist in der letzten Berichtswoche weniger bärisch geworden. Die Zahl der Long-Positionen von Spekulanten verringerte sich um 4.291, während die Zahl der Short-Positionen um 13.471 sank. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei rund 53.000 gegenüber 110.000. In den vergangenen Monaten hatten die Bären den Markt klar im Griff, was angesichts der geopolitischen Lage im Nahen Osten und der politischen Krise im Vereinigten Königreich nicht überraschend ist. Der Vorteil der Bären liegt derzeit bei mehr als zwei zu eins.
Ich glaube weiterhin nicht an einen anhaltenden Abwärtstrend beim Pfund. Kurzfristig werden die Entwicklungen jedoch nicht von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken bestimmt, sondern von der Dauer, dem Ausmaß und den Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den letzten Wochen hat sich der Markt auf die Erwartung eines langwierigen Konflikts eingestellt, doch die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass ein Waffenstillstand weiterhin möglich ist, auch wenn er weder schnell noch einfach zu erreichen sein dürfte.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich
- Vereinigte Staaten – Erzeugerpreisindex (PPI) (12:30 UTC).
- Vereinigte Staaten – Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (12:30 UTC).
Der Wirtschaftskalender für den 11. Juni enthält nur zwei Veröffentlichungen, von denen keine als besonders wichtig eingestuft werden kann. Dennoch könnte das konjunkturelle Umfeld in der zweiten Tageshälfte einen spürbaren Einfluss auf die Marktstimmung haben.
GBP/USD-Prognose und Trading-Tipps
Short-Positionen waren nach dem Rebound vom Niveau bei 1,3408 im Stundenchart mit Ziel im Bereich 1,3349–1,3355 möglich. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Short-Positionen können nach einem erneuten Rebound von 1,3408 oder nach einem Schlusskurs unterhalb der Unterstützung bei 1,3349–1,3355 in Betracht gezogen werden. Long-Positionen können heute nach einem Rebound vom Bereich 1,3349–1,3355 mit Ziel bei 1,3408 erwogen werden. Alternativ würde ein Schlusskurs oberhalb von 1,3408 den Weg in Richtung des Zielbereichs 1,3454–1,3466 eröffnen.
Die Fibonacci-Retracement-Niveaus werden im Stundenchart von 1,3158 bis 1,3655 und im 4-Stunden-Chart von 1,3866 bis 1,3158 gezogen.
