Der US-Dollar legte zu, nachdem bekannt wurde, dass die Vereinigten Staaten ihre Angriffe auf den Iran fortsetzten. Gestern meldete das US Central Command eine neue Welle zusätzlicher Angriffe – Einheiten des Marine Corps, der Air Force und der Navy griffen iranische Überwachungssysteme, Luftverteidigungsstellungen und Kommunikationsnetze an. Die Operation endete etwa vier Stunden nach ihrem Beginn.

Unmittelbar danach erklärte Trump, er habe persönlich mit ranghohen iranischen Vertretern gesprochen – diese hätten darum gebeten, die Bombardierungen einzustellen. Er versprach, die Angriffe würden bald enden, fügte jedoch hinzu: Sollten die iranischen Führungskräfte morgen kein Abkommen unterzeichnen, werde die USA erneut zuschlagen.
Dies ist bereits die zweite Angriffswelle in Folge – die erste folgte auf den Abschuss eines US-Apache-Hubschraubers am Dienstag. Teheran bestreitet, direkt mit dem amerikanischen Präsidenten verhandelt zu haben.
Die Lage in der Straße von Hormus hat sich deutlich zugespitzt. Das iranische Staatsfernsehen kündigte unter Berufung auf das Khatam al-Anbiya Central Headquarters eine vollständige Schließung der Meerenge für alle Schiffstypen an – Handels-, Öl- und Gastanker. Die IRGC meldete Angriffe auf zwei Schiffe, die die Passage zu durchqueren versuchten. US Central Command wies zurück, dass die Meerenge geschlossen worden sei, und erklärte, Handelsschiffe würden weiterhin passieren. Beide Seiten beharren auf ihrer Darstellung der Ereignisse – und der Markt weiß nicht, wem er glauben soll.
Ein wichtiger, in den Schlagzeilen oft untergehender Punkt: Trump sagte, die USA hätten bereits die Passage von mehr als 200 Handelsschiffen und die Beförderung von über 100 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge unterstützt – und erklärte, die Straße werde nun von den Vereinigten Staaten kontrolliert, nicht von Iran. Satellitendaten und Berichte von Reedereimanagern zeigen tatsächlich eine allmähliche Belebung des Verkehrs, einschließlich sogenannter Schattentransite mit ausgeschalteten Transpondern. Dennoch liegt die Zahl der täglichen Durchfahrten weiterhin deutlich unter dem Vorkriegsdurchschnitt von 135 Schiffen pro Tag.
Für die Märkte handelt es sich um ein klassisches Szenario eines „Kriegs der Narrative“. Bislang neigen Händler jedoch zum US-Dollar, da die jüngsten US‑Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten auf die Notwendigkeit einer strafferen Haltung der Federal Reserve hindeuten.
Technischer Ausblick
EUR/USD
Käufer müssen die Marke von 1,1555 zurückerobern, um einen Test von 1,1580 ins Visier zu nehmen. Von dort ist ein Anstieg bis 1,1600 möglich, doch dürfte dies ohne Unterstützung der großen Marktteilnehmer schwierig werden. Das weiter entfernte Ziel liegt bei 1,1625. Auf der Unterseite rechne ich mit nennenswertem Kaufinteresse erst im Bereich von 1,1530; sollten dort keine Käufer auftreten, warten Sie auf ein neues Tief bei 1,1505 oder erwägen Sie Long-Positionen ab 1,1480.
GBP/USD
Die Käufer des Pfunds müssen den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3390 überwinden, um 1,3415 anzuvisieren, oberhalb dessen ein weiterer Anstieg schwierig werden dürfte. Das fernere Ziel liegt im Bereich von 1,3440. Auf der Unterseite werden die Bären versuchen, unterhalb von 1,3360 die Kontrolle zu übernehmen; gelingt ihnen das, dürfte ein Ausbruch die Bullen stark unter Druck setzen und GBP/USD in Richtung 1,3330 mit der Perspektive eines Rückgangs bis 1,3299 treiben.
