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FX.co ★ EUR/USD Überblick. 12. Juni. Die EZB strafft, der Markt bleibt still

EUR/USD Überblick. 12. Juni. Die EZB strafft, der Markt bleibt still

EUR/USD Überblick. 12. Juni. Die EZB strafft, der Markt bleibt still

Das Währungspaar EUR/USD zeigte sich am Donnerstag recht träge, obwohl ein wirklich bedeutendes Ereignis stattfand – die Sitzung der European Central Bank und die erste Zinserhöhung seit 2023. Zur Erinnerung: Die ECB sah sich praktisch gezwungen, die Refinanzierungssätze anzuheben, um das unkontrollierte Wachstum der Verbraucherpreise einzudämmen, das durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelöst wurde und zu einem starken Anstieg der Energiepreise geführt hat. Gleichzeitig bereiten weder die Federal Reserve noch die Bank of England eine Straffung der Geldpolitik vor, auch wenn ihre Sitzungen in der kommenden Woche anstehen.

Einerseits lässt sich die Passivität des Marktes leicht erklären. Die Zinserhöhung der ECB war im Vorfeld bekannt, und der Markt hätte sie durchaus vorab einpreisen können. Das ist jedoch nicht geschehen, da der Euro in den letzten Wochen nur selten Aufwärtsbewegungen zeigte. Infolgedessen wurde die ECB-Sitzung weitgehend ignoriert, ebenso wie viele andere jüngste fundamentale und makroökonomische Ereignisse.

Andererseits handelt es sich dabei weder um ein gewöhnliches Ereignis noch um eine gewöhnliche Entscheidung. Die ECB ist die erste Zentralbank der G7, die eine Straffung der Geldpolitik vornimmt. Zwar liegt die Inflation im Euroraum niedriger als etwa in den USA, doch haben die USA ihre ganz eigenen Probleme. Die Fed lässt sich Zeit und befindet sich nach den Aussagen der Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses in einer komfortablen Position, die Lage zunächst zu beobachten. Es ist schwer nachzuvollziehen, was daran vorteilhaft sein soll, in einer abwartenden Haltung zu verharren, während sich die Inflation innerhalb von drei Monaten nahezu verdoppelt hat – doch das ist nun einmal die Position der Fed.

Der Markt bleibt weiterhin vollständig auf den geopolitischen Konflikt im Nahen Osten fokussiert. Da in letzter Zeit jedoch nur zweitrangige Meldungen oder unbestätigte Informationen eingetroffen sind, hat er darauf überhaupt nicht reagiert. Die Händler warten auf eine klare, öffentlich sichtbare Lösung des Konflikts. Entweder beginnen Teheran und Washington einen neuen Krieg, oder sie unterzeichnen ein Friedensabkommen. Derzeit befinden sich beide Seiten irgendwo zwischen diesen beiden Optionen. Da es in dieser Frage momentan an konkreten Fakten fehlt, zögert der Markt, neue Long- oder Short-Positionen zu eröffnen.

Was bleibt den Tradern in dieser Situation also übrig? Aus unserer Sicht können sie nur auf wirklich bedeutende und einschneidende Ereignisse warten, etwa eine politische Krise im Vereinigten Königreich, eine Wiederaufnahme des Krieges im Nahen Osten, einen Waffenstillstand zwischen Iran und den USA oder eine Zinserhöhung der Fed. Alle anderen Daten sind derzeit von nachgeordneter Bedeutung, und es ist eher unwahrscheinlich, dass der Markt darauf reagiert.

Im Tageschart ist klar zu erkennen, dass sich das Paar EUR/USD seit 10 Monaten in einer Seitwärtsrange zwischen 1,1440 und 1,1850 bewegt und diese nur einmal kurzzeitig nach oben bzw. unten verlassen hat. Auch wenn diese Seitwärtsphase nicht unbedingt das klassischste Beispiel ist, das Trader je gesehen haben, bleibt sie dennoch eine Seitwärtsbewegung. Der Kurs notiert aktuell sehr nahe an der unteren Begrenzung dieser Range, doch ohne geopolitische Unterstützung wird es der Gemeinschaftswährung schwerfallen, eine neue Aufwärtsphase einzuleiten. Die langfristigen Perspektiven bleiben jedoch unverändert: Der Euro dürfte sich gegenüber dem US-Dollar weiter stärken.

EUR/USD Überblick. 12. Juni. Die EZB strafft, der Markt bleibt still

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten fünf Handelstagen beträgt zum 12. Juni 63 Pips und wird damit als „durchschnittlich“ eingestuft. Für Freitag erwarten wir eine Bewegung des Paares in einer Spanne zwischen 1,1460 und 1,1586. Der obere Kanal der linearen Regression hat sich nach oben verschoben, was auf einen möglichen Aufwärtstrend hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat zwei bärische Divergenzen ausgebildet, die vor dem Beginn einer noch nicht abgeschlossenen Abwärtskorrektur warnen. Am Freitag ist er in den überverkauften Bereich eingetreten und signalisiert damit ein mögliches Ende der Korrektur.

Nächste Unterstützungszonen:

  • S1 – 1,1475
  • S2 – 1,1414
  • S3 – 1,1353

Nächste Widerstandsbereiche:

  • R1 – 1,1536
  • R2 – 1,1597
  • R3 – 1,1658

Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar EUR/USD setzt seine Abwärtsbewegung fort, bei der es sich vermutlich um eine Korrektur innerhalb des globalen Aufwärtstrends handelt. Der globale fundamentale Hintergrund für den Dollar bleibt äußerst negativ, und nur geopolitische Faktoren stützen ihn regelmäßig. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Zielen bei 1,1475 und 1,1460 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1719 und 1,1780 relevant. Der Markt entfernt sich weiterhin von geopolitischen Faktoren, doch in den letzten Wochen war der Dollar gefragt, da die Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten nachgelassen hat.

Hinweise zu den Abbildungen:

  • Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, deutet dies auf einen starken Trend hin.
  • Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.
  • Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
  • Volatilitätsniveaus (rote Linien) kennzeichnen einen wahrscheinlichen Preiskanal, in dem sich das Paar am nächsten Tag auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren bewegen wird.
  • Der CCI-Indikator: Sein Eintritt in überverkaufte Bereiche (unter -250) oder überkaufte Bereiche (über +250) deutet auf eine bevorstehende Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung hin.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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