
Gold (XAU/USD) blieb während der frühen europäischen Sitzung am Freitag unter dem Widerstandsniveau von 4.260 USD, während es sich über dem am Vortag verzeichneten Tiefstand seit November halten konnte. Widersprüchliche Aussagen über ein mögliches Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran haben die Nachfrage nach dem US-Dollar gestützt, der weiterhin ein entscheidender Belastungsfaktor für die Preise der Edelmetalle ist.

Zusätzlicher Druck geht von der restriktiven Haltung der Federal Reserve aus, die weiterhin Kapitalabflüsse aus nicht verzinslichen Anlagen wie Gold begünstigt.
Am Donnerstag erklärte der US-Präsident Donald Trump, dass bereits eine Einigung mit dem Iran erzielt worden sei und ein endgültiges Dokument in naher Zukunft, möglicherweise am Wochenende, unterzeichnet werden könne. Dieser Optimismus verflog jedoch schnell, nachdem iranische Beamte bestritten hatten, dass eine endgültige Vereinbarung erreicht worden sei. Außerdem berichten Medien, dass Irans neuer Oberster Führer, Mojtaba Khamenei, die von den Vereinigten Staaten vorgeschlagene Vereinbarung abgelehnt habe.
Die Lage wurde zusätzlich durch Erklärungen des iranischen Außenministeriums verkompliziert, wonach mehrere zentrale Fragen weiterhin ungelöst seien, darunter die Kontrolle über die Straße von Hormus und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, wie die Fars News Agency meldet.
Die Spannungen haben sich zudem verschärft, nachdem Berichte bekannt wurden, dass iranische Streitkräfte die Durchfahrt eines Tankers durch die strategisch wichtige Straße von Hormus ohne vorherige Koordinierung blockiert hätten, was die Unsicherheit über Teherans Position unterstreicht. Gleichzeitig berichtete Fox News, dass US-Streitkräfte in der Nähe der Meerenge zwei iranische Angriffs-Drohnen abgefangen und zerstört hätten. Diese Entwicklungen stützen weiterhin die geopolitische Risikoprämie, halten die Ölpreise auf einem erhöhten Niveau und verstärken die Inflationssorgen.
Vor diesem Hintergrund mehren sich in den Vereinigten Staaten die Anzeichen für neuen Inflationsdruck, was das Argument für länger anhaltend höhere Zinsen untermauert. Die in dieser Woche veröffentlichten Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI) und zum Erzeugerpreisindex (PPI) deuteten auf eine erneute Beschleunigung der Inflation hin und stärkten die Erwartungen einer weiteren Straffung der Geldpolitik bis zum Jahresende. Dies stützt weiterhin den US-Dollar und erhöht den Druck auf Gold.
Dennoch könnten Marktteilnehmer davor zurückschrecken, aggressiv neue Short-Positionen in XAU/USD aufzubauen, und es vorziehen, weitere Entwicklungen in der geopolitischen Lage im Nahen Osten abzuwarten. Trotzdem steuert das Edelmetall weiterhin auf die zweite Woche in Folge mit deutlichen Verlusten zu.
Aus technischer Sicht weist Gold kurzfristig einen bärischen Bias auf und bleibt unter seinem 200-Tage Simple Moving Average (SMA). Die Momentum-Indikatoren befinden sich weiterhin im negativen Bereich, was darauf hindeutet, dass die Bären weiterhin die Oberhand haben. Der Widerstand liegt nach wie vor bei 4.260 US-Dollar, während die zentrale Unterstützung bei 4.015 US-Dollar verläuft.
