
Für die US‑Währung könnte die laufende Woche recht düster verlaufen. In den vergangenen Monaten hat der Dollar häufig starke Unterstützung vom Markt erhalten – vor allem aufgrund des geopolitischen Konflikts im Nahen Osten. Marktteilnehmer suchten oft Zuflucht vor Risiken im US‑Dollar, was zu dessen regelmäßiger Aufwertung führte. Doch die Zeiten ändern sich. Iran und die USA könnten bis zum Ende der Woche ein Friedensabkommen unterzeichnen und damit die Straße von Hormus wieder öffnen. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass die Nachfrage nach der US‑Währung in dieser Woche zunimmt, sofern das Abkommen nicht in letzter Minute scheitert.
Außerdem findet am Mittwochabend die Sitzung der Federal Reserve statt – die erste unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Wie wichtig ist dieses Ereignis, und womit sollten Trader rechnen? Das ist derzeit wohl die schwierigste Frage. Meiner Ansicht nach wurde Warsh von Trump ernannt, um das FOMC daran zu hindern, die Zinsen anzuheben. Folglich wird Warsh vermutlich alles tun, um auf seine Kollegen einzuwirken und sie davon zu überzeugen, dass eine Straffung der Geldpolitik nicht erforderlich ist. Ob ihm das gelingt, ist ungewiss, doch ein Ende des Konflikts im Nahen Osten könnte die Position des neuen Fed‑Chefs stärken.
Endet der Krieg zwischen Iran und den USA, könnte sich die Inflation tatsächlich zu verlangsamen beginnen. Die Frage ist, in welchem Ausmaß sie sich ohne Eingreifen der Fed abschwächt. Kehrt sie auf das Vorkriegsniveau zurück? Allerdings ist es noch zu früh, um all dies abschließend zu diskutieren; zunächst muss die Beilegung des Konflikts abgewartet werden.
So ist es eher unwahrscheinlich, dass die Fed am Mittwochabend einen „hawkishen“ Kurs einschlägt. Entsprechend dürfte der Dollar keine Unterstützung vom Markt erhalten, und laut dem CME FedWatch‑Tool ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis zum Jahresende bereits von 70 % auf 50 % gesunken. Es ist gut möglich, dass diese Wahrscheinlichkeit bis Freitag weiter zurückgeht. Sollte Warsh nach der Sitzung erklären, dass eine Zinserhöhung nicht erforderlich sei, könnte die Nachfrage nach der US‑Währung deutlich nachlassen, da der Markt in letzter Zeit verstärkt eine straffere Geldpolitik eingepreist hat.

Auf Grundlage all dessen sind die Chancen auf eine Dollarstärkung in dieser Woche gering. Meiner Ansicht nach ist der Dollar in den vergangenen Monaten bereits ausreichend gestiegen, auch wenn er gegenüber dem Euro und dem Pfund keine deutliche Aufwertung gezeigt hat.
Wellenstruktur für EUR/USD:
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendabschnitt befindet, sich kurzfristig jedoch in einem abwärtsgerichteten Trendabschnitt befindet, der bereits abgeschlossen sein könnte. Meiner Meinung nach ist dies ein guter Zeitpunkt, um Versuche zu unternehmen, Long-Positionen aufzubauen. Der erfolglose Versuch, die Marke von 1,1513, die 76,4 % auf der Fibonacci-Skala entspricht, zu durchbrechen, in Kombination mit der abgeschlossenen Ausprägung des abwärtsgerichteten Trendabschnitts, ermöglicht die Annahme eines Übergangs des Instruments in eine aufwärtsgerichtete Wellenformation mit Zielen im Bereich der 17er-Figur und höher.
Wellenstruktur für GBP/USD:
Die Wellenstruktur des Instruments GBP/USD ist klarer geworden. Das Instrument hat derzeit drei Wellen nach unten ausgebildet, während EUR/USD fünf Wellen ausgebildet hat. Folglich könnte sich das Pfund auf die Ausbildung einer korrektiven Struktur beschränken, und beide Währungspaare könnten damit beginnen, aufwärtsgerichtete Trendabschnitte zu bilden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist dies lediglich eine Hypothese, aber eine plausible. Falls sie sich bestätigt, wird das Instrument beginnen zu steigen, mit Zielen im Bereich der 35er-Figur und darüber. Marktteilnehmer haben aktuell eine gute Gelegenheit für Käufe.
Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und führen häufig zu Änderungen.
- Wenn unklar ist, was am Markt geschieht, ist es besser, nicht einzusteigen.
- Es kann niemals 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung geben. Vergessen Sie nicht den Einsatz von schützenden Stop-Loss-Orders.
- Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.
