Die Händler haben inzwischen erkannt, dass die U.S. Federal Reserve unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh nicht mehr zum Scherzen aufgelegt ist.
Die restriktive Geldpolitik der Fed droht einen neuen bullischen Ausbruch des US-Dollars auszulösen, der die dämpfende Wirkung des U.S.-Iran-Deals deutlich überwiegt. Vor dem Hintergrund der jüngsten Fed-Äußerungen, die auf eine anhaltend straffe Geldpolitik hindeuten, zeigt der US-Dollar Anzeichen eines möglichen bullischen Ausbruchs. Diese Signale werden immer deutlicher, da die Fed offenbar entschlossen ist, die Zinsen über einen längeren Zeitraum hinweg aggressiver anzuheben, um die Inflation zu bekämpfen.
Einerseits könnte jede Vereinbarung, die in der Lage ist, die Spannungen zwischen den USA und dem Iran zu entschärfen, durch sinkende Energiepreise und geringere geopolitische Risiken einen bremsenden Effekt auf den Dollar ausüben. Im aktuellen Umfeld dürfte dieser Effekt jedoch im Vergleich zur Stützkraft der Fed-Politik eher gering ausfallen. Höhere Finanzierungskosten in den USA infolge der geldpolitischen Straffung machen US-Anlagen für internationale Investoren attraktiver, was Kapitalzuflüsse anregt und damit den Dollar stärkt.
Die heutige Veröffentlichung der Daten zum deutschen Erzeugerpreisindex wird zwar mit erhöhtem Interesse erwartet, dürfte aber kaum als Lokomotive für eine Euro-Stärkung dienen. Traditionell werden starke Großhandelspreisdaten als Vorbote einer möglichen geldpolitischen Straffung durch die Zentralbank interpretiert. Allerdings hat die European Central Bank bereits in der vergangenen Woche reagiert, und selbst eine positive Abweichung von den durchschnittlichen Prognosen der Volkswirte könnte im aktuellen Umfeld von einem breiteren Spektrum makroökonomischer Faktoren überlagert werden.
Selbst wenn der Erzeugerpreisindex eine unerwartet positive Dynamik zeigt, dürfte der Markt dies eher als vorübergehendes Phänomen werten oder als Signal dafür, dass die Produzenten versuchen, steigende Kosten an die Verbraucher weiterzugeben.
Beim Pfund werden Daten zu den britischen Einzelhandelsumsätzen erwartet. Diese Zahlen werden ein Schlüsselfaktor für die kurzfristige Ausrichtung des GBP/USD-Währungspaares sein. Schwache Werte, die auf eine Abschwächung der Konsumnachfrage hindeuten, könnten die Sorgen um den Zustand der britischen Wirtschaft verstärken und das Pfund belasten. In einem solchen Szenario dürfte der Rückgang von GBP/USD an Tempo gewinnen, da Händler dazu neigen könnten, ihre Positionen in sichere Anlagen umzuschichten.
Ebenso wichtig sind die Daten zur Nettokreditaufnahme des öffentlichen Sektors. Ein Anstieg des Haushaltsdefizits oder ein unerwartet hohes Schuldenniveau könnte Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Stabilität Großbritanniens auslösen. Dies könnte wiederum zu Verkäufen britischer Anleihen führen und in der Folge die Landeswährung schwächen.
Wenn die Daten mit den Prognosen der Volkswirte übereinstimmen, ist es besser, nach der Mean Reversion-Strategie zu handeln. Fallen die Daten deutlich höher oder niedriger aus als erwartet, ist die Momentum-Strategie die passendere Wahl.
Momentum-Strategie (auf Ausbruch):
Für das EUR/USD-Paar
- Long-Positionen bei einem Ausbruch über 1,1450 könnten den Euro in Richtung 1,1485 und 1,1527 treiben;
- Short-Positionen bei einem Ausbruch unter 1,1430 könnten den Euro in Richtung 1,1414 und 1,1385 fallen lassen;
Für das GBP/USD-Paar
- Longs bei einem Ausbruch über 1,3207 könnten das Pfund in Richtung 1,3249 und 1,3285 steigen lassen;
- Shorts bei einem Ausbruch unter 1,3168 könnten das Pfund in Richtung 1,3131 und 1,3097 drücken;
Für das USD/JPY-Paar
- Longs bei einem Ausbruch über 161,56 könnten den Dollar in Richtung 161,83 und 162,04 steigen lassen;
- Shorts bei einem Ausbruch unter 161,30 könnten den Dollar in Richtung 161,10 und 160,90 fallen lassen;
Mean Reversion-Strategie (auf Rücklauf):

Für das Währungspaar EUR/USD
- Short-Positionen werden nach einem gescheiterten Ausbruch über 1,1460 bei einer Rückkehr unter dieses Niveau gesucht;
- Long-Positionen werden nach einem gescheiterten Ausbruch unter 1,1423 bei einer Rückkehr zu diesem Niveau gesucht;

Für das Währungspaar GBP/USD
- Short-Positionen werden nach einem gescheiterten Ausbruch über 1,3202 gesucht, wenn der Kurs wieder unter dieses Niveau fällt;
- Long-Positionen werden nach einem gescheiterten Ausbruch unter 1,3161 gesucht, wenn der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt;

Für das Währungspaar AUD/USD
- Short-Positionen werden in Betracht gezogen, wenn ein Ausbruch über 0,7015 scheitert und der Kurs unter dieses Niveau zurückfällt;
- Long-Positionen werden in Betracht gezogen, wenn ein Ausbruch unter 0,6987 scheitert und der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt;

Für das Währungspaar USD/CAD
- Short-Positionen werden nach einem gescheiterten Ausbruch über 1,4170 bei einer Rückkehr unter dieses Niveau gesucht;
- Long-Positionen werden nach einem gescheiterten Ausbruch unter 1,4125 bei einer Rückkehr zu diesem Niveau gesucht;
