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FX.co ★ EUR/USD – 22. Juni: Die Straße von Hormus ist erneut geschlossen

EUR/USD – 22. Juni: Die Straße von Hormus ist erneut geschlossen

Das Währungspaar EUR/USD setzte seine Abwärtsbewegung in Richtung des 100,0%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,1409 am Freitag fort. Diese Bewegung könnte sich am Montag fortsetzen, da das geopolitische Umfeld für die Bullen weiterhin äußerst ungünstig und ausgesprochen widersprüchlich ist. Ein Abprall vom Niveau bei 1,1409 würde den Euro begünstigen und eine moderate Erholung in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Levels bei 1,1514 ermöglichen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1409 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung des nächsten Fibonacci-Levels von 127,2% bei 1,1291 erhöhen.

EUR/USD – 22. Juni: Die Straße von Hormus ist erneut geschlossen

Die Wellenstruktur im Stundenchart hat sich erneut verändert. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch überschritten, aber die neue Abwärtswelle ist auch unter das vorherige Tief gefallen. Damit hat sich der Trend wieder in einen Abwärtstrend verwandelt. Die geopolitischen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Wochen deutlich verbessert, aber die Federal Reserve hat eine neue Welle von Abwärtsdruck ausgelöst. Für eine voll ausgeprägte Abwärtsbewegung wären zusätzliche Faktoren erforderlich, die ich derzeit nicht erkenne, aber die Bullen leisten im Moment praktisch keinen Widerstand.

Am Freitag gab es nur sehr wenige wichtige Ereignisse oder Nachrichtenveröffentlichungen. Allerdings tauchten am Sonntag neue Informationen aus dem Nahen Osten auf, die kaum als positiv zu bezeichnen sind. Iran hat als Reaktion auf die andauernden militärischen Aktionen Israels gegen den Libanon erneut eine Blockade der Straße von Hormus verhängt. Die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran über ein Nuklearabkommen sind erneut vom Scheitern bedroht, obwohl die erste Gesprächsrunde am Sonntag stattgefunden hat. In diesem Stadium lassen sich keine eindeutigen Schlussfolgerungen ziehen. Einige Medien berichten über Anzeichen von Fortschritten, während andere die Gespräche als erfolglos beschreiben. Verlässliche Informationen liegen weiterhin nicht vor. In der Nacht erklärte Donald Trump, er würde neue Angriffe gegen Iran anordnen, falls kein Nuklearabkommen unterzeichnet wird. Er forderte Teheran zudem auf, nicht zuzulassen, dass der Krieg zwischen Israel und dem Libanon die Verhandlungen mit Washington entgleisen lässt. Offizielle Stellen in Teheran erklärten, dass die Bedingungen des in der vergangenen Woche unterzeichneten Abkommens von den Vereinigten Staaten nicht erfüllt würden und die Straße von Hormus daher geschlossen bleibe. Infolgedessen starten die Bären mit neuen Chancen in die Handelswoche, ihren Druck auf den Markt weiter zu verstärken.

EUR/USD – 22. Juni: Die Straße von Hormus ist erneut geschlossen

Im 4‑Stunden‑Chart setzt das Paar seine Abwärtsbewegung in Richtung des 100,0%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,1411 fort. Ein Abprall von diesem Niveau würde dem Euro etwas Entlastung verschaffen und die Chance auf eine Korrekturbewegung in Richtung des 76,4%-Retracement-Levels bei 1,1514 eröffnen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1411 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs erhöhen. Aktuell sind auf keinem Indikator sich entwickelnde Divergenzen zu beobachten.

Commitments of Traders (COT) Report:

EUR/USD – 22. Juni: Die Straße von Hormus ist erneut geschlossen

In der letzten Berichts­woche schlossen professionelle Händler 15.878 Long-Positionen und eröffneten 19.056 Short-Positionen. In den sieben Wochen im Februar und März verschwand der überwältigende Vorteil der Bullen infolge des Krieges im Iran. In den darauffolgenden elf Wochen stabilisierte sich die Lage vor dem Hintergrund der Aussetzung der Feindseligkeiten im Nahen Osten, und die Bullen haben ihre Dominanz erneut zurückgewonnen. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beläuft sich derzeit auf 219.000, während die Zahl der Short-Positionen 205.000 beträgt.

In der langfristigen Perspektive bleiben große Marktteilnehmer dem Euro insgesamt gegenüber positiv eingestellt. Selbstverständlich beeinflussen globale Entwicklungen unterschiedlichster Art – an denen es in den vergangenen Jahren nicht gemangelt hat – weiterhin die Stimmung der Anleger. Derzeit liegt der Marktfokus nach wie vor auf dem Nahen Osten, wo der Konflikt nur unterbrochen, aber nicht gelöst wurde. Daher werden Euro und US-Dollar in der näheren Zukunft weniger von der Geldpolitik der Federal Reserve und der EZB oder von Konjunkturdaten abhängen, sondern stärker von den Entwicklungen im Iran.

Konjunkturkalender für die Vereinigten Staaten und die Europäische Union:

Am 22. Juni stehen keine nennenswerten wirtschaftlichen Ereignisse an. Daher dürfte das konjunkturelle Umfeld die Marktstimmung am Montag kaum beeinflussen.

Prognose und Trading-Empfehlungen für EUR/USD:

Long-Positionen können heute in Betracht gezogen werden, falls das Währungspaar auf dem Stunden-Chart vom Niveau 1,1411 nach oben abprallt, mit einem Ziel bei 1,1514. Short-Positionen konnten zuvor nach einem Schlusskurs unterhalb von 1,1578 und einem weiteren Schlusskurs unterhalb von 1,1514 eröffnet werden, mit einem Ziel bei 1,1411. Das Ziel wurde fast erreicht. Neue Short-Positionen können nach einer Konsolidierung unterhalb von 1,1411 in Erwägung gezogen werden, mit einem Ziel bei 1,1291.

Die Fibonacci-Retracement-Gitter sind sowohl im Stunden- als auch im 4-Stunden-Chart vom Niveau 1,1411 bis 1,1850 eingezeichnet.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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