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FX.co ★ AUD/USD: Schwarze Phase für den AUD

AUD/USD: Schwarze Phase für den AUD

Der australische Dollar gegenüber der US‑Währung testet bereits den zweiten Tag in Folge die Marke von 0,68 und nähert sich damit den tiefsten Kursständen der letzten drei Monate. Der Greenback treibt die Abwärtsbewegung an, da er sich angesichts zunehmender, restriktiver Erwartungen an weitere Schritte der Fed an den Märkten aufwertet. Der Aussie trägt nach einem schwachen Inflationsbericht und gemischten Daten vom australischen Arbeitsmarkt ebenfalls zur Abwärtsdynamik bei. Das verschafft den Bären gute Chancen, die Unterstützung bei 0,6890 (untere Linie der Bollinger Bänder im Tageschart) zu durchbrechen und sich innerhalb der 0,68er‑Zone zu behaupten.

AUD/USD: Schwarze Phase für den AUD

Beginnen wir mit den veröffentlichten VPI-Daten für Mai. Das auffälligste Merkmal ist eine Verlangsamung der Gesamtinflation. Die jährliche Teuerungsrate des Verbraucherpreisindex (Headline CPI) fiel auf 4,0 % nach 4,3 % im April. Der Indikator zeigt damit bereits den zweiten Monat in Folge einen Abwärtstrend, nachdem er im März mit 4,6 % seinen Höhepunkt erreicht hatte. Bemerkenswert ist, dass diese Komponente des Berichts „im roten Bereich“ lag, da der Markt angesichts der Krise im Nahen Osten und des Sprungs der Ölpreise eigentlich mit einer Beschleunigung der Inflation auf 4,4 % gerechnet hatte (zur Erinnerung: Der Bericht bezieht sich auf Mai, als die Straße von Hormus vollständig blockiert war). Die tatsächlichen Werte fielen deutlich schwächer aus als erwartet.

Was bedeutet das? Vor allem, dass der Öl-Faktor aufgehört hat, die Inflation nach oben zu treiben. Im Mai sind die Kraftstoffpreise gefallen, wodurch der Druck von den Transportkosten nachließ. Die Verlangsamung des Preisanstiegs im Transportsektor war einer der Hauptgründe für den Rückgang des Headline CPI.

Für die Reserve Bank of Australia ist dies ein wichtiges, man könnte sagen zentrales Signal, denn der Energieschock wurde als größtes Risiko hinter der Inflationswelle im Frühjahr angesehen.

Ein weiteres Argument gegen den Aussie ist der Rückgang der Inflationserwartungen der privaten Haushalte. Laut den jüngsten Umfragen von ANZ fielen die Inflationserwartungen im Mai auf 6,3 % nach 7,0 % im April (die langfristigen Erwartungen sanken auf 5,8 %). Das ist bedeutsam (auch für die RBA), da sinkende Inflationserwartungen typischerweise einem tatsächlichen Rückgang der Inflation vorausgehen.

Andererseits hat sich die Kerninflation (der „trimmed mean“) im Mai überraschend beschleunigt – von 3,4 % auf 3,6 % gegenüber dem Vorjahr –, was darauf hindeutet, dass der binnenwirtschaftliche Preisdruck nicht verschwunden ist. Die Märkte konzentrierten sich jedoch auf den Rückgang des Headline CPI, der nun bereits den zweiten Monat in Folge im Gegensatz zu den Erwartungen nachgelassen hat. Diese Entwicklung verringert die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen der RBA in der näheren Zukunft.

Die heutigen Arbeitsmarktdaten für Mai haben dieses übergeordnete fundamentale Bild lediglich bestätigt, trotz einer auf den ersten Blick starken Schlagzeile: Die Beschäftigung stieg um 40.000 Stellen (nach einem Rückgang im April), und die Arbeitslosenquote sank von 4,5 % auf 4,4 %.

Die Zusammensetzung der Veröffentlichung signalisiert jedoch besorgniserregende Tendenzen.

Erstens entfiel der Großteil der neuen Stellen auf Teilzeitarbeit, während die Vollzeitbeschäftigung nur moderat zunahm (eine Aufteilung von 35.000 zu 5.000). Der Markt misst einer nachhaltigen Schaffung von Vollzeitstellen deutlich höheren Wert bei: Beschäftigungswachstum, das vor allem von Teilzeitstellen getragen wird, deutet in der Regel darauf hin, dass Arbeitgeber zögern, ihren festen Personalbestand auszuweiten. Das ist ein Anzeichen für einen sich allmählich abkühlenden Arbeitsmarkt.

Das zweite negative Signal ist ein monatlicher Rückgang der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden um 1,1 %. Dies ist wohl die schwächste Komponente des Mai-Berichts und macht den positiven Gesamteindruck weitgehend zunichte. Formal gibt es zwar mehr Arbeitsplätze, doch effektiv hat die Volkswirtschaft weniger Arbeitsstunden hinzugewonnen. Dieses Muster weist auf eine sinkende Geschäftstätigkeit und eine geringere Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen hin.

Das dritte negative Signal ist ein Rückgang der offenen Stellen. Die in dieser Woche veröffentlichten Daten zeigen, dass die Zahl der offenen Stellen im zweiten Quartal sowohl im Quartals- als auch im Jahresvergleich um 2,1 % zurückging, wobei insbesondere die Nachfrage nach Arbeitskräften im Finanz- und Dienstleistungssektor deutlich nachließ. Offene Stellen sind ein vorlaufender Indikator für den Arbeitsmarkt: Rückgänge gehen üblicherweise einer langsameren Einstellung und einer höheren Arbeitslosigkeit in den Folgemonaten voraus.

Die Arbeitsmarktdaten für Mai sollten im weiteren makroökonomischen Kontext betrachtet werden. Das BIP im ersten Quartal war schwach, die Konsumnachfrage bleibt volatil, und die hohen Kreditkosten belasten die Binnennachfrage weiterhin. Unter solchen Bedingungen kann sich selbst eine moderate Verschlechterung des Arbeitsmarktes schon bald in einer deutlich ausgeprägteren Abschwächung der Beschäftigung niederschlagen.

Zusammengefasst haben die in dieser Woche veröffentlichten Makrodaten die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen der RBA deutlich verringert. Mehr noch, die Märkte diskutieren nun die Möglichkeit einer geldpolitischen Lockerung in der zweiten Jahreshälfte. Eine sich ausweitende Divergenz zwischen der Geldpolitik der Fed und der RBA setzt AUD/USD unter Druck und stützt weiteres Abwärtspotenzial.

Dennoch erscheint es sinnvoll, neue Short-Positionen erst dann einzugehen, wenn es den Verkäufern gelingt, die Marke von 0,6890 (untere Linie der Bollinger-Bänder im Tageschart) klar zu durchbrechen. Erst dann würde der Weg zur nächsten Barriere bei 0,6850 (untere Linie der Bollinger-Bänder im Wochenchart) frei.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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