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FX.co ★ EUR/USD. US-BIP und Kern-PCE-Index: Zwei Trümpfe für den Greenback

EUR/USD. US-BIP und Kern-PCE-Index: Zwei Trümpfe für den Greenback

Das Währungspaar EUR/USD hat sich im Bereich der 1,13er-Marke eingependelt und testet bereits den zweiten Tag in Folge das Unterstützungsniveau von 1,1330, das der unteren Linie der Bollinger-Bänder im H4‑Zeitfenster entspricht. Der Fokus der Trader liegt weiterhin auf der Geldpolitik der Federal Reserve vor dem Hintergrund der eher restriktiven Signale nach der Juni-Sitzung. Die Zentralbank hat alle geldpolitischen Parameter unverändert gelassen, aber die Bedeutung der Wiederherstellung der Preisstabilität in den USA betont.

Vor diesem Hintergrund sind die am Donnerstag veröffentlichten Daten zum Wachstum des Kern-PCE-Index und des US-BIP für die amerikanische Währung besonders wichtig. Im Kern haben sich diese Veröffentlichungen als weiterer Trumpf in den Händen der Dollar-Bullen erwiesen, da sie klar zeigen, dass der Inflationsdruck in den Vereinigten Staaten nicht nur anhält, sondern allmählich zunimmt.

EUR/USD. US-BIP und Kern-PCE-Index: Zwei Trümpfe für den Greenback

Der Kernindex der Personal Consumption Expenditures (PCE), ein wichtiger Inflationsindikator für die Fed, ist im Mai im Jahresvergleich um 3,4 % gestiegen. Dieser Indikator zeigt damit bereits den dritten Monat in Folge einen kontinuierlichen Aufwärtstrend: Er legte im Februar um 3,0 %, im März um 3,2 % und im April um 3,3 % zu. Das Mai-Ergebnis von 3,4 % markiert den höchsten Stand der Kerninflation seit Ende 2023. Der gesamte PCE-Index, der stark von Schwankungen der Energiepreise abhängt, verzeichnete einen noch stärkeren Anstieg auf 4,1 % (nach 3,8 %). Dennoch konzentrieren sich die Marktteilnehmer vor allem auf den Anstieg der Kernrate, da er auf zunehmenden Inflationsdruck in einem breiteren Spektrum von Waren und Dienstleistungen hinweist.

Für die Fed ist der Bericht ein alarmierendes Signal, das die Sorge um anhaltenden Inflationsdruck verstärkt. Bei einem Inflationsziel von 2 % liegt dieser Wert weiterhin fast doppelt so hoch, und seine fortgesetzte Beschleunigung lässt Zweifel daran aufkommen, ob eine Lockerung der Geldpolitik in absehbarer Zeit möglich ist. Zudem dürfte der anhaltende Aufwärtstrend bei der Kerninflation die ohnehin schon intensive Debatte innerhalb der Fed über die Notwendigkeit einer Zinserhöhung – oder zumindest einer längeren Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus – weiter anheizen.

Mit anderen Worten: Der Mai-Bericht zum Anstieg des Kern-PCE-Index liefert einen deutlichen Beleg dafür, dass sich der Prozess der Rückführung der Inflation auf das Zielniveau merklich verlangsamt hat. Infolgedessen haben sich die „hawkishen“ Erwartungen verstärkt: Laut Daten des CME FedWatch schätzen Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte auf der Septembersitzung derzeit auf 65 %, während diese Möglichkeit vor nur einer Woche noch mit lediglich 30 % veranschlagt wurde.

Auch die veröffentlichten Daten zum Wirtschaftswachstum der USA stützen den Dollar. Die endgültige Schätzung des US-BIP-Wachstums für das erste Quartal fiel deutlich stärker aus als erwartet: Die Wirtschaft wuchs im Jahresvergleich um 2,1 % nach einer vorherigen Schätzung von 1,6 %. Im Hinblick auf die Perspektiven des Dollar ist jedoch nicht nur die reine BIP-Zahl entscheidend, sondern auch deren preisliche Komponenten und die Struktur des Wachstums.

Erstens bestätigte der Bericht das Fortbestehen eines erhöhten Inflationsdrucks in der Wirtschaft. Schon in der zweiten Schätzung wurde der vierteljährliche Index der Personal Consumption Expenditures mit 4,5 % ausgewiesen (während der Kern-PCE-Index bei 4,4 % lag) – mehr als doppelt so hoch wie das Zielniveau der Fed. Dieses Ergebnis verstärkt lediglich die Befürchtung, dass der Preisdruck nicht vorübergehend, sondern persistent ist (zumal vor dem Hintergrund des oben genannten Berichts über den Anstieg des Kern-PCE-Index im Mai).

Zweitens lohnt ein Blick auf die Dynamik des nominalen BIP. Wenn das reale BIP um 2,1 % gestiegen ist, hat die nominale Wirtschaftsleistung deutlich schneller zugenommen, was darauf hindeutet, dass steigende Preise wesentlich zum gesamten Wirtschaftsergebnis beigetragen haben. Außerdem hat der Bericht das anhaltend hohe Niveau der Unternehmensinvestitionen bestätigt – insbesondere bei Investitionen in Ausrüstungen und Informationstechnologie (im Zusammenhang mit KI und digitaler Infrastruktur). Eine starke Unternehmensnachfrage nach Ausrüstung, Software und Rechenleistung kann eine hohe Kapazitätsauslastung aufrechterhalten und den Preisdruck in den entsprechenden Wirtschaftssektoren verstärken.

Ein weiterer potenziell inflationstreibender Faktor hängt mit den Staatsausgaben zusammen. Im ersten Quartal sind die Bundesausgaben nach einem schwachen vierten Quartal des Vorjahres (aufgrund des Shutdowns) deutlich gestiegen. Vor dem Hintergrund ohnehin hoher Inflation erschwert dieser zusätzliche „haushaltspolitische Stimulus“ die Rückführung des Preiswachstums auf das Zielniveau zusätzlich.

Zusammenfassend spiegeln die am Donnerstag veröffentlichten Daten eine „hawkishe Kombination“ wider: Die Wirtschaft wächst schneller als erwartet, und die Inflation zieht erneut an. Ein solches Szenario versetzt die Fed in die Lage, die Zinsen nicht nur auf dem aktuellen Niveau zu halten, sondern in der zweiten Jahreshälfte sogar eine weitere Straffung der Geldpolitik zu diskutieren, falls sich der Inflationsdruck im zweiten und dritten Quartal weiter verstärken sollte.

Damit profitierte der Dollar am Donnerstag von den makroökonomischen Daten, darunter das starke Wachstum des US-BIP und die Kern-PCE-Werte. Dennoch gelang es den Verkäufern nicht, die Unterstützungsmarke von 1,1330 (untere Linie der Bollinger-Bänder im Vier-Stunden-Chart) zu durchbrechen, woraufhin es den Bullen gelang, eine Korrekturerholung einzuleiten. Es empfiehlt sich, Short-Positionen erst einzugehen, nachdem die Bären diese Kursbarriere überwunden haben und damit den Weg in den Bereich der 1,12er-Marke freimachen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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