Zum Wochenschluss scheint das Interesse am Kauf des US‑Dollars leicht nachgelassen zu haben, doch dies ändert nichts an der anhaltend hohen Nachfrage nach der US‑Währung.
Der Dollar reagierte gestern nur mit einem moderaten Anstieg auf die Nachricht, dass das vom Federal Reserve bevorzugte Inflationsmaß exakt den Erwartungen entsprach. Wie berichtet, stieg der Kern-PCE-Preisindex im Mai um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat und beschleunigte sich auf 4,1 Prozent im Jahresvergleich. Dieser Wert lag leicht über den Prognosen und deutet auf anhaltenden Inflationsdruck hin – trotz der Bemühungen der Zentralbank, diesen zu dämpfen.
Zur Erinnerung: Die von der Fed beobachteten Inflationskennzahlen spielen eine zentrale Rolle bei der Ausgestaltung der Geldpolitik. Die Beschleunigung des Kern-PCE-Werts, der schwankungsanfällige Preise für Nahrungsmittel und Energie ausklammert, auf 3,4 Prozent im Jahresvergleich schürt die Sorge, dass die Inflation hartnäckiger sein könnte als bislang angenommen.
Trotz dieser Inflationssignale scheinen sich die Märkte derzeit mit größeren Bewegungen zurückzuhalten. Möglicherweise warten die Händler auf neue Signale von der Fed. Gleichzeitig zeichneten die BIP-Daten für das erste Quartal ein deutlich freundlicheres Bild. Die US‑Wirtschaft wuchs um 2,1 Prozent und damit spürbar stärker als zunächst erwartet. Diese Zahl deutet auf eine robuste Geschäftstätigkeit und eine rege Konsumnachfrage hin, was inflationsbedingte Bedenken teilweise kompensieren könnte.
Heute werden in der ersten Tageshälfte weder aus der Eurozone noch aus Großbritannien wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht, was zu einer Phase relativer Ruhe am Devisenmarkt führt. In Abwesenheit signifikanter Wirtschaftsindikatoren richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit von Investoren und Analysten auf die Rede von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel. Die Kommentare des Chefs der deutschen Notenbank gelten häufig als Indikatoren für mögliche zukünftige Schritte der Europäischen Zentralbank, angesichts des Gewichts Deutschlands in der Eurozonen-Wirtschaft. Jegliche Andeutungen einer veränderten Rhetorik in Bezug auf Inflation, Zinsen oder die Wachstumsaussichten könnten die Euro-Notierungen spürbar beeinflussen.
Wie bereits erwähnt, werden auch aus Großbritannien heute keine Konjunkturdaten veröffentlicht. Dies schafft eine Art Informationsvakuum für die britische Währung. Das Ausbleiben neuer Daten oder potenziell negativer Aussagen könnte der bereits angelaufenen Aufwärtskorrektur des GBP/USD-Paares bis zum Wochenschluss zusätzlichen Schwung verleihen. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass diese Aufwärtskorrektur sich als temporär erweisen kann. Die langfristigen Perspektiven des Pfunds hängen weiterhin von fundamentalen und innenpolitischen Faktoren ab.
Wenn die Daten mit den Erwartungen der Ökonomen übereinstimmen, ist es am sinnvollsten, sich an der Mean Reversion-Strategie zu orientieren. Weichen die Daten deutlich nach oben oder unten von den Prognosen ab, ist die Momentum-Strategie die passendere Wahl.
Momentum-Strategie (Breakout):
Für das EUR/USD-Paar
- Kauf bei einem Ausbruch auf 1,1387, was zu einem Anstieg des Euro in den Bereich von 1,1411 und 1,1436 führen könnte;
- Verkauf bei einem Ausbruch auf 1,1356, was zu einem Rückgang des Euro in den Bereich von 1,1327 und 1,1288 führen könnte;
Für das GBP/USD-Paar
- Kauf bei einem Ausbruch auf 1,3216, was zu einem Anstieg des Pfunds in den Bereich von 1,3244 und 1,3270 führen könnte;
- Verkauf bei einem Ausbruch auf 1,3175, was zu einem Rückgang des Pfunds in den Bereich von 1,3140 und 1,3097 führen könnte;
Für das USD/JPY-Paar
- Kauf bei einem Ausbruch auf 161,85, was zu einem Anstieg des Dollars in den Bereich von 162,04 und 162,24 führen könnte;
- Verkauf bei einem Ausbruch auf 161,56, was zu einem Rückgang des Dollars in den Bereich von 161,33 und 161,10 führen könnte;
Mean Reversion-Strategie (Rückkehr zum Mittelwert):

Für das Währungspaar EUR/USD
- Suchen Sie nach Short-Positionen nach einem Fehlausbruch über 1,1388 bei einer Rückkehr unter dieses Niveau;
- Suchen Sie nach Long-Positionen nach einem Fehlausbruch unter 1,1352 bei einer Rückkehr zu diesem Niveau;

Für das Währungspaar GBP/USD
- Nach Short-Positionen Ausschau halten, wenn ein gescheiterter Ausbruch oberhalb von 1,3210 erfolgt und der Kurs anschließend wieder unter dieses Niveau fällt;
- Nach Long-Positionen Ausschau halten, wenn ein gescheiterter Ausbruch unterhalb von 1,3175 erfolgt und der Kurs anschließend zu diesem Niveau zurückkehrt;

Für das Währungspaar AUD/USD
- Nach Short-Positionen Ausschau halten, wenn ein Ausbruch über 0,6915 scheitert und der Kurs unter dieses Niveau zurückfällt;
- Nach Long-Positionen Ausschau halten, wenn ein Ausbruch unter 0,6882 scheitert und der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt;

Für das Währungspaar USD/CAD
- Nach Short-Positionen Ausschau halten, wenn ein Ausbruch über 1,4209 scheitert und der Kurs wieder unter dieses Niveau fällt;
- Nach Long-Positionen Ausschau halten, wenn ein Ausbruch unter 1,4187 scheitert und der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt;
