Im Stundenchart hat GBP/USD eine zweite, komplexere Erholung vom Unterstützungsbereich 1,3158–1,3177 abgeschlossen, zugunsten des Pfunds gedreht und eine allmähliche Aufwärtsbewegung in Richtung des Widerstandsbereichs 1,3268–1,3277 begonnen. Daher könnte das Währungspaar heute aus technischer Sicht weiter steigen. Ein Rückfall und eine anschließende Stabilisierung unterhalb der Unterstützung bei 1,3158–1,3177 würden hingegen den US‑Dollar begünstigen und auf eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung in Richtung des 127,2%-Fibonacci-Retracements bei 1,3025 hindeuten.

Das Wellenmuster hat sich nach der FOMC-Sitzung bärisch entwickelt. Die zuletzt abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nach unten durchbrochen, während die neue Aufwärtswelle das vorherige Hoch nicht überschreiten konnte. Es bleibt unklar, wie viel Schwung die Bären dieses Mal noch haben, da die fundamentale Unterstützung für den Dollar nicht besonders überzeugend erscheint. Aus rein wellentechnischer Sicht dominieren die Bären weiterhin den Markt. Allerdings ist es nach dem Ende des Konflikts im Nahen Osten schwer, mit anhaltenden langfristigen Zugewinnen des US-Dollars zu rechnen.
Der Konjunkturkalender vom Freitag war faktisch leer. Der US-Consumer Sentiment Index hatte so gut wie keinen Einfluss auf die Marktstimmung. Am Wochenende wurde berichtet, dass Iran und die Vereinigten Staaten drei Tage in Folge Angriffe ausgetauscht hatten. Am Montagmorgen wurden die Kämpfe jedoch eingestellt, und Vertreter beider Länder verkündeten einen neuen Waffenstillstand. Insgesamt glaube ich nicht, dass der Markt den geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Wochen große Beachtung geschenkt hat. Die Bären blieben fest tonangebend, selbst als Iran und die Vereinigten Staaten ein Memorandum of Understanding unterzeichneten, die Straße von Hormus wieder öffneten und die Nuklearverhandlungen aufnahmen. Folglich hat die jüngste Eskalation im Nahen Osten die Bären kaum abgeschreckt, und die Aussetzung der Feindseligkeiten zwischen Teheran und Washington dürfte ihre Haltung kaum verändern. Meiner Ansicht nach spricht das geopolitische Umfeld derzeit eher für die Bullen, doch diese haben seit der deutlich restriktiveren Tonlage der Federal Reserve vor anderthalb Wochen keinen neuen Auftrieb gefunden. Allerdings ist dieser Faktor inzwischen mehr als eingepreist. Nun stellt sich die Frage, welchen neuen Auslöser die Bären finden werden, um den Rückgang fortzusetzen – oder ob sie überhaupt noch einen brauchen. Solange GBP/USD oberhalb der Unterstützungszone von 1,3158–1,3177 bleibt, ist das Pfund gut positioniert, um einen neuen Aufwärtstrend zu beginnen.

Im 4-Stunden-Chart prallte GBP/USD vom 100,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,3159 nach oben ab, drehte zugunsten des Pfunds und begann, sich in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Retracements bei 1,3277 zu bewegen. Eine bullische Divergenz im CCI-Indikator unterstützte die Erholung zusätzlich. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,3159 würde die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Rückgangs in Richtung der Unterstützungszone bei 1,3025–1,3044 erhöhen.
Commitments of Traders (COT) Report

Die Stimmung in der Gruppe der Nicht-Kommerziellen wurde in der letzten Berichtswoche deutlich bärischer. Die Zahl der von spekulativen Tradern gehaltenen Long-Positionen ging um 1.271 zurück, während die Short-Positionen um 32.863 zunahmen. Die Gesamtpositionierung liegt nun bei etwa 41.000 Long-Positionen gegenüber 147.000 Short-Positionen. Obwohl die Bären den Markt seit mehreren Monaten dominieren, wird diese Dominanz angesichts der erheblichen Veränderungen im fundamentalen Umfeld zunehmend schwer zu rechtfertigen. Derzeit übertreffen die Bären die Bullen im Verhältnis von mehr als drei zu eins.
Ich gehe weiterhin nicht von einem anhaltenden Abwärtstrend für das Pfund aus. Kurzfristig wird die Marktrichtung jedoch weniger von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken abhängen, sondern vielmehr von Dauer, Ausmaß und Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den letzten Wochen hat sich der Markt zunehmend auf ein friedliches Szenario eingestellt, doch die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten könnten sich als langwierig und schwierig erweisen. Es gibt keinerlei Garantie, dass sie letztlich in einem Atomabkommen münden.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich
Der Wirtschaftskalender für den 29. Juni enthält keine geplanten Veröffentlichungen. Daher ist nicht zu erwarten, dass das makroökonomische Umfeld die Marktstimmung am Montag beeinflusst.
GBP/USD-Prognose und Trading-Tipps
Verkauf: Short-Positionen boten sich nach einem Rebound vom Widerstandsbereich 1,3268–1,3277 im Stundenchart an, mit Ziel im Unterstützungsbereich 1,3158–1,3177. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Short-Positionen können nach einem bestätigten Schlusskurs unterhalb der Unterstützung bei 1,3158–1,3177 in Betracht gezogen werden, mit einem Kursziel bei 1,3025.
Kauf: Long-Positionen wurden nach einem Rebound vom Unterstützungsbereich 1,3158–1,3177 möglich, mit Ziel im Widerstandsbereich 1,3268–1,3277. Diese Positionen können weiterhin gehalten werden.
Die Fibonacci-Gitter sind sowohl im Stunden- als auch im 4-Stunden-Chart von 1,3158 bis 1,3655 eingezeichnet.
