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FX.co ★ EUR/USD weitet seine Gewinne aus, da diplomatische Fortschritte die Nachfrage nach dem Dollar dämpfen

EUR/USD weitet seine Gewinne aus, da diplomatische Fortschritte die Nachfrage nach dem Dollar dämpfen

Die viel beachteten geopolitischen Ereignisse am vergangenen Wochenende haben den Dollar trotz der unklaren Lage nicht gestützt. Im Gegenteil: Die erste Reaktion der Händler fiel für die US‑Währung negativ aus, und die Käufer von EUR/USD testeten erneut die Marke von 1,14.

EUR/USD weitet seine Gewinne aus, da diplomatische Fortschritte die Nachfrage nach dem Dollar dämpfen

In den vergangenen zwei Tagen waren zwei miteinander verknüpfte Themen entscheidend für die Einschätzung des geopolitischen Risikos am FX-Markt. Erstens der Verhandlungsstrang USA–Iran vor dem Hintergrund zunehmender Eskalation im Nahen Osten. Zweitens der Verhandlungsprozess zwischen Israel und Libanon, der durch die harte Linie der Hisbollah erschwert wird.

Die wichtigste Entwicklung gestern war, dass sich Washington und Teheran nach einer weiteren Runde wechselseitiger Angriffe darauf geeinigt haben, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Reuters berichtete, dass sich beide Seiten darauf verständigt haben, eine weitere Eskalation auszusetzen und die diplomatischen Gespräche wiederaufzunehmen – trotz der extrem angespannten jüngsten Lage. Al Arabiya meldete, dass am Dienstag in Doha technische Gespräche zwischen den USA und Iran stattfinden sollen, die sich auf die Krise in der Straße von Hormus konzentrieren werden. Diese Nachricht erklärt den heutigen optimistischen Grundton beim EUR/USD vor dem Hintergrund einer wiederauflebenden Risikobereitschaft.

Die zweite geopolitische Entwicklung war noch überraschender. Ende letzter Woche haben Israel und Libanon unter Vermittlung der Vereinigten Staaten ein sicherheitspolitisches Rahmenabkommen erzielt. Viele Analysten bezeichneten dies als den bedeutendsten Fortschritt in den Beziehungen der beiden Länder seit Jahrzehnten. Das unterzeichnete Dokument sieht unter anderem einen schrittweisen Abbau der Spannungen vor; eine Ausweitung der Präsenz der offiziellen libanesischen Armee im Süden; einen gestaffelten Abzug der israelischen Streitkräfte unter sicherheitsbezogenen Vorbehalten; sowie langfristig eine Zurückdrängung des bewaffneten Einflusses der Hisbollah.

Einerseits verringern diese Ereignisse die Wahrscheinlichkeit einer breiteren Eskalation im Nahen Osten. Daher ließ zu Wochenbeginn die Nachfrage nach dem sicheren Hafen US-Dollar nach: Die Anleger konzentrierten sich nicht nur auf militärische Aktionen, sondern auch auf den Erhalt diplomatischer Kanäle und die Aussicht auf fortgesetzte Verhandlungen. Andererseits bestehen deutlich spürbare geopolitische Risiken fort – und genau das verhindert die Ausbildung eines tragfähigen Aufwärtstrends im EUR/USD.

Naheliegende Frage ist, ob Long-Positionen im aktuellen Umfeld sinnvoll sind. Meiner Ansicht nach sind sie es nicht.

Wie oben erwähnt, hält die Unsicherheit im Nahen Osten an, insbesondere angesichts der Position der Hisbollah. Fast unmittelbar nach der Unterzeichnung des Israel–Libanon-Abkommens hat die Führung der Hisbollah das Abkommen öffentlich zurückgewiesen. Vertreter der Organisation erklärten, sie betrachteten sich nicht als an die Vereinbarungen gebunden und sähen sie als Zugeständnisse an Israel. Das bedeutet, dass die Hisbollah weiter auf bewaffneten Widerstand setzt und damit die Unsicherheit in der Region verstärkt.

Faktisch wurde das Abkommen zwischen Israel und der offiziellen Regierung in Beirut geschlossen, während die größte bewaffnete Kraft im Süden des Libanon außerhalb des Prozesses blieb. Dieser Punkt ist im Kontext der Beziehungen USA–Iran entscheidend, da Teheran in den vergangenen Wochen wiederholt signalisiert hat, dass die Lage im Libanon Teil der umfassenderen Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten ist. Gleichzeitig versucht Washington, den Einfluss Irans zu verringern, indem es die Position der Hisbollah schwächt – der wichtigsten iranischen Verbündeten im Libanon.

Hinzu kommt: Trotz der diplomatischen Fortschritte setzt Israel seine Angriffe auf Ziele der Hisbollah im Süden des Libanon fort und verweist dabei auf die Notwendigkeit, unmittelbare Bedrohungen zu beseitigen. Von einer vollständigen Deeskalation kann daher keine Rede sein. Die Ereignisse am Wochenende haben die Risikoaversion zwar abgeschwächt, doch die diplomatischen Vereinbarungen bleiben fragil. Die Weigerung der Hisbollah, das Abkommen anzuerkennen, und anhaltende lokale Kampfhandlungen zeigen, dass der geopolitische Faktor jederzeit wieder in den Vordergrund rücken kann, falls der diplomatische Prozess scheitert. Ähnliche Unsicherheit besteht beim Verhandlungsstrang USA–Iran, dessen nächste Runde morgen in Katar stattfinden soll.

Ein weiterer Punkt ist wichtig. In der vergangenen Woche (insbesondere in ihrer ersten Hälfte) verzeichnete der Dollar auch ohne den geopolitischen Faktor eine stabile Nachfrage: Falkenhafte Erwartungen in Bezug auf die Fed unterstützten den Greenback. Der Markt orientiert sich zunehmend an einem restriktiveren Szenario, gestützt auf die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft und moderat restriktive Signale der Notenbank bezüglich ihres weiteren Kurses.

In dieser Woche könnte sich dieser fundamentale Faktor noch verstärken. Sollten die wichtigsten US-Makrodaten – der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe, die Verbrauchervertrauensdaten, ADP, JOLTS- und NFP-Berichte – positiv ausfallen, könnten sich die Erwartungen einer längeren Phase unveränderter Zinsen (oder sogar einer Zinserhöhung in der zweiten Jahreshälfte) deutlich verfestigen. In diesem Fall dürfte der Dollar zusätzliche Unterstützung durch klassische fundamentale Treiber erhalten. Dieses Umfeld begrenzt das Aufwärtspotenzial des EUR/USD trotz der derzeit nachlassenden Risikoaversion.

All dies legt nahe, dass Long-Positionen in dem Währungspaar riskant erscheinen. Aus technischer Sicht bewegt sich das Paar im Tageschart weiterhin zwischen der mittleren und der unteren Linie der Bollinger-Bänder und notiert unter sämtlichen Ichimoku-Linien, die ein bärisches „Parade der Linien“-Signal anzeigen. Auf dem Vier-Stunden-Chart befindet sich das Paar hingegen zwischen der mittleren und der oberen Linie der Bollinger-Bänder. Vorrang haben daher Short-Positionen, allerdings erscheint ein Einstieg in Shorts erst dann sinnvoll, wenn die Bären die Unterstützung bei 1,1380 (die mittlere Bollinger-Linie im H4-Chart) durchbrechen. Das nächste Hauptziel auf der Unterseite liegt bei 1,1330, was der unteren Bollinger-Band im Tageschart entspricht.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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