
Das Währungspaar EUR/USD versuchte am Montag, seine Aufwärtsbewegung wieder aufzunehmen, scheiterte jedoch erneut. Die Volatilität am ersten Handelstag der Woche war quasi nicht vorhanden, da es weder bedeutende geopolitische noch fundamentale oder makroökonomische Ereignisse gab. Am Abend hielt die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, eine Rede, lieferte den Märkten diesmal jedoch keine wesentlichen Impulse. Folglich waren die Händler gezwungen, mit den vorhandenen Informationen zu arbeiten, ohne dass neue Daten zur Verfügung standen.
Insgesamt bleibt der Euro auf einem „Tief“ und wirkt völlig ausgelaugt. In den vergangenen zwei Wochen sind die Euro-Notierungen regelrecht eingebrochen, und dieser Rückgang könnte durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst worden sein. Wir gehen weiterhin davon aus, dass der Rückgang des Paares durch spekulative Positionierungen oder Insiderinformationen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten getrieben wurde. Dabei ist zu beachten, dass der Markt von großem Kapital dominiert wird, das keineswegs verpflichtet ist, auf bestimmte Ereignisse oder Nachrichten zu reagieren. Market Maker können in jede Richtung handeln, sogar entgegen geopolitischen oder makroökonomischen Faktoren. Daher ist nicht jede Bewegung logisch. Wenn wir eine unlogische Bewegung beobachten, besteht keine Notwendigkeit, künstlich Erklärungsfaktoren zu konstruieren. Es ist vielmehr entscheidend zu verstehen, dass die Bewegung irrational ist oder dass es sich um eine Falle handeln könnte, die von großen Marktteilnehmern gestellt wurde, um die Liquidität von Privatanlegern abzugreifen.
In dieser Woche werden in den Vereinigten Staaten mehrere wichtige Berichte zum Arbeitsmarkt erwartet. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Non-Farm Payrolls und die Arbeitslosenquote. Im vergangenen Monat reagierte der Markt deutlich auf eine hohe Non-Farm-Payrolls-Zahl, doch wie er sich in diesem Monat verhalten wird, bleibt abzuwarten. Man sollte sich in Erinnerung rufen, dass der Markt in den letzten Wochen sehr selektiv auf Ereignisse reagiert hat. So ignorierte er etwa die Straffung der Geldpolitik im Euroraum, reagierte aber eineinhalb Wochen lang auf die möglichen zukünftigen Zinserhöhungen in den USA. Der Non-Farm-Payrolls-Bericht wurde eingepreist, während die Tatsache eines Zwischenabkommens zwischen Iran und den USA ausgeblendet wurde. Das bedeutet, dass der Markt derzeit alle Faktoren ausblendet, die auf einen steigenden Euro hindeuten. Daher betrachten wir die aktuelle Bewegung als irrational. Zunächst stieg der Dollar vor dem Hintergrund komplexer geopolitischer Faktoren, und nun steigt er aufgrund weicherer Faktoren. Die EZB hat den Straffungszyklus bereits begonnen, während die Federal Reserve möglicherweise erst um September herum nachziehen könnte. Trotzdem preist der Markt ausschließlich die noch nicht existenten Zinserhöhungen der Fed ein.
Unseres Erachtens gibt es keine fundamentale Grundlage für einen weiteren Rückgang des Währungspaares, aber der Markt könnte entsprechende Vorwände finden. Im Prinzip könnte jede neue Verletzung der Waffenruhe im Nahen Osten einen Anstieg des US-Dollar auslösen, ebenso wie starke Arbeitsmarktdaten. Falkenhafte Aussagen von Vertretern der Fed würden diesen Trend zusätzlich unterstützen. Der Markt ist derzeit auf Käufe der US-Währung positioniert, sodass sämtliche Nachrichten von den Händlern durch eine bärische Brille interpretiert werden. Somit könnte der Euro trotz fehlender solider Gründe für weitere Verluste weiterhin gegenüber dem Dollar fallen. Interessanterweise bilden sich seit mehreren Wochen technische Signale für eine Trendwende, die vom Markt bislang ebenfalls ignoriert werden.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten fünf Handelstagen bis zum 30. Juni beträgt 61 Pips und wird als „durchschnittlich“ eingestuft. Wir erwarten am Dienstag eine Bewegung des Paares in der Spanne zwischen 1,1365 und 1,1487. Der obere Kanal der linearen Regression hat nach unten gedreht, was auf die Fortsetzung des Abwärtstrends hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und hat bereits zwei bullische Divergenzen ausgebildet, was erneut auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hinweist.
Nächste Unterstützungszonen:
- S1 – 1,1414
- S2 – 1,1353
- S3 – 1,1292
Nächste Widerstandszonen:
- R1 – 1,1475
- R2 – 1,1536
- R3 – 1,1597
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar EUR/USD befindet sich weiterhin in einem Abwärtstrend, vermutlich als Korrektur innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends, was im Tages- oder Wochenchart deutlich erkennbar ist. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt negativ, doch im Jahr 2026 waren es zunächst geopolitische Faktoren und anschließend die restriktive Haltung der Fed, die der US‑Währung starke Unterstützung boten. Solange sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt befindet, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1353 und 1,1292 in Betracht gezogen werden. Long-Positionen oberhalb des gleitenden Durchschnitts bleiben mit Zielen bei 1,1536 und 1,1597 relevant. Die Bären sind derzeit außergewöhnlich stark, ohne dass es dafür einen offensichtlichen Grund gibt.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, ist der Trend stark;
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (20,0, smoothed-Einstellungen) zeigt den kurzfristigen Trend und die Richtung an, in die aktuell gehandelt werden sollte;
- Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) geben auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden bewegen wird;
- Ein Eintritt des CCI-Indikators in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung näher rückt.
