
Gold (XAU/USD) tut sich schwer, seinen Abwärtstrend zu stoppen, und hält sich nur knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar, wobei die Kursbewegungen begrenzt bleiben. Steigende geopolitische Spannungen im Nahen Osten sowie widersprüchliche Signale im Dialog zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sorgen für eine erneute Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen. Dies hat die jüngste Korrektur im U.S. Dollar Index von seinem Juni-Hoch, das zuvor im Mai 2025 erreicht worden war, vorerst zum Stillstand gebracht.
Zusätzlichen Druck auf Gold üben die steigenden Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der Federal Reserve aus. Diese stützen weiterhin die positive Stimmung gegenüber dem US-Dollar und mahnen zur Vorsicht bei der Eröffnung neuer Long-Positionen in XAU/USD.
Medienberichten zufolge haben Washington und Teheran Vereinbarungen getroffen, die darauf abzielen, die Spannungen nach jüngsten Zusammenstößen in der Nähe der Straße von Hormus zu verringern, auch wenn sich beide Seiten weiterhin gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vorwerfen. Die Lage wurde komplizierter, nachdem Donald Trump auf Truth Social behauptete, der Iran habe ein Treffen in Doha, Katar, initiiert. Gleichzeitig wies der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi Berichte zurück, wonach für diese Woche technische Verhandlungen geplant seien. Diese Unsicherheit hält die geopolitischen Risiken auf erhöhtem Niveau und stärkt die Rolle des US-Dollars als sicherer Hafen.
Gleichzeitig hat die Eskalation des Konflikts die Inflationssorgen verstärkt. Zusammen mit der zunehmend restriktiven Rhetorik der Federal Reserve hat dies die Markterwartungen höherer Leitzinsen gestärkt. Dem CME Group FedWatch Tool zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September bei rund 63 %, während die Wahrscheinlichkeit einer weiteren geldpolitischen Straffung bis zum Jahresende bei über 80 % liegt. Diese Erwartungen stützen die Nachfrage nach dem US-Dollar und begünstigen Kapitalabflüsse aus Gold, das keine Zinseinkünfte generiert.
Ein weiterer belastender Faktor war die Schwächung des japanischen Yen auf den niedrigsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit fast vierzig Jahren, was zusätzlich auf dem Edelmetallmarkt lastete.
Am Dienstag richtet sich die Aufmerksamkeit des Marktes auf US-Konjunkturdaten, darunter den Conference Board Consumer Confidence Index und den JOLTS-Bericht zu offenen Stellen. Das wichtigste Ereignis wird jedoch die Rede des Fed-Vertreters Kevin Warsh am Donnerstag beim ECB Forum in Sintra sein.
Auch der US-Bericht zu den Nonfarm Payrolls (NFP) dürfte erheblichen Einfluss auf den US-Dollar und Gold haben, da er weitere Signale über die künftige Ausrichtung der Geldpolitik der Federal Reserve liefern könnte.
Aus technischer Sicht hat Gold unterhalb der Marke von 3.960 US-Dollar Widerstandskraft gezeigt und versucht sich zu stabilisieren, während es darum kämpft, sich oberhalb der psychologischen Marke von 4.000 US-Dollar zu behaupten. Die Oszillatoren befinden sich weiterhin im negativen Bereich, was darauf hindeutet, dass die Bären im Vorteil bleiben. Der Relative Strength Index (RSI) nähert sich jedoch dem überverkauften Bereich, was auf nachlassenden Verkaufsdruck schließen lässt. Eine Bestätigung einer bullischen Trendwende steht jedoch noch aus. Der nächstgelegene Widerstand liegt im Bereich der psychologisch wichtigen Marke von 4.100 US-Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke könnte den Aufwärtsimpuls stärken.
