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Gold bleibt in schlechter Verfassung

Gold fällt den dritten Tag in Folge, ist unter 3960 US-Dollar je Unze gerutscht und hat damit ein neues Tief seit November erreicht. Heute hat das Metall weitere 0,8 Prozent verloren, nachdem es in den vorangegangenen zwei Sitzungen bereits um 2 Prozent gefallen war. Der Druck kommt von zwei Seiten: von der Geldpolitik und von der technischen Analyse, die sich gegenseitig verstärken.

Gold bleibt in schlechter Verfassung

Den ersten Schlag versetzte die Präsidentin der Cleveland Federal Reserve, Beth Hammack. Sie erklärte am Dienstag, sie sehe keine überzeugenden Hinweise darauf, dass das derzeitige Zinsniveau die Wirtschaft bremse, und die Zentralbank müsse die Zinsen möglicherweise anheben, um die Inflation auf das Ziel von 2 Prozent zu halten. Diese restriktive Aussage fügt sich in den bereits vertrauten Chor der Fed-Falken der vergangenen Wochen ein. Williams bemerkte, dass die Zinsen gut geeignet seien, die Inflation zurück zum Ziel zu führen, Goolsbee verwies auf eine Entwicklung in die falsche Richtung, und Barkin bezeichnete die Werte als zu hoch. Da sich diesem Lager eine weitere Stimme anschließt, preist der Markt zunehmend eine Zinserhöhung statt einer Pause ein.

Ein weiteres Argument zugunsten der Falken kam von aktuellen Arbeitsmarktdaten. Die Zahl der offenen Stellen im Mai veränderte sich nur geringfügig und deutet damit auf eine anhaltend starke Nachfrage nach Arbeitskräften hin, zumal das Beschäftigungswachstum zuletzt wieder angezogen hat. Eine robuste Konjunktur verschafft der Fed Spielraum, die Zinsen hoch zu halten, ohne ein scharfes Abbremsen der Wirtschaft zu riskieren – weshalb solche Daten gegen Gold sprechen. Das Metall, das keine Zinsen abwirft, verliert jedes Mal an Attraktivität, wenn sich die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft bestätigt und damit hohe Zinsen rechtfertigt.

Die zweite Druckfront ist rein technischer Natur, und es ist ein düsteres Signal aufgetaucht. Auf dem Goldchart hat sich ein sogenanntes Death Cross gebildet, bei dem der 50‑Tage‑gleitende Durchschnitt unter den 200‑Tage‑Durchschnitt fällt. Einige Anleger deuten diese Formation als Hinweis auf die Entstehung eines langfristigen Abwärtstrends. Dieses Muster hat die bärische Stimmung verstärkt und den Verkaufsdruck erhöht, setzt aber zugleich einen wichtigen Vorbehalt. Es sollte nämlich bedacht werden, dass das Death Cross ein nachlaufender Indikator ist, der eine kurzfristige Erholung nicht widerspiegeln muss, falls sich die Stimmung plötzlich verbessert.

Der diplomatische Hintergrund bleibt ruhig und stützt – entgegen der üblichen Logik – Gold nicht als sicheren Hafen. Die amerikanischen Unterhändler Kushner und Witkoff haben mit regionalen Führungspersönlichkeiten in Katar positive Gespräche geführt, und die technischen Verhandlungen mit Iran kommen voran.

Gold bleibt in schlechter Verfassung

Der nächste und wichtigste Referenzpunkt werden die US‑Arbeitsmarktdaten sein, die am Ende dieser Woche veröffentlicht werden. Bestätigt der Bericht die Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes, dürften sich die Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik weiter verstärken, und Gold läuft Gefahr, seinen Abwärtstrend nach dem technischen Death-Cross-Signal fortzusetzen. Fallen die Daten hingegen enttäuschend aus, könnte das Metall die Chance auf eine Erholung bekommen.

Was das aktuelle technische Bild bei Gold angeht, müssen die Käufer den nächstgelegenen Widerstand bei 4.008 $ zurückerobern. Dadurch hätten sie die Möglichkeit, den Bereich um 4.062 $ ins Visier zu nehmen, dessen Überwinden sich als recht schwierig erweisen dürfte. Das fernste Ziel liegt im Bereich von etwa 4.124 $. Kommt es bei Gold zu einem Rückgang, werden die Bären versuchen, die Marke von 3.954 $ unter ihre Kontrolle zu bringen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne die Position der Bullen massiv schwächen und Gold auf ein Tief bei 3.906 $ drücken, mit der Aussicht auf einen Rückgang bis 3.849 $.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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