
Das Währungspaar GBP/USD zeigte am Dienstag nur eine sehr geringe Volatilität, ohne jegliche Grundlage für eine stärkere Bewegung. Dennoch steigt die britische Währung nun bereits seit vollen zwei Wochen, obwohl es dafür lokal betrachtet keine Begründung gibt. Der Anstieg des Pfunds ist jedoch aus mehreren Gründen sowohl logisch als auch gerechtfertigt.
Der Dollartrend hält bereits seit zwei Monaten an. Der Konflikt im Nahen Osten ist vorbei, die Federal Reserve hat trotz hoher Inflation noch nicht einmal mit Zinserhöhungen begonnen (und könnte damit überhaupt nicht beginnen), und die politische Krise im Vereinigten Königreich wurde von Journalisten und Analysten künstlich heraufbeschworen, die irgendwie den jüngsten Rückgang der britischen Währung erklären mussten. Es ist erwähnenswert, dass Großbritannien in den letzten zehn Jahren sieben Premierminister und mehrere Dutzend Minister gewechselt hat. Der Rücktritt eines weiteren ranghohen Regierungsmitglieds ist für das Vereinigte Königreich daher keine Krise mehr, sondern vielmehr eine routinemäßige Umbildung. Demnach war der jüngste Rückgang des Paares (nach der Fed-Sitzung) völlig unnötig und ungerechtfertigt. Was wir jetzt beobachten, ist lediglich eine „Wiederherstellung der Fairness“. Der Markt hat den GBP/USD-Kurs unter den aktuellen Rahmenbedingungen auf ein mehr oder weniger angemessenes Niveau zurückgeführt.
Wir rechnen mit weiterem Aufwärtspotenzial für die britische Währung, da die Tages- und Wochencharts sehr deutlich eine Seitwärtsphase zeigen, die nun schon fast ein Jahr andauert. In einer Seitwärtsbewegung sind die Bewegungen darin im Grunde zufällig. Anders ausgedrückt: Der Markt akkumuliert oder schichtet derzeit langfristige Positionen um, in Erwartung einer neuen starken Trendbewegung. Ja, dieser Prozess zieht sich zweifellos in die Länge, aber auch in höheren Zeitrahmen können ausgeprägte Seitwärtsphasen auftreten. Uns bleibt daher nichts anderes übrig, als abzuwarten oder innerhalb des seitlichen Kanals von 1,3150–1,3780 zu handeln.
Seit dem letzten Mal ist der Kurs an die untere Begrenzung dieses Kanals gefallen, und wir gehen nun von einer Bewegung in Richtung der oberen Begrenzung aus. Es ist wichtig zu betonen, dass der US-Dollar im vergangenen Jahr zwar nicht nachgegeben hat, aber dennoch (im langfristigen Kontext) noch keine nennenswerte Korrektur gezeigt hat. Er hat lediglich ein Jahr lang keine neue Abwärtsbewegung vollzogen. Wir sind jedoch der Ansicht, dass sich der Aufwärtstrend im Währungspaar GBP/USD früher oder später fortsetzen wird – es sei denn, Donald Trump beginnt einen neuen Krieg.
Was könnte das britische Pfund kurzfristig stützen? Aus unserer Sicht wäre dies eine deutliche Lockerung des geldpolitischen Kurses der Fed oder eine Straffung des geldpolitischen Ausblicks der Bank of England. In Großbritannien wird für die zweite Jahreshälfte ein Anstieg der Inflation erwartet; sollten die Verbraucherpreise spürbar anziehen, könnte die britische Notenbank die Zinsen ein- oder zweimal anheben. Eine solche Unterstützung wäre für das Pfund Sterling zweifellos hilfreich. Aufseiten der Fed wäre eine Abschwächung des aggressiven Kurses möglich, falls die Inflation in den USA in naher Zukunft zu sinken beginnt. Der nächste Inflationsbericht ist für den kommenden Dienstag angesetzt; dann wird sich zeigen, ob es reale Gründe gibt zu erwarten, dass die Fed von ihren restriktiven Plänen abrückt.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares GBP/USD betrug in den letzten fünf Handelstagen 69 Pips, was für dieses Paar als „durchschnittlich“ gilt. Am Mittwoch, dem 8. Juli, erwarten wir eine Bewegung des Paares in einer Spanne zwischen 1,3307 und 1,3445. Der obere Kanal der linearen Regression ist abwärts gerichtet, was auf einen bärischen Trend hindeutet. Der CCI-Indikator ist zweimal in den überverkauften Bereich eingetreten und hat zwei „bullische“ Divergenzen ausgebildet, die auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hinweisen.
Nächste Unterstützungszonen:
- S1 – 1,3367
- S2 – 1,3306
- S3 – 1,3245
Nächste Widerstandszonen:
- R1 – 1,3428
- R2 – 1,3489
- R3 – 1,3550
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD befindet sich weiterhin in einem Abwärtstrend. Die Politik von Donald Trump wird die US-Wirtschaft weiter unter Druck setzen, weshalb wir beim US-Dollar nicht mit einem langfristigen Wachstum rechnen. Auch wenn das Jahr 2026 aufgrund geopolitischer Faktoren und der Bereitschaft der Fed, den Leitzins anzuheben, für den Dollar recht positiv erscheint, bleibt im Wochenchart inmitten eines vierjährigen Aufwärtstrends eine Seitwärtsrange zwischen 1,3150 und 1,3780 bestehen. Long-Positionen können mit Kurszielen bei 1,3428 und 1,3489 in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Befindet sich der Kurs dagegen unterhalb des gleitenden Durchschnitts, können Short-Positionen mit Ziel 1,3245 erwogen werden.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Unterstützungs- und Widerstandsniveaus (Resistance/Support) sind als dicke rote Linien eingezeichnet, an denen eine Bewegung enden kann. Sie stellen keine eigenständigen Handelssignale dar.
- Die Linien Kijun-sen und Senkou Span B sind Ichimoku-Indikatorlinien, die vom 4-Stunden-Chart auf den Stundenchart übertragen wurden. Sie gelten als starke Linien.
- Extremzonen sind als dünne rote Linien markiert, an denen der Kurs zuvor abgeprallt ist. Sie dienen als Quellen für Handelssignale.
- Gelbe Linien stellen Trendlinien, Trendkanäle und andere charttechnische Formationen dar.
- Indikator 1 in den COT-Charts zeigt die Nettoposition jeder Händlerkategorie.
