
Der Euro bleibt gegenüber dem US-Dollar fest, da die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten anhalten und die Vereinigten Staaten den zweiten Tag in Folge Angriffe gegen den Iran in der Nähe der Straße von Hormus durchführen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Währungspaar EUR/USD bei etwa 1,1430.
Das US Central Command erklärte, dass die zusätzlichen Angriffe auf den Iran darauf abzielen, seine Fähigkeit weiter zu schwächen, die Freiheit der Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus zu bedrohen.
Der Markt reagierte rasch auf die Nachricht mit einem Rückgang der Risikobereitschaft, was sich am Mittwoch in schwächeren US-Aktienindizes widerspiegelte. Gleichzeitig zogen die Ölpreise an.
Zuvor hatte die Federal Reserve das Protokoll ihrer letzten Sitzung veröffentlicht, aus dem hervorging, dass alle Mitglieder einstimmig dafür stimmten, die Zinsen unverändert zu lassen, während sie zugleich auf die anhaltende Robustheit des Arbeitsmarktes hinwiesen. Zudem sprachen sich die meisten Teilnehmer dafür aus, auf die zuvor eher dovishe Sprache zu verzichten und eine restriktivere Formulierung in der begleitenden geldpolitischen Erklärung zu wählen.
Gemäß der Bepreisung an den Geldmärkten wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 50 Basispunkte im September auf 18 % geschätzt, während die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung um 25 Basispunkte bei rund 52 % liegt.
Auch der US Dollar Index (DXY), der die Wertentwicklung des Dollars gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen misst, legte zu.
In Europa blieb der makroökonomische Kalender vergleichsweise ruhig, auch wenn Vertreter der Europäischen Zentralbank mit Einschätzungen aktiv waren. Joachim Nagel von der Bundesbank bemerkte mit Blick auf die Angriffe des Iran, man sei „wieder da, wo wir vorher waren“, und betonte die Notwendigkeit eines schrittweisen, von Sitzung zu Sitzung gehenden Vorgehens bei den geldpolitischen Entscheidungen der EZB.
Unterdessen äußerte Primoz Dolenc von der European Central Bank (ECB) Besorgnis darüber, welche politischen Schritte die Zentralbank in zwei Wochen unternehmen könnte.
Am Donnerstag sollten Anleger in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Blick behalten, während in Europa der Fokus auf der Handelsbilanz Deutschlands sowie auf Inflationsdaten aus Deutschland und Frankreich liegen wird.
Aus technischer Sicht versucht das Paar, den 20-Tage Simple Moving Average (SMA) nach oben zu durchbrechen. Gleichzeitig bleiben die Momentum-Oszillatoren im negativen Bereich, was darauf hindeutet, dass die Bären weiterhin im Vorteil sind. Damit sich die technische Ausgangslage für die Bullen verbessert, müssen sie einen Ausbruch über den 20-Tage-SMA sichern. Dies würde den Weg zu stärkeren Widerstandszonen öffnen.
Auf dem 4-Stunden-Chart konnten sich die Bullen jedoch bereits nach dem Ausbruch über den 100-Perioden-SMA etablieren. Gelingt es ihnen, sich oberhalb dieses gleitenden Durchschnitts zu behaupten, werden sie den wichtigen 200-Perioden-EMA und 200-Perioden-SMA ins Visier nehmen. Unterdessen sind die Oszillatoren in den positiven Bereich vorgedrungen, was das bullische Szenario zusätzlich unterstützt.
