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FX.co ★ Kevin Warshs erster Auftritt vor dem Kongress

Kevin Warshs erster Auftritt vor dem Kongress

Gestern stellte Kevin Warsh vor dem House Financial Services Committee seinen ersten halbjährlichen geldpolitischen Bericht als Vorsitzender der Federal Reserve vor, und das zentrale Thema seiner Rede war der beispiellose Investitionsboom rund um künstliche Intelligenz. Seiner Aussage nach ist das auffälligste Merkmal der derzeitigen Wirtschaft die rasant wachsende, sich offenbar weiter beschleunigende Unternehmensinvestitionstätigkeit, die sich im Bau von Rechenzentren und der enormen Nachfrage nach KI-bezogener Ausrüstung und Software widerspiegelt. Die Ausrüstungsinvestitionen stiegen im Jahresvergleich bis zum Ende des ersten Quartals um rund 8 Prozent; innerhalb dieser Kategorie verzeichneten die Ausgaben für Hochtechnologie über vier Quartale hinweg ein beeindruckendes Wachstum von nahezu 25 Prozent.

Kevin Warshs erster Auftritt vor dem Kongress

Warsh formulierte einen Gedanken, der wahrscheinlich als meistzitierter Satz dieser Rede in Erinnerung bleiben wird. Er wisse nicht, in welchem Ausmaß die Wirtschaft vom Fortschritt der KI profitieren werde; allerdings scheine es unvermeidlich, dass das, was heute als „KI-Investitionen“ bezeichnet wird, schon bald einfach nur noch „Investitionen“ heißen werde. Das bedeutet, dass die Zentralbank KI-Investitionen nicht als vorübergehende Blase oder eigenständige Nische betrachtet, sondern als einen Faktor, der sich in naher Zukunft organisch in die Struktur der gesamten amerikanischen Volkswirtschaft einfügen wird. Zugleich betonte er, dass neue wirtschaftliche Chancen auch neue Herausforderungen für Aufseher schaffen und dass die Fed die Folgen dieses Booms für Inflation und Arbeitsmarkt genau beobachtet.

Das im Bericht gezeichnete Gesamtbild der Wirtschaft fiel je nach Sektor unterschiedlich aus. Die wirtschaftliche Aktivität weitet sich in gleichmäßigem Tempo aus und zeigt Widerstandskraft gegenüber den jüngsten Schocks. Das Wachstum der Konsumausgaben der privaten Haushalte ist moderat, während die Industrieproduktion das ganze Jahr über kontinuierlich gestiegen ist. Der Wohnungsbausektor hingegen läuft dem allgemeinen Bild hinterher und bleibt zurück, was sich in den Daten zu Hausverkäufen und den hohen Hypothekenzinsen widerspiegelt. Auf der Angebotsseite verwies Warsh auf ein kräftiges Wachstum der Arbeitsproduktivität, das den Effekten der Implementierung von KI zeitlich vorausgeht. Der Arbeitsmarkt präsentiere sich insgesamt stabil: Die Schaffung neuer Arbeitsplätze hält mit dem Wachstum des Arbeitskräfteangebots Schritt, die Arbeitslosigkeit ist niedrig und hat sich im Jahresverlauf kaum verändert, Entlassungen sind vergleichsweise selten, und die Nominallöhne steigen stetig.

Mit Blick auf die Geldpolitik bestätigte Warsh die vor einem Monat getroffene Entscheidung, die Zielspanne für den Leitzins bei 3,50–3,75 Prozent zu belassen, die auf seiner ersten Sitzung als Vorsitzender beschlossen worden war. Er erklärte, die Ausschussmitglieder würden anhaltend hohe Inflation nicht hinnehmen und teilten den festen Willen, die Preisstabilität wiederherzustellen. Er hob hervor, dass monatliche Preisschwankungen unvermeidlich seien – insbesondere in einer instabilen Welt –, dass die Kerninflation über längere Zeiträume hinweg jedoch überwiegend von der Geldpolitik bestimmt werde. Die richtige Kalibrierung der Politik bezeichnete er als „den Stern, an dem wir uns orientieren“ und zeigte sich zuversichtlich, dass der Inflationsschub der vergangenen fünf Jahre mit einer angemessen ausgerichteten Politik der Vergangenheit angehören werde.

Einen bedeutenden Teil seiner Rede widmete Warsh der institutionellen Reform, die er seit seinem Amtsantritt vorantreibt. Er bestätigte die Einrichtung von fünf Arbeitsgruppen, die sich mit zentralen Politikfeldern befassen, und erläuterte erstmals die Aufgaben jeder Gruppe im Detail. Die erste wird Form und Wirksamkeit der Kommunikation der Fed untersuchen, die zweite die Bilanzpolitik überprüfen, einschließlich des Überschussreserven-Regimes und der Zusammensetzung der Aktiva, die dritte wird sich auf neue Datenquellen und -methoden konzentrieren, die vierte, die sich Produktivität und Beschäftigung widmet, soll Umfang und Geschwindigkeit der Auswirkungen neuer, breit einsetzbarer Technologien auf die Produktivität und den Arbeitsmarkt analysieren, und die fünfte wird die Modelle und Rahmenkonzepte zur Inflationssteuerung erneut auf den Prüfstand stellen.

Zum Abschluss seiner Rede erklärte Warsh, die Fed beginne ein neues Kapitel in einem entscheidenden Moment für das Land und beabsichtige, ihrem nach vorn gerichteten Mandat entsprechend anpassungsfähig zu bleiben.

Was das aktuelle technische Bild für EUR/USD betrifft, müssen sich Käufer darauf konzentrieren, das Niveau von 1,1442 zurückzuerobern. Erst dann kann ein Test von 1,1459 ins Visier genommen werden. Von dort ist ein Anstieg auf 1,1479 möglich, doch ohne Unterstützung durch große Marktteilnehmer dürfte dies recht schwierig werden. Im Falle eines Rückgangs rechne ich mit deutlicher Aktivität großer Käufer im Bereich von 1,1425. Sollten dort keine Käufer auftreten, wäre es sinnvoll, auf ein neues Tief bei 1,1400 zu warten oder Long-Positionen ab 1,1380 zu eröffnen.

Für das aktuelle technische Bild bei GBP/USD gilt: Pfund-Käufer müssen zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3415 zurückerobern. Nur dann lässt sich das Ziel bei 1,3440 anpeilen, oberhalb dessen ein Durchbruch recht schwierig sein dürfte. Das nächste Ziel läge dann im Bereich von 1,3481. Sollte das Währungspaar fallen, werden die Bären versuchen, die Kontrolle über den Bereich um 1,3378 zu übernehmen. Gelingt dies, würde ein Ausbruch aus dieser Spanne die Position der Bullen erheblich schwächen und GBP/USD auf ein Tief bei 1,3342 drücken, mit der Möglichkeit einer Ausweitung der Bewegung bis 1,3298.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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