logo

FX.co ★ EUR/USD. Schwache PPI-Daten setzen den US-Dollar unter Druck

EUR/USD. Schwache PPI-Daten setzen den US-Dollar unter Druck

Der heute veröffentlichte Producer Price Index (PPI) ist nach den gestrigen Daten zum Consumer Price Index (CPI) der zweite Hinweis in Folge auf nachlassenden Inflationsdruck in den Vereinigten Staaten. Dies ist eine wichtige Entwicklung. Während der CPI-Bericht auf ein langsameres Preiswachstum auf Verbraucherebene hindeutete, zeigte der PPI-Bericht, dass der Preisdruck auch auf der Produktionsstufe nachlässt. Dadurch sinkt das Risiko, dass höhere Produktionskosten weiterhin an die Verbraucher weitergegeben werden.

EUR/USD. Schwache PPI-Daten setzen den US-Dollar unter Druck

Den veröffentlichten Daten zufolge ist der Gesamt-PPI im Juni überraschend um 0,3 % gegenüber dem Vormonat gefallen, nachdem er im Vormonat – nach einer Aufwärtsrevision – noch um 0,6 % gestiegen war. Dies war der erste negative Monatswert seit September des vergangenen Jahres. Die meisten Analysten hatten damit gerechnet, dass der Index unverändert bei 0,0 % bleiben würde. Auf Jahresbasis verlangsamte sich der Gesamt-PPI auf 5,5 %, nachdem im Vormonat mit 6,0 % ein Drei-Jahres-Hoch erreicht worden war. Auch dieser Wert blieb hinter den Erwartungen zurück, da Ökonomen einen Anstieg auf 6,2 % prognostiziert hatten.

Der Hauptgrund für die deutliche Abkühlung beim Gesamt-PPI war der Rückgang der Energiepreise, die um 6,4 % sanken; darin enthalten war ein Rückgang der Benzinpreise um 12 %. Niedrigere Lebensmittelpreise trugen ebenfalls zu dem insgesamt disinflationären Trend bei.

Wichtiger ist jedoch der Kern-PPI, der die volatilsten Komponenten ausklammert. Auf Monatsbasis stieg der Kern-PPI nur um 0,2 %, während die meisten Analysten mit einem stärkeren Anstieg um 0,4 % gerechnet hatten. Darüber hinaus legte das alternative Maß, das nicht nur Nahrungsmittel und Energie, sondern auch Handelsspannen ausklammert – der sogenannte Supercore-PPI –, lediglich um 0,1 % zu. Das deutet auf eine breit angelegte Entspannung bei den Erzeugerpreisen hin. Auf Jahresbasis verlangsamte sich der Kern-PPI im Juni von 4,9 % im Mai auf 4,7 % und lag damit deutlich unter der Konsensprognose von 5,2 %. Dies war der zweite Rückgang in Folge.

Der heutige PPI-Bericht sollte im Zusammenhang mit den CPI-Daten für Juni betrachtet werden, da beide Veröffentlichungen zusammen ein stimmiges Bild einer sich verbreiternden Disinflation ergeben.

Der CPI-Bericht für Juni zeigte eine nachlassende Inflation auf Verbraucherebene. Entscheidender war jedoch nicht nur der Rückgang der Gesamtinflation – der in erster Linie auf niedrigere Energiepreise zurückzuführen ist –, sondern die unerwartete Verlangsamung der Kerninflation. Dies deutet darauf hin, dass sich das Preiswachstum bei den hartnäckigsten Komponenten des Warenkorbs der Verbraucher zu entspannen beginnt.

Der heutige PPI-Bericht hat dieses Signal aus Sicht der Produzenten im Wesentlichen bestätigt. Er zeigt, dass Unternehmen weniger geneigt sind, gestiegene Produktionskosten in Form höherer Verkaufspreise an die Verbraucher weiterzugeben.

Genau aus diesem Grund verstärken sich die beiden Inflationsberichte gegenseitig. Wäre allein der CPI zurückgegangen, hätte man den Rückgang in erster Linie auf niedrigere Benzinpreise zurückführen können. Wäre hingegen nur der PPI schwächer ausgefallen, wäre unklar geblieben, wie schnell sich dieser Trend bei den Verbrauchern bemerkbar machen würde. Stattdessen zeigt die Inflation nun an beiden Stufen der Preiskette zeitgleich Anzeichen einer Abschwächung: Zunächst lassen die Erzeugerpreisaufschläge nach, anschließend verlangsamt sich das Preiswachstum auf Verbraucherebene. Am wichtigsten ist, dass beide Berichte auf eine niedrigere Kerninflation hindeuten. Für die Federal Reserve ist dies ein weitaus aussagekräftigeres Signal als Bewegungen bei der Gesamtinflation, da Kernmaße die zugrunde liegenden Inflationstrends verlässlicher abbilden.

Insgesamt legen die CPI- und PPI-Berichte für Juni nahe, dass sich die Inflationsdynamik in der US-Wirtschaft auf breiter Front abschwächt und nicht nur auf vorübergehende Schwankungen der Energiepreise reagiert.

Es ist zudem erwähnenswert, dass der PPI traditionell als Frühindikator für den Personal Consumption Expenditures (PCE) Price Index gilt, das von der Federal Reserve bevorzugte Inflationsmaß. Daher erhöht die Kombination aus schwächeren CPI- und PPI-Daten die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Kern-PCE für Juni die Fortsetzung des disinflationären Trends bestätigt. Letztlich dürfte dieses Maß eine entscheidende Rolle für die künftigen geldpolitischen Entscheidungen der Federal Reserve spielen.

Der PPI-Bericht für Juni setzte den US‑Dollar zusätzlich unter Druck, nachdem dieser bereits nach Veröffentlichung der CPI-Daten für Juni nachgegeben hatte. Diese Kombination fundamentaler Faktoren stützt weiterhin Käufer im EUR/USD, die es geschafft haben, das Währungspaar im Kursbereich um 1,14 zu halten, wobei es sich auf dem Tageschart zwischen dem mittleren und oberen Bollinger-Band (1,1410–1,1470) bewegt. Der mittelfristige Ausblick bleibt so lange zugunsten der Bullen, wie das Paar oberhalb von 1,1410 notiert. Gleichzeitig stellt 1,1470 die nächstgelegene Aufwärtsbarriere für Käufer dar. Ein nachhaltiger Ausbruch über dieses Niveau würde den Weg in Richtung 1,1500–1,1530 eröffnen. Allerdings liefert das derzeitige fundamentale und technische Umfeld noch keine ausreichende Grundlage für ein solches Szenario.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
Go to the articles list Go to this author's articles Open trading account